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VG Leiningerland aktuell
Ausgabe 29/2023
Seite 5
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Klärranlagen Nachbarschaftstreffen

Zu den Bildern: Betriebsleiter Gerd Asel zeigt Kollegen Teile der Gruppenkläranlage.

Gute Nachbarschaft ist viel wert. Wissen, was andere wie machen, voneinander lernen und sich auch auf direktem Weg auszutauschen, das alles sind die Beweggründe für das Kläranlagen Nachbarschaftstreffen, das zweimal im Jahr von Norman Geisler, dem stellvertretenden Werkleiter der Verbandsgemeinde Leiningerland, auf die Beine gestellt wird.

Zu diesem Nachbarschaftstreffen wurde jetzt wieder das Betriebspersonal der Kläranlagen aus dem Landkreis Bad Dürkheim (Stadtwerke Bad Dürkheim, Verbandsgemeindewerke (VGW) Deidesheim, VGW Feinsheim, VGW Leiningerland, Entsorgungs- und Servicebetrieb Grünstadt, Gemeindewerke Haßloch, VGW Lambrecht, Eigenbetrieb Stadtentsorgung Neustadt, VGW Wachenheim) und dem Rhein-Pfalz Kreis (Gemeindewerke Böhl-Iggelheim, VGW Dannstadt-Schauernheim, VGW Römerberg-Dudenhofen, Abwasserzweckverband Mittleres Eckbachtal (AME), Abwasserzweckverband Lambsheim, Gemeindewerke Limburgerhof, Stadtwerke Schifferstadt, Entsorgungsbetrieb Speyer) eingeladen.

Insgesamt ein Kreis von rund 50 Mitarbeitern, die für die Abwasserentsorgung im weiten Umfeld verantwortlich zeichnen.

Bereits seit zehn Jahren ist Norman Geissler ehrenamtlich als Betreuer für diese Landkreise beim DWA Landesverband (DWA = Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.) tätig. Er lädt zu den DWA-Nachbarschaftstreffen zweimal im Jahr an wechselnden Standorten ein.

Dieses Mal kamen die Mitarbeiter aus den kommunalen Betrieben zur Gruppenkläranlage nach Heßheim, die vom Abwasserzweckverband Mittleres Eckbachtal (AME) betrieben wird. Dort wurden sie von Bürgermeister Michael Reith, der auch Verbandsvorsteher des Abwasserzweckverbands "Mittleres Eckbachtal" ist, begrüßt. Reith hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Nachbarschaftsarbeit im DWA Landesverband ist für den Betrieb von Kläranlagen hervor. Die Treffen seien zentraler Bestandteil für den Wissens- und Informationsaustausch zwischen dem Betriebspersonal, betonte er.

Gemeinsam mit den Teilnehmern des Nachbarschaftstreffens nahm Bürgermeister Michael Reith an der Führung auf dem Betriebsgelände der Gruppenkläranlage Heßheim teil.

Betriebsleiter Gerd Asel vom AME informierte über die technischen Fakten der Anlage. Die GKA Heßheim ist für 31.000 Einwohner-Gleichwerte (EWG) ausgelegt. Es besteht aber für den Kampagne- (Weinbau) und Hochlastbetrieb die Möglichkeit, eine Schmutzfrachtbelastung bis zu 62.000 EWG zu reinigen. 13 Gemeinden (Neuleinigen, Kleinkarlbach, Kirchheim, Bissersheim, Großkarlbach, Laumersheim, Dirmstein, Gerolsheim von der VG Leiningerland sowie Heßheim, Beindersheim, Heuchelheim, Großniedesheim und Kleinniedesheim von der VG Lambsheim-Heßheim) sind an die Anlage angeschlossen. Die tägliche Abwassermenge, die in der GKA Heßheim ankommt, umfasst bei Trockenwetter rund 3.000 Kubikmeter, was zu einer errechneten Jahresschmutzwassermenge von 1.120.000 Kubikmetern im Jahr 2022 führte. Die gereinigte Gesamtjahresmenge an Mischwasser betrug 2022 rund 1.640.000 Kubikmeter.

Die Länge der angeschlossenen Leitungen der 13 Ortsgemeinden beträgt 135 Kilometer Kanalnetz, davon rund 118 Kilometer Ortskanalisation und 17 Kilometer Verbindungssammler in einem Gebiet mit einer Ost-West-Ausdehnung von Neuleiningen bis Kleinniedesheim von rund 25 Kilometern. 24 Pumpstationen sorgen für den Transport des Abwassers zur Gruppenkläranlage.

Betriebsleiter Asel informierte auch über geplante Maßnahmen zur Erweiterung: Vorgesehen ist die Umrüstung der GKA Heßheim von aerober Stabilisierung auf Anaerobe Stabilisierung, die Errichtung eines Faulbehälters, eines Gasspeichers und eine Blockheizkraftwerks.

Im Anschluss an den Rundgang auf der Gruppenkläranlage wurde den Teilnehmern in zwei Vorträgen Wissenswertes über die Bemessung, den Betrieb und die Sanierung von Zulaufschnecken sowie über "Streamr" - Das effiziente Kleinkraftwerk für Kläranlagen" vermittelt. Bei diesem Vortrag ging es darum, wie mit geklärtem Wasser Strom erzeugt werden kann.

(Text/Fotos: J. Schifferstein/Pressestelle VG Leiningerland)