Bei einem Spaziergang durch Limburgerhof fallen die sehr unterschiedlich gestalteten Vorgärten ins Auge. Manche sind bunt, üppig grün und vielfältig bepflanzt, andere wirken eher eintönig und trostlos. Während es einigen Gärtnern und Gärtnerinnen gelingt, selbst auf wenigen Quadratmetern einen abwechslungsreichen und ansprechenden Garten zu gestalten, setzen andere auf überwiegend geschotterte oder gepflasterte Flächen, die gelegentlich durch Kunstobjekte, Sitzgelegenheiten oder dekorative Elemente ergänzt werden.
Hinter diesen Gestaltungen stehen meist nachvollziehbare Überlegungen: Der Vorgarten soll pflegeleicht sein, ordentlich wirken und möglichst wenig Arbeit machen. Schließlich gibt es oft noch einen Garten hinter dem Haus, der bereits viel Aufmerksamkeit erfordert und in dem man sich hauptsächlich aufhält. Mit Dekorationen wie Skulpturen, Pflanzgefäßen oder saisonalem Schmuck - etwa in der Weihnachtszeit mit beleuchteten Figuren - wird die Fläche optisch aufgelockert.
Allerdings bringen stark versiegelte oder geschotterte Vorgärten mit unterlegter bedingt wasserdurchlässiger Plastikfolie auch einige Nachteile mit sich. So kann der Boden deutlich weniger Wasser aufnehmen, was die Kanalisation stärker belastet und bei Starkregen lokal zu Überschwemmungen oder Wasser im Keller beitragen kann. Auch für das Mikroklima rund ums Haus spielen Vorgärten eine wichtige Rolle: Kies- und Pflasterflächen heizen sich in der warmen Jahreszeit tagsüber stark auf und geben die gespeicherte Wärme noch lange in der Nacht ab. Besonders wenn mehrere solcher Flächen nebeneinanderliegen, kann dies an heißen Tagen und in warmen Nächten die Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld spürbar mindern. Auch die Plastikfolie unter dem Kies verursacht auf längere Sicht Probleme: Das Plastik beginnt nach ein paar Jahren porös zu werden und sich langsam aufzulösen - es entsteht Mikroplastik, das bei Regen in den darunter liegenden Boden, in die Kanalisation und so in unsere Umwelt und über das Wasser und die Nahrungsmittel in den menschlichen Körper gelangt. Mikroplastik steht im Verdacht, Krankheiten und Unfruchtbarkeit zu verursachen.
Bepflanzte Vorgärten hingegen - ob mit Rasen, Stauden, Blumenwiesen, Sträuchern oder Bäumen - tragen durch Verdunstung zur Abkühlung der Umgebung bei und können das Mikroklima in der Straße um ein paar Grad verbessern. Gleichzeitig bieten sie wertvolle Lebensräume für viele Tiere. In naturnah gestalteten Gärten finden Insekten, Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien Nahrung und Unterschlupf: Würmer für Amseln, Beeren und Raupen für Meisen und Spatzen, Laufkäfer und Asseln für Igel und Blüten für Bienen und Schmetterlinge. In stark geschotterten Flächen sind solche Lebensgrundlagen kaum vorhanden; nur wenige, an Hitze und Trockenheit angepasste Arten kommen dort zurecht. Wer im Garten einen Kompostbehälter hat und diesen richtig befüllt, kann sogar selbst für die Düngung von Bäumen, Sträuchern und Blumenzwiebeln im Vorgarten sorgen.
Die gute Nachricht ist: Ein schöner, pflegeleichter Vorgarten muss kein großer Arbeitsaufwand sein. Mit der richtigen Auswahl an Pflanzen und einer durchdachten Gestaltung lässt sich eine Fläche schaffen, die Wasser gut aufnimmt, für Kühlung sorgt und gleichzeitig Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet. Ganz ohne Arbeit geht es zwar nicht, doch mit überschaubarem Einsatz ist vieles möglich. Gerne beraten wir Sie dazu persönlich oder per E-Mail.
BUND Rhein-Pfalz-Kreis, limburgerhof@bund-rlp.de
Regelmäßige Treffen: Jeden 2. Mittwoch um 19.30 Uhr im Monat, Albert-Schweitzer-Haus Limburgerhof