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Biebesheimer und Stockstädter Nachrichten
Ausgabe 40/2019
Vereine und Verbände
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Bund der Vertriebenen - Kreisverband Groß-Gerau

Mitwirkende und Teilnehmer vor dem Ehrenmal der Heimatvertriebenen am Groß-Gerauer Friedhof.

Nach der Kranzniederlegung am Groß-Gerauer Ehrenmal.

Totengedenken am Groß-Gerauer Ehrenmal - Feierstunde im Vorfeld zum diesjährigen Tag der Heimat

"Erinnerung macht traurig, ist aber notwendig, um zu bearbeiten und wenn möglich zu verarbeiten."

Diese Worte sprach Pfarrer Michael Scherer-Faller von der evangelischen Stadtkirchengemeinde beim Totengedenken am Ehrenmal der Heimatvertriebenen am Groß-Gerauer Friedhof. Der Bund der Vertriebenen (BdV) - Kreisverband Groß-Gerau hatte im Vorfeld des diesjährigen Tages der Heimat dazu eingeladen. In seinen Worten brachte Pfarer Scherer-Fallerer das Gleichnis vom verlorenen Paradies: "Von Heimatlosigkeit und einer Vertreibung spricht auch die Bibel. Gleich am Anfang steht die Geschichte vom verlorenen Paradies.

Wie die Vertriebenen nach dem Krieg, wie die Vertriebenen heute. Wer möchte nicht in seiner Heimat leben, wenn diese ihn dort leben lässt. Ich finde den heutigen Tag der Heimat, an dem wir der Opfer von Vertreibung gedenken, einen bemerkenswerten Tag, um darüber nachzudenken, wie wir Menschen eine Heimat geben können, die ihre Heimat verloren haben. Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 kann da richtungsweisend sein:

Verzicht auf Rache und Vergeltung. Also akzeptieren, dass Heimat verloren gegangen ist, aber die Trauer darüber nicht in Hass umschlagen lassen. Schaffung eines geeinten Europas - aber nicht Abschottung gegenüber dem Rest der Welt. Und - so hieß es damals - arbeiten für den Wiederaufbau des Landes, in dem wir jetzt sind, für diese Bundesrepublik Deutschland. Die Menschen die heute zu uns kommen, sei es über das Mittelmeer, sei es auf dem Landweg, wollen doch, so erlebe ich es hier in Groß-Gerau jedenfalls, gerne mit auf- und weiterbauen."

Helmut Brandl vom BdV-Kreisverband Groß-Gerau ging bei seiner Begrüßung zuvor auch auf das Leid der Millionen Menschen in Syrien und anderen Kriegsgebieten auf dieser Erde ein, die im Bestreben nach Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde ihr Leben verloren haben und die weltweit über 70 Millionen Menschen, die durch die Folgen von Flucht und Vertreibung unsägliches Leid an Leib und Seele erleiden müssen.

Der Groß-Gerauer Bürgermeister Erhard Walther und der Stadtverordnertenvorsteher Klaus Meinke spachen Grußworte.

Die Totengedenkfeier am Ehrenmal der Heimatvertriebenen in Groß-Gerau wurde außerdem vom evangelischen Kirchenchor Dornheim, der BdV-Musik- und Gesangsgruppe und der Egerländer Gmoi z`Kelsterbach mitgestaltet. Gemeindereferentin Dorothea Tambour-Antoci von der katholischen Pfarrei St. Walburga sprach ein Gebet und Fürbitten.