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Amtsblatt Limburgerhof
Ausgabe 7/2026
Gemeindemitteilungen
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Sprachförderung und Fortbildung

Neue Projekte in Kommunalen Kindertagesstätten

Sprache ist der Schlüssel zur Welt, etabliert vor allem in den ersten Lebensjahren. In dieser sensiblen Zeit entwickeln Kinder ihren Wortschatz, ihr Sprachverständnis und die Freude am Sprechen in besonderem Maß. Fachliche Studien zeigen: Regelmäßiges Vorlesen und das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern gehören zu den wirksamsten Möglichkeiten, die Sprachentwicklung von Kindern zu unterstützen.

Bilderbücher bieten weit mehr als „nur“ schöne Geschichten. In ihnen begegnen Kinder neuen Wörtern und Satzstrukturen, die im Alltagsgespräch oft nicht vorkommen. Beim dialogischen Vorlesen, also wenn Erzieherinnen, Erzieher oder Eltern mit den Kindern über die Bilder und Inhalte ins Gespräch kommen, erweitern die Kinder ihren Wortschatz, üben Grammatik und trainieren ihre Fähigkeit, Gehörtes in eigenen Worten wiederzugeben. Gleichzeitig stärken Bücher Konzentration, Fantasie, Empathie und soziale Kompetenzen, weil Kinder sich in Figuren und Situationen hineinversetzen.

Regelmäßige Buchausstellungen in der Kita sind deshalb ein wichtiger Baustein frühkindlicher Sprachförderung. Sie machen Bücher im Alltag sichtbar, laden Kinder zum Blättern, Staunen und Fragen ein und motivieren Familien, das Vorlesen auch zuhause zu einem festen Ritual zu machen. Wenn Kinder Bücher selbst auswählen dürfen, erleben sie sich als aktiv und selbstwirksam, ein wichtiger Schritt hin zu einer dauerhaften Lesemotivation. Gleichzeitig bekommen Eltern in der Buchausstellung Anregungen, welche Titel sich für das Alter und die Interessen ihrer Kinder eignen und wie sie Vorlesen sprachförderlich gestalten können.

Die aktuellen Buchausstellungen der Hagendorn Verlags knüpfen genau hier an. Der Verlag hat sich seit vielen Jahren auf Kinderbücher und pädagogische Literatur für Kitas spezialisiert und bietet eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen Bilder- und Sachbüchern für unterschiedliche Altersstufen. Für das Haus des Kindes bedeutet die Zusammenarbeit mit Hagendorn, dass wir den Kindern regelmäßig neue, thematisch vielfältige und sprachlich anregende Bücher vorstellen können, von alltagsnahen Geschichten bis hin zu fantasievollen Bilderbüchern.

„Sprachförderung ist für uns kein Zusatzangebot, sondern Kernaufgabe unserer pädagogischen Arbeit“, betont Einrichtungsleiter Jan Rebmann. Diese klare Haltung spiegelt sich auch darin wider, dass das Haus des Kindes derzeit eine Fachkraft zur spezialisierten Fachkraft für Sprachentwicklung und -förderung weiterbildet, um die alltagsintegrierte Sprachbildung im Team langfristig weiter zu professionalisieren.

Durch die wiederkehrenden Buchausstellungen, wie die derzeitigen von Hagendorn, entsteht schließlich eine starke Bildungsbrücke zwischen Kindergarten und Elternhaus.

Fachlicher Austausch zu ADHS und Autismus

Nach der erfolgreichen Fachveranstaltung zum Thema ADHS im vergangenen Jahr setzte Herr Patsche, leitender Therapeut in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am St. Annastiftskrankenhaus, den inhaltlichen Schwerpunkt mit einem weiteren Vortrag fort. Dieses Mal stand das Thema Autismus im Mittelpunkt.

In seinem praxisnahen Referat beleuchtete Herr Patsche insbesondere jene Aspekte, die für den pädagogischen Alltag in Kindertageseinrichtungen von zentraler Bedeutung sind. Dabei ging es unter anderem um Wahrnehmungsbesonderheiten, Kommunikationsformen sowie um konkrete Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte im Umgang mit Kindern aus dem Autismus-Spektrum. Ziel war es, Sicherheit im pädagogischen Handeln zu geben und Verständnis für die individuellen Bedürfnisse der Kinder zu vertiefen.

An der Veranstaltung nahmen die Teams der kommunalen Einrichtungen Haus des Kindes, Villa Kunterbunt und Altes Rathaus teil. Ergänzt wurde der Teilnehmerkreis durch die Schulsozialarbeiter, was den fachlichen Austausch zusätzlich bereicherte und eine institutionsübergreifende Perspektive ermöglichte.

Herr Rebmann, Einrichtungsleitung des Hauses des Kindes und ehemaliger Kollege von Herrn Patsche, betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen:

„Der Vortrag von Herrn Patsche war fachlich fundiert und gleichzeitig sehr alltagsnah. Genau diese Verbindung brauchen wir, um Kinder mit besonderen Bedarfen nicht nur zu verstehen, sondern sie im Kita-Alltag gezielt und wertschätzend zu begleiten.“

Weitere fachliche Angebote dieser Art sind bereits in Planung.