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Biebesheimer und Stockstädter Nachrichten
Ausgabe 31/2019
Vereine und Verbände
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Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim e.V.

Urkundliche Erstnennung Lochheims im Codex Laureshamensis C

1.250 Jahre Lochheim

Der Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim und der Verein terraplana wollen gemeinsam versuchen die Lage des ehemaligen Ortes Lochheim in der heutigen Gemarkung Biebesheim durch Feldbegehungen und eventuellen weiteren daraus resultierenden Maßnahmen näher zu lokalisieren.

Kurzfassung der Geschichte Lochheims

Die älteste und erste Nennung der Wüstung Lochheim findet sich als uilla Locheim (heute im Nordteil der Gemarkung Biebesheim als Flochheim) im Codex Laureshamensis in der Urkunde 187, datierbar zwischen dem 9. Oktober 770 und dem 8. Oktober 771 (3. Regierungsjahr Karl des Großen) dokumentiert die Schenkung einer Wiese.

Spende des Bernhar über eine Wiese in Lochheim

Urkundennummer 187

Weitere Schenkungen an das Kloster Lorsch wurden in den Jahren 785, 788, 789, 790, 791, 792, 793 und 799 beurkundet.

Die Gruppe die sich gefunden hat um das 1250-jährige Jubiläum mit der Gemeinde zu feiern hat sich dazu entschlossen dies Jahr 2020 zu tun.

In den 60iger Jahren fand man bei Ausschachtungsarbeiten Merowingergräber in den „Weingärten“ Darunter auch ein Mädchengrab. Man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um den Friedhof von Lochheim gehandelt hat. Replikate der Fundstücke daraus wurden in der vor- und frühgeschichtlichen Abteilung des Heimatmuseums bis zur vorübergehenden Schließung gezeigt. Die Funde aus dem Mädchengrab werden im Landesmuseum Darmstadt, allerdings mit falscher Beschriftung, als Funde aus einem Frauengrab. gezeigt.

815, 16. Juni schenkten Hrandulf und Theodrada der Abtei Hersfeld ad santum Uuicbertum et ad sanctum Symonem unfangreiche Besitztümer in Mainz sowie im Worms- und Oberrheingau, darunter auch der Ort, der Lochheim genannt wird. Ein Gut mit allen Gebäuden und einem anliegenden Weinberg derselben Flur, die an der einen Seite vom Besitz des Adalwar, an der anderen Seite von dem des Adadolf, an der dritten Seite von dem des Willo und an der vierten Seite von der via Publica begrenzt wird, und was auch immer an diesem Ort oder auf dieser Gemarkung in ihrem Eigentum war. In der Schenkungsurkunde wird Lochheim sowohl als villa, als auch als marca bezeichnet.

Theodrada (* zwischen 783 und 794 †nach 844) war sehr wahrscheinlich eine der acht Töchter Karls des Großen und später Äbtissin von Argenteuil und Münsterschwarzach.

Randulf dürfte zum Hof Karls des Großen gehört haben und vermutlich im gleichen Alter wie Theodrada gewesen sein.

Um 1160 tritt das Kloster Lorsch seine Besitzungen in Lochheim an das Kloster Eberbach ab.

1171 wird Lochheim bereits in einem Bericht des Abts Heinrich von Lorsch über den Stand der Besitzungen des Klosters Aldanmumfer (Lorsch) nicht mehr genannt.

Um 1196 bestätigt der Wormser Bischof Leopold II. von Schönfeld dem Kloster Schönau den Besitz eines Teils des praedium Llocheim (Landguts Lochheim) und überträgt ihm einen anderen Teil

Um 1200 entsteht das Nibelungenlied und darin steht: Eh der reiche König wieder war gekommen, derweilen hatte Hagen den Schatz völlig genommen. Er senkt´ ihn all zusammen zu Loche in den Rhein, er wähnt´ ihn zu genießen; doch konnte er nimmer sein. Es wird vermutet, dass das verschwundene Lochheim bei Biebesheim der Ort sein könnte, wo einst Hagen von Tronje/Troneke den Nibelungenschatz versenkte.

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe.