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Biebesheimer und Stockstädter Nachrichten
Ausgabe 48/2020
Vereine und Verbände - Biebesheim am Rhein
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Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim e.V.

Schäfer Wilhelm Baumann III.

Wieder ein neues „altes“ Bild für das Heimatmuseum Biebesheim am Rhein.

Dieser Tage erhielt er Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim e.V. ein Bild von Klaus Linder, der seinen Wohnsitz von Biebesheim am Rhein an die Mosel verlegt hat. Dieses Bild es ist zwar bereits im Bildarchiv des Museums, aber es handelt sich um eine, auf Holz aufgezogene Fotografie von 50 x 50 cm. In dieser Größe ist dies bisher nicht in den Museumsbeständen. Es zeigt den Schäfer Wilhelm Baumann III, in den 70iger Jahren.

Die Schafzucht in Biebesheim wurde bereits vor 555 Jahren in der Schäfereirechnung des katzenelnbogischen Wirtschaftshofs in Biebesheim erwähnt. Es wird darin ein Bestand von 779 Schafen genannt und es lässt sich daraus schließen, dass mit der Schäferei in der Biebesheimer Gemarkung ein einträgliches Geschäft zu erzielen war. Der Wirtschaftshof wurde bald aufgegeben und temporal (auf Zeit) an verschieden Biebesheimer verpachtet. 1698 pachtete z.B. Wilhelm Geipert mit Konsorten das Schafgut von 40 Morgen, das dem Hofgut Lusthausen angegliedert war, auf 6 Jahre.

Am 7. Mai 1711 verleiht der Landgraf Ernst Ludwg zu Hessen in einem Erbleihbrief seine Schafweide mit dazugehörigem Schäferhaus etc,, worunter aber das sog. Schäfereigut nicht mit verstanden wird, an die Gemeinde Biebesheim. 1768 wird dieser Erbleihbrief wieder bestätigt. Die Gemeinde ihrerseits verleiht diese wieder temporal (auf Zeit).

1794 wurden in Biebesheim 400 Schafe gehalten

1885 gab es häufig Weidestreitigkeiten mit den Schäfern, die die Biebesheimer Weiden für die Wintermonate pachteten. So meldete der Dammwärter Malzan, ein Jacob Sieder Schafbesitzer aus Albertshausen, Oberamt Göppingen im Königreich Württemberg, dessen Schafknecht Johann Förchner aus Edingen habe mit 60 Schafen von der Wörthfahrt abwärts die Landdammböschung beweidet und die Grasnarbe beschädigt.

1909 kam der abgebildete Schäfer Wilhelm Baumann III. erstmals zur Winterweide nach Biebesheim. Er wurde 1895 als Sohn eines Schäfers in Brettheim/Württemberg geboren und kam am 17.08.1973 bei seiner Herde durch in Brand geratenes Stroh um.

Er hatte 1917 eine Biebesheimerin geheiratet und betrieb dann seit 1926 die Schafzucht in Biebesheim weiter.

Heute wird die Schafherde, die charakteristisch für Biebesheim ist, im Nebenewerb von seinem Enkel Willi Baumann und dessen Ehefrau gehalten.