Olivia Jones am Flügel
Showdance mit Clara Kittelberger
Die Sternsinger von St. Bonifatius
Auf ein gutes Jahr 2026!
Närrische KVL-Streitmacht
A capella-Gesang von "Rainer's Finest"
Rückblick und Ausblick sind die traditionellen Themen in der Neujahrsansprache des Bürgermeisters. Nachfolgend Auszüge aus Andreas Poignées Rede im Kultursaal.
Gemeinnützigkeit prägt Limburgerhof
„Gerade in bewegten Zeiten zeigt sich die Stärke unserer Gemeinschaft. Trotz wirtschaftlicher Sorgen und politischer Enttäuschungen ist es wichtig, den Mut und die Zuversicht nicht zu verlieren. Deshalb möchte ich heute bewusst den Blick auf das Gute richten – auf das, was Limburgerhof zusammenhält und unsere Gemeinde stark macht.
Beginnen möchte ich mit der beeindruckenden Spendenbereitschaft. Es wurden 2025 rund 100.000 Euro für karitative Zwecke gesammelt und an Einrichtungen Limburgerhofs oder Hilfsorganisationen der Region gespendet. Das zeigt zum einen die große Bereitschaft unserer Bevölkerung, sich für gute Zwecke einzusetzen, und zum anderen die starke Gemeinnützigkeit unserer Vereine und Institutionen. Gemeinnützigkeit – das bedeutet ehrenamtlich, sozial, und mitmenschlich dem Allgemeinwohl zu dienen. Genau das prägt Limburgerhof.
Es gab eine große Zahl an Benefizkonzerten. Hinzu kommen traditionelle Veranstaltungen, deren Erlös für wohltätige Zwecke verwendet wird: der Summertime-Jazz im Park, das Bürgerfest und der Weihnachtsmarkt. Besonders erwähnen möchte ich auch private Initiativen wie den Flohmarkt für Jedermann, den Laternenflohmarkt oder das Weihnachtsfigurenbasteln. Auch die Gemeinde selbst durfte sich über Spenden freuen – etwa für Bänke und Bäume, für die Sprachförderung von Kindern, zur Unterstützung von Vereinen und für soziale Zwecke. Hinzu kommen Sachspenden, wie sie etwa bei der Aktion „Ein Teil mehr kaufen“ des Lions Club gesammelt wurden, oder die zahlreichen Essensspenden für die lokale Tafel. Sie wissen, dass es mir ein großes Anliegen ist, die Menschen zu würdigen, die sich unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit stellen.
Auch im kulturellen Leben war das Jahr reich an Angeboten. Besonders erwähnen möchte ich den Förderverein Schlösschen, der sein 25-jähriges Bestehen feierte, und in dieser Zeit Großartiges für die Kultur geleistet hat. Gleiches gilt für den Verein EnPaLi der Kultur-Kapelle, der den zehnten Geburtstag feiern konnte. Ebenfalls seit zehn Jahren bereichern die Ortsführungen von Wolfram Hoppe und Helga Lüttmer das kulturelle Angebot. Mein herzlicher Dank gilt allen Kunst- und Kulturschaffenden für ihr Engagement im vergangenen Jahr.
Auch sportlich war in Limburgerhof einiges geboten. Drei Punkte möchte ich hervorheben. Erstens beging der Tanzsportclub Grün-Gold-Casino sein 40-jähriges Jubiläum. Zweitens: 2026 feiern wir die 50. Sportwerbetage – und ja, das werden wir gebührend tun. Die Planungen laufen bereits. Drittens wurden zwei neue Turnboxen aufgestellt – auf dem Spielplatz Waldgasse sowie zwischen Hartplatz und Waldstadion. Dort können kostenlos Sport- und Spielgeräte ausgeliehen werden. Das Projekt wird durch die Landesinitiative „Land in Bewegung“ gefördert.
