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Biebesheimer und Stockstädter Nachrichten
Ausgabe 17/2021
Vereine und Verbände - Biebesheim am Rhein
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20 Jahre Biebesheimer Alphornbläser

Reinhold Geipert, Raimund Saar, Berthold Bader

In der Heimatzeitung vom 5. Juli 2001 war folgende Überschrift zu lesen: „Wenn’s nix wird, machen wir Regenrinnen.“ Zitiert wurde hier Berthold Bader, denn der hatte zusammen mit seinem Nachbarn Reinhold Geipert in einer Winterarbeit zwei Alphörner gebaut.

Dass die Hörner etwas geworden waren und tatsächlich auch spielbar sind, konnte in den vergangen 20 Jahren von sehr vielen Menschen bestaunt werden, zunächst natürlich am Hausberg „Rheindeich“, wo noch heute bei schönem Wetter die Proben stattfinden. Erste echte Bergstimmung bekamen die Biebesheimer Hörner am 1. Mai 2001, dem „Alphorn-Geburtstag“, im Odenwald bei Balkhausen.

Dass sich die für unsere Gegend anfänglich exotisch anmutende Alphornidee zur Erfolgsgeschichte entwickelte, konnte man damals jedoch überhaupt nicht ahnen. Das 10-jährige und das 15-jährige Jubiläum konnten jeweils im Vereinsheim des OGV mit vielen Gästen groß gefeiert werden.

Im Dezember 2007 kam Raimund Saar zu dem bisherigen Alphorn-Duo Bader/Geipert dazu und der musikalische Klangkörper erweiterte sich enorm. Das Repertoire umfasst mittlerweile mehr und mehr eigene Stücke, die speziell auf die Besonderheit der Biebesheimer abzielen. Einige Beispiele von Kompositionstiteln machen das deutlich: „Ich hörs von drüben, ich müsst mehr üben“, „Ach woss esses wirrer schee, wonn mehr drei am Deich do steh“, „Wenn es Mittwoch ist und schon sieben Uhr“.

Natürlich beschränken sich die Auftritte schon lange nicht mehr auf Biebesheim. Das Musik-Trio kommt ganz schon rum und lernt tolle Menschen kennen. Viele Freundschaften sind dabei entstanden, wobei an dieser Stelle zunächst die Alphornspieler aus Dorfprozelten (am Main) genannt werden sollen.

Sehr große Bedeutung für die Alphornspieler hat die mittelalterliche Musikgruppe „Dudelquetsch“, die im Freilandmuseum Gottersdorf (bei Walldürn) das jährliche Treffen „Winneweh“ ausrichtet. Die Biebesheimer wirken seit 2005 bei diesem Fest der traditionellen Musik mit und sind mittlerweile selbst zum traditionellen Bestandteil geworden.

In den vergangenen 20 Jahren waren die 3,64 m-langen Biebesheimer Alphörner zu verschiedensten Anlässen zu hören, wobei die Musikstücke auch humoristisch anmoderiert werden. Aus diesen vielen Auftritten sollen hier nur einige Besondere hervorgehoben werden:

2004 Auftritt in Isny (Allgäu), auch zusammen mit 125 weiteren Alphörnern

2004 erste Beteiligung bei einem Adventskonzert in der katholischen Kirche Biebesheim, 4 weitere folgten, wobei 2018 zwei Trompeter des ev. Bläserchores beim „Andachtsjodler“ mitspielten

2008 Auftritt in Aurich (Ostfriesland) bei den ostfriesischen Bergvagabunden

2014 Ausflug in die Schweiz, Fahrt mit der Furka-Dampfbahn

2014 Ernennung zu „Äppelwoi-Geschworenen“ beim Kelterfest der Rodauschiffer in Urberach (Rödermark) für Verdienste um Äppler und Mundart; Ehrung auch für Bodo Bach

2014 erster Auftritt auf der Ludwigshöhe (DA-Bessungen) zur Waldweihnacht und anschließend fast jedes Jahr

2018 Alphornmesse an der Schleifmühle im Spessart zusammen mit 14 Alphörnern

2018 als „Vorband“ beim 40-jährigen Jubiläum der Rodgau Monotones (in Offenbach) und alphornmäßige Mitwirkung bei „Schade, schade, schade!“

Leider kann das Musiker-Trio wegen der Corona-Pandemie den 20. Alphorn-Geburtstag nicht feiern. Die drei Männer werden jedoch sicherlich bald wieder ihre außergewöhnlichen Instrumente in der Öffentlichkeit ertönen lassen, und wenn das Wetter mitspielt, natürlich am 1. Mai im Odenwald bei Balkhausen.