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Rhein-Nahe aktuell
Ausgabe 28/2026
Amtliche und öffentliche Bekanntmachungen
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Bericht

über die öffentlich/nichtöffentliche Sitzung des Ortsgemeinderates Breitscheid der Ortsgemeinde Breitscheid am Mittwoch, den 10.06.2026, 19:00 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Breitscheid

Mitteilungen

Der Ortsbürgermeister teilte mit, dass die Gemeinde 8244,91 Euro an EEG-Umlage aus dem Windpark Perscheid-Ost sowie 1.534, 83 Euro aus der Gewinnausschüttung des Energiezweckverbandes Vorderhunsrück erhält.

Die Arbeiten am Backes sind abgeschlossen. Als letztes wurde die Außentreppe fertiggestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 13.667,70 Euro, rund 8.200 Euro davon sind durch LEADER-Fördermittel abgedeckt. Ursprünglich veranschlagt für diese Maßnahme waren Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro.

Am 20. Mai hätte in Breitscheid eine Verkehrsschau stattfinden sollen. Der Ortsbürgermeister wartete jedoch vergeblich auf die Vertreter des LBM, der Polizei und der VG. Stattdessen wurde einige Tage später eine Einzelbegehung mit einem Vertreter der VG durchgeführt. Dabei konnte der Plan des LBM, an jeder Einmündung zur Rheingoldstraße, die ja als Durchgangsstraße dient, Vorfahrts- bzw. Vorfahrt achten-Schilder aufzustellen, verworfen werden. Zudem wurde entschieden, die durchgezogene Linie an der Einmündung Erbacher Weg/Rheingoldstraße, die ohnehin verblasst ist, komplett zu beseitigen. Dem Wunsch der Ortsgemeinde, an der Einmündung von der Straße Im Grund auf die Rheingoldstraße einen Spiegel aufzustellen, wurde nicht entsprochen. Im Verlauf des Jahres soll auf der Rheingoldstraße eine Verkehrszählung inklusive Geschwindigkeitsmessung über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Weiter teilte der Ortsbürgermeister mit, dass auf dem Friedhof der obere Teil neugestaltet und der defekte Brunnen ersetzt werden soll. Einige Gräber wurden bereits zurückgebaut, die VG-Verwaltung versucht nun, die Angehörigen jener Verstorbenen, deren Gräber abgelaufen sind, zu kontaktieren, damit auch diese Gräber beseitigt werden können.

Vorstellung des Teilausschnitts "Breitscheid" des kommunalen Wärmeplan der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe

Die VG Rhein-Nahe hatte die „wärmelokal GmbH“ damit beauftragt, eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) zu erstellen, die nun vorliegt und in den einzelnen Ortsgemeinden vorgestellt wird. Die KWP soll es der Verbandsgemeinde und den Ortsgemeinden künftig ermöglichen, die Transformation von fossilen zu regenerativen Energieträgern aktiv zu gestalten und fundierte Entscheidungen im Bereich der Wärmeversorgung zu treffen. Simon Poddig und Florian Schumacher von der wärmelokal GmbH erläuterte den Ratsmitgliedern, welche Erkenntnisse dabei für die Ortsgemeinde Breitscheid gewonnen wurden.

Die Ortsgemeinde hat einen jährlichen Energiebedarf von 1.985.506 Kilowattstunden, das entspricht 1,15 Prozent des Energiebedarfs der gesamten VG Rhein-Nahe. 45 Prozent werden in Breitscheid durch Heizöl gedeckt, 25 Prozent durch Biomasse, 26 Prozent durch Flüssiggas und 4 Prozent durch Wärmestrom. Die Treibhausgasbilanz weist für Breitscheid einen jährlichen Ausstoß von 428.517 

Kilogramm Co2 aus. Die Vorgabe der Bundesregierung sieht spätestens 2045 eine klimaneutrale Deckung des Energiebedarfs vor. Erreicht werden soll das durch die Nutzung erneuerbarer Energien, Energieeinsparungen und Effizienzsteigerung im Gebäudebestand.

Bei der Untersuchung der Wärmeversorgungsgebiete wird für den gesamten Ortsbereich von Breitscheid eine dezentrale Versorgung empfohlen, was bedeutet, dass die Hauseigentümer in Eigenregie aktiv werden müssen, um von fossilen auf erneuerbare Energieträger umzusteigen. Eine zentrale Versorgung durch ein Wärmenetz wird für die Gemeinde als nicht sinnvoll erachtet. Im gesamten VG-Bereich wird neben dem bereits bestehenden Wärmenetzgebiet in Waldalgesheim lediglich für den Bereich „Münster-Sarmsheim Ost“ eine Wärmenetzversorgung empfohlen.

Die Kommunale Wärmeplanung, die alle fünf Jahre aktualisiert werden muss, stellt eine Planungsgrundlage dar, jedoch keine rechtliche Vorgabe. Die Kommunen sollen bei der Bewältigung diese Zukunftsaufgabe zwar offen sein für neue Technologien, aber auch stets betrachten, was sinnvoll ist und was nicht, auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Neben der Untersuchung der Wärmeversorgungsgebiete legt der Wärmeplan einen besonderen Schwerpunkt auf die Information und Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger, die nicht die Perspektive haben, an eine zentrale Wärmeversorgung angeschlossen zu werden, denn sie werden die Transformation von fossilen zu regenerativen Energieträgern selbst gestalten müssen.

Um die Kommunale Wärmeplanung als Aufgabe für die Zukunft mit Leben zu füllen, schlägt die wärmelokal GmbH als nächste Schritte unter anderem die Einrichtung einer digitalen Plattform zur Energieberatung, die Nutzung kommunaler Dach- und Freiflächen zum Ausbau erneuerbarer Energien, das Aufstellen von Sanierungsfahrplänen für öffentliche Gebäude und die frühzeitige Anpassung der Stromnetze vor.