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Winnweiler Rundschau
Ausgabe 15/2026
Nichtamtlicher Teil
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Feuerwehr Verbandsgemeinde Winnweiler - Großübung des Brand- und Katastrophenschutzes am 21.03.

Am Samstag, den 21.03.2026 fand in Börrstadt auf der Strecke der Zellertalbahn eine groß angelegte Übung des Brand- und Katastrophenschutzes statt. Um 09:21 Uhr erging die Übungsalarmierung zu einem Stichwort der Alarmstufe 3 „PKW von Zug erfasst“ mit der Zusatzinformation, dass sich 50 Betroffene im Zug befinden sollten, womit bereits initial von einem Massenanfall von Verletzten (MANV) ausgegangen werden musste. Daraufhin rückten zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Winnweiler sowie der Rüstwagen der Feuerwehr Kirchheimbolanden zur Übungsstelle aus. Außerdem wurden auch die nach der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) vorgesehenen Rettungsmittel, Schnelleinsatzgruppen (SEG) zur Versorgung und Betreuung von Patienten sowie Führungskräfte des Rettungsdienstes und der Brand- und Katastrophenschutzinspektor (BKI) des Donnersbergkreises alarmiert.

Die Sperrung der Bahnstrecke wurde den Einsatzkräften noch auf der Anfahrt bestätigt, sodass ein unmittelbares Vorgehen zum Unfallort möglich war. Vor Ort fanden die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Börrstadt einen Personenbeförderungszug mit zwei Waggons vor, welcher mit einem Kleinwagen kollidiert war. Am PKW war kurz darauf eine Rauchentwicklung zu erkennen, welche sich zu einem Entstehungsbrand entwickelte. Da das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt noch mit insgesamt drei Personen besetzt war, entschied sich der zwischenzeitlich eingetroffene Einsatzleiter der Feuerwehr Winnweiler für eine Sofortrettung der Insassen und die anschließende Brandbekämpfung. Nach einer weiteren Lageerkundung und der ersten Sichtung des ersteