Titel Logo
Biebesheimer und Stockstädter Nachrichten
Ausgabe 6/2021
Gemeinde Biebesheim am Rhein
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Bericht Bürgerversammlung

(Haltestelle Gernsheimer Straße - Höhe Sudetenstraße - Planung barrierefreier Ausbau)

(Bisherige Haltestelle für Schülerverkehr in der Gernsheimer Straße vor dem Umbau)

(Sanierung der Kanal-Grundstücksanschlussleitungen)

(Haltestelle Gernsheimer Straße - Höhe Sudetenstraße vor dem Umbau)

(Haltestelle Gernsheimer Straße - Höhe Sudetenstraße nach dem Umbau)

(Neue Haltestelle Gernsheimer Straße - Westseite)

(Neue Haltestelle Gernsheimer Straße - Ostseite)

(Barrierefreie Übergänge und Blindenleitsysteme im Beispiel der Einfahrt Wilhelm-Leuschner-Straße)

(Planung der neuen Haltestellen in der Gernsheimer Straße (kurz hinter dem Kreuzungsbereich Wilhelm-Leuschner-Straße / Nibelungenstraße)

Investitionen - Umbau Ortsdurchfahrtsstraßen 2. Teil

Der zweite Bericht über den Umbau unserer Ortsdurchfahrtsstraßen befasst sich mit einem Blick auf die Maßnahmen, die neben der grundhaften Erneuerung von Straßen und Gehwegen umgesetzt wurden.

Dazu gehören der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen, die Schaffung von barrierefreien Übergängen an Ampeln, Zebrastreifen und Einmündungen von Seitenstraßen sowie die Sanierung von schadhaften Abwasser-Grundstücksanschlüssen.

Blicken wir zunächst auf die Veränderungen im Bereich der Bushaltestellen. Um die Teilhabe mobilitätseingeschränkter Bürgerinnen und Bürger am öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, haben wir das Ziel verfolgt, die Haltestellen im Bereich der Ortsdurchfahrt barrierefrei auszubauen, so dass künftig ein erleichterter Einstieg in die Busse ermöglicht wird. Hierfür ist es wichtig, dass die Busse den erhöhten Bord parallel anfahren können.

Bei den Bushaltestellen der Gernsheimer Straße (Höhe Sudetenstraße) sind daher die bisherigen Haltebuchten entfallen. Hierdurch konnte auch mehr Fläche für wartende Fahrgäste zur Verfügung gestellt werden, insbesondere für den Schülerverkehr.

Aus der Planung der neuen Haltestelle ist ersichtlich, dass die Busse nunmehr auf der Fahrbahn halten, so dass nachfolgende Fahrzeuge hinter dem Bus warten müssen. Da auf den Radschutzstreifen ein Halten von Fahrzeugen untersagt ist, sind diese im Bereich der Haltestellen zu unterbrechen.

Die bisherige Ampelanlage wurde beibehalten und im Rahmen der Umbauarbeiten erneuert. Im Übergangsbereich wurde der Gehweg abgesenkt und im Bereich der Mittelinsel eine zusätzliche Wartemöglichkeit berücksichtigt. Zudem wurden blindengerechte Leitsysteme eingebaut. Auf dem Planungsbild sieht man darüber hinaus die barrierefreie Querung in der Sudetenstraße.

Die Haltestelle wurde zudem mit einer neuen Möblierung ausgestattet.

Aufgrund der Entfernungen von einzelnen Wohnbereichen zu den Haltestellen haben wir uns dazu entschlossen, die bisherige einseitige Schülerhaltestelle im Anfangsbereich der Gernsheimer Straße in eine zusätzliche beidseitige Haltestelle auszubauen. Hierdurch wurde das ÖPNV-Angebot in unserer Gemeinde weiter ergänzt.

Bei dem Ausbau mussten vorhandene Grundstückszufahrten berücksichtigt werden, so dass die Haltestellen leicht versetzt angeordnet wurden.

Auf der westlichen Seite wurde der erhöhte Bord aufgrund der Grundstückszufahrt verkürzt ausgeführt, so dass der barrierefreie Zugang im Bereich der ersten beiden Türen ermöglicht werden konnte.

Im Bereich der Haltestellen waren auch hier die Radschutzstreifen zu unterbrechen.

Im weiteren Verlauf der Bauarbeiten werden die Haltestellen „Museum“ und „Volksbank“ ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Gleiches gilt für die Haltestellen in der Stockstädter Straße. Die dortige Haltestelle auf der westlichen Seite wird im Zuge der Arbeiten in Richtung des Lärmschutzwalls verlagert.

Das Gesamtkostenvolumen für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen wurde mit rund 380.000,- Euro kalkuliert. Etwa 210.000,- Euro werden hierbei aus Fördergeldern des Landes Hessen finanziert.

Den Rest trägt die Gemeinde. Zur Gesamtkostenermittlung bleibt der Ausbau der weiteren Haltestellen abzuwarten.

Nach Abschluss der Arbeiten wird nur noch die Haltestelle in der Waldstraße (Bahnhof Ostseite) barrierefrei auszubauen sein. Diese Arbeiten beabsichtigen wir im Zuge der Sanierung der Waldstraße umzusetzen, so dass zeitnah alle Haltestellen des ÖPNV barrierefreie Zugänge haben.

Ich hatte Eingangs bereits darauf hingewiesen, dass bei unseren Projekten die Teilhabe von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einen hohen Stellenwert hat. Dies zeigt sich mit dem Ausbau der Haltestellen und des Bahnhofes, mit dem künftigen barrierefreien Zugang in das Museumsgebäude und schließlich auch mit der Schaffung von barrierefreien Übergängen im Zuge der Sanierung unserer Ortsdurchfahrt.

Bei den barrierefreien Querungsstellen müssen die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Personen wie Rollstuhlfahrern oder Rollator-Nutzern aber auch die von seh-beeinträchtigen und blinden Personen berücksichtigt werden. Mobilitätseingeschränkten Personen hilft es, wenn Sie Straßen ohne hohe Kanten queren können, daher ist für diese Gruppe ein Bereich des Bordes abgesenkt. Ein Sperrfeld davor signalisiert den seh-beeinträchtigten oder auch blinden Personen, dass dies nicht der für sie vorgesehene sichere Übergang ist. Seh-beeinträchtigte und blinde Personen mit Langstock hilft es, eine deutliche Kante zwischen Gehweg und Straße ertasten zu können. Daher wird deren Übergang mit einem 6 cm hohen Bord ausgestattet. Für Personen, die noch ein Restsehvermögen besitzen, sind bei diesen Übergängen Kontraststreifen um Richtungsfeld und Auffindestreifen angelegt, um sie deutlicher von dem umgebenden Pflaster abzuheben.

Nach jeder Straßensanierung wird natürlich irgendwann einmal der Moment eintreten, in dem notwendige Arbeiten wieder zu einem Eingriff in die Straßendecke führen. Dies kann zum Beispiel durch Schäden an den diversen Hausanschlüssen der Fall sein. Um derartige Eingriffe möglichst zu minimieren, wurden im Vorfeld der Arbeiten die jeweiligen Versorger beteiligt und darüber hinaus erfolgte eine Kamerabefahrung der Kanal-Grundstücksanschlüsse.

Bei zahlreichen Kanal-Grundstücksanschlüssen haben sich Mängel gezeigt, die im Zuge der Arbeiten behoben wurde. Hierdurch soll insbesondere der Eintrag von Abwasser in das Erdreich bzw. in das Grundwasser minimiert werden.

Aufgrund der bisherigen Regelungen unserer Entwässerungssatzung hätten in diesen Fällen die Grundstückseigentümer die Kosten für die Sanierung der Anschlussleitung tragen müssen.

Unsere Gemeindevertretung hat eine Entscheidung dahingehend getroffen, dass Grundstückseigentümer künftig nur noch die Kosten für die Herstellung eines neuen oder erweiterten Grundstücksanschluss tragen müssen, nicht jedoch die Kosten für eine Sanierung von schadhaften Anschlussleitungen. Diese sind künftig aus den Einnahmen des Abwassergebührenhaushaltes zu finanzieren. Neben der Aufhebung der Straßenbeitragssatzung konnte auch mit dieser Entscheidung eine größere unmittelbare Belastung von Grundstückseigentümern vermieden werden.

Der Schwerpunkt der bisherigen Sanierungen lag im Bereich der Zufahrten bzw. der Fahrbahn und Gehwege. Im Zuge der Erneuerung von Grünanlagen in der Gernsheimer Straße werden auch dort noch einzelne Anschlussleitungen saniert.

Soweit der Bericht über die bisherigen Maßnahmen im Bereich der Ortsdurchfahrt. Aktuell laufen noch die Ausführungsplanungen für die weiteren Bauabschnitte und eine Ausschreibung der Arbeiten soll in den nächsten Wochen beginnen. Leider hat die externe Planung einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen, als zunächst vorgesehen.

Die weiteren Arbeiten werden dann ab der Beinstraße beginnen. Neben der grundhaften Sanierung von Fahrbahn und Gehwegen werden die gleichen Zusatzmaßnahmen durchgeführt, wie auch in den bisherigen Abschnitten. Darüber hinaus erfolgt im Einmündungsbereich der Bahnhofsstraße der Neubau eines Kanalanschlussbauwerkes sowie größerer Kanalleitungen.

Wie bisher werden die betroffenen Anlieger vor Beginn der Arbeiten zu einer Anliegerversammlung eingeladen, in deren Rahmen die Arbeiten und damit verbundene Einschränkungen ausführlich erläutert werden. Wir hoffen natürlich, dass die Arbeiten auch in den weiteren Abschnitten gut voranschreiten.

Falls Sie Fragen zu dem Bericht haben, dann können Sie sich gerne per Mail an mich wenden:

t.schell@biebesheim.de.

Biebesheim am Rhein, 06.02.2021
Thomas Schell, Bürgermeister