Traditionell richte ich zum Abschluss des Rückblicks auch den Blick auf die Religions- und Glaubensgemeinschaften in Limburgerhof. Pfarrerin Kompa und Pfarrer Grimm von der protestantischen Kirchengemeinde sind in den Ruhestand gegangen. Die Kirche im Ortszentrum wurde umfassend modernisiert, der Kirchenvorplatz und der Kirchgarten neu gestaltet – eine große Bereicherung für unsere Ortsmitte. Allerdings konnte die Pfarrstelle bislang nicht neu besetzt werden. In der katholischen Kirchengemeinde gab es ein besonderes Jubiläum: Die Bücherei wurde 100 Jahre alt. Sie ist damit die älteste Bücherei Limburgerhofs – älter als die politische Gemeinde selbst. Seit jeher wird sie ehrenamtlich geführt. Auch der St.-Bonifatius-Seniorennachmittag feierte ein Jubiläum. Seit 1975 finden dort wöchentliche Treffen statt. Eine segensreiche Einrichtung für das Miteinander. Ich danke allen Kirchen, ebenso der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sowie der Mennonitengemeinde, für ihre wertvolle Arbeit und Unterstützung.
Licht und Schatten und ein wenig Entspannung
Im 2. Teil meiner Ansprache stehen die aktuellen Entwicklungen in Limburgerhof. Die Entscheidung für eine Vorzugstrasse der Neu- und Ausbaustrecke von Mannheim nach Karlsruhe ist im November gefallen. Aus den acht Varianten wurde eine rechtsrheinische Strecke ausgewählt. Damit ist die Gefahr gebannt, dass unsere schöne Bruchlandschaft massiv beeinträchtigt wird. Ich danke allen, die in engem Schulterschluss die Interessen unserer Gemeinde und der gesamten Region vertreten haben. Mit großem ehrenamtlichem Engagement und enormem Sachverstand ist es der Bürgerinitiative David gelungen, sich gegenüber der Deutschen Bahn als sachkundige, engagierte und zugleich unbequeme Gesprächspartner zu positionieren und damit entscheidend zum Erfolg beizutragen.
Durch Maßnahmen der Bundesregierung hat sich die Flüchtlingssituation spürbar entspannt. Für die Kommunen in Deutschland, die in den vergangenen Jahren oft am Limit gearbeitet haben, ist das gut. Diese Entspannung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie ist kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Die massiven Belastungen der letzten Jahre – auf Wohnungsmarkt, in Kindertagesstätten und den Schulen – haben einiges abverlangt. Solche Situationen dürfen sich nicht wiederholen. Eine geordnete, faire und realistische Migrationspolitik ist dafür eine zentrale Voraussetzung.
Die Caritas teilte im September 2024 überraschend mit, dass das Altenheim St. Bonifatius wegen brandschutztechnischer Mängel zur Jahresmitte 2025 geschlossen werden müsse. Auf verschiedenen Ebenen wird intensiv an Lösungen gearbeitet. Diese bewusst zurückhaltende Information ist keine Vertröstung. Sie soll vielmehr deutlich machen, dass die Situation nicht abgeschlossen und dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.
Ein besonderer Höhepunkt waren die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum unserer Partnerschaft mit der Stadt Chenôve. Zwei große Festakte sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen haben diese Freundschaft eindrucksvoll sichtbar gemacht. Anders als in vielen „normalen“ Jahren beschränkten sich die Begegnungen nicht nur auf die Partnerschaftsvereine oder die politischen Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen. Dieses Mal haben sich viele Bürgerinnen und Bürger aus beiden Orten aktiv beteiligt. Die Partnerschaft war lebendig, offen und spürbar.
Engagement und langer Atem
Im dritten Teil meiner Ansprache richte ich nun den Blick nach vorn. Die Mitte 2024 gewählten Ratsmitglieder und Beigeordneten haben sich seitdem mit großem Engagement der Aufgaben angenommen. Frau Erste Beigeordnete Börstler hat dabei wichtige Weichen gestellt. Sie hat den Weg für eine zweite Ganztagsschule in Limburgerhof vorbereitet und durch zahlreiche Gespräche mit dem Land Rheinland-Pfalz dazu beigetragen, die Personalsituation in unseren Kindertagesstätten zu stabilisieren. Herr Beigeordneter Dr. Lippenberger widmet sich mit großem Einsatz der Verbesserung der Verkehrssituation. Mit den Zuständigkeiten für „Sicherheit und Ordnung“ sowie den Straßenverkehr führt er einen besonders anspruchsvollen Geschäftsbereich. Beigeordneter Michael Goldschmidt verantwortet unter anderem das Jugendkulturzentrum, die Partnerschaftsarbeit sowie den Glasfaserausbau. Während in den erstgenannten Bereichen deutliche Fortschritte erzielt werden konnten, müssen wir beim Thema Glasfaser derzeit leider Rückschritte feststellen. Wir bleiben dran und bringen auch hier den notwendigen langen Atem auf.
Einige Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit möchte ich nennen: Im Dezember wurde der Bebauungsplan zur Erweiterung des Gewerbegebietes verabschiedet. Zudem konnte ein ausgeglichener Haushalt beschlossen werden. Er sieht Mittel für die Modernisierung des Ortszentrums, die Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sowie für Maßnahmen zur Erreichung unserer Klimaschutzziele vor. So werden im Jahr 2026 drei kommunale Gebäude mit neuen Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern ausgestattet. Auch das Förderprogramm für Balkonkraftwerke wird fortgeführt – mit spürbarem Erfolg: Insgesamt wurden bislang rund 325 Anträge bewilligt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Hitzeschutz in Kindertagesstätten und Schulen. Dabei ist klar: Als Gemeinde können wir solche Maßnahmen nur im öffentlichen Raum umsetzen. Der deutlich größere Teil der Flächen befindet sich in privater Hand – und damit bei uns allen. Hier beobachte ich jedoch zunehmend eine gegenläufige Entwicklung. Gärten, die vollständig mit Steinplatten versiegelt werden, oder große Flächen mit künstlichem Rollrasen oder Steingärten mögen pflegeleicht erscheinen, verschärfen jedoch die Hitzeproblematik. Grundsätzlich soll jeder auf seinem Grundstück frei entscheiden können. Doch unabhängig von rechtlichen Vorgaben stellt sich die Frage, ob solche Lösungen wirklich zukunftsfähig sind – und ob sie langfristig im eigenen Interesse liegen.
Hitze- und Klimaschutzfragen werden die Bauleitplanung künftig intensiv beschäftigen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die beiden verbleibenden Baugebiete in Limburgerhof-Nord gemeinsam zu planen. Gerade dort muss es gelingen, zentrale Bedürfnisse zu berücksichtigen. Bezahlbarer Wohnraum, insbesondere mit dem Schwerpunkt auf seniorengerechtem Wohnen. Dazu gehören auch eine wohnortnahe Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sowie eine verlässliche ärztliche Betreuung. Ebenso intensiv wird geprüft, wie die beiden neuen Gebiete verkehrstechnisch angebunden werden können
Mit diesem Auszug aus den Themen für das Jahr 2026 möchte ich meine Neujahrsansprache schließen. Ich selbst habe eigentlich nur einen Wunsch für die Zukunft: Ich wünsche Ihnen allen von ganzem Herzen ein frohes und vor allem ein gutes neues Jahr 2026. Bleiben Sie gesund und munter!“
Stichwort munter. Das war auch das Merkmal des bunten Rahmenprogramms, getragen hauptsächlich von jungen SportlerInnen und MusikerInnen: die Purzel- und die Prinzengarde des 1. Karnevalvereins Limburgerhof, die Schornsteinfeger als Glücksbringer, die Sternsinger der Katholischen Kirchengemeinde, Olivia Jones am Flügel, A capella-Gesang von „Rainer’s Finest“ und von der DJK Limburgerhof Clara Kittelberger mit ihrem Showdance-Solo. Beim anschließenden Sektempfang mit kleinem Imbiß gab es viele gute Gespräche und das Glas wurde gehoben auch auf die Unterstützer des Neujahrsempfangs, insbesondere die Metzgerei Hardt, die Bäckerei Görtz und „by Elise – das Luftballonlädchen.“ (Fotos: M. Patzelt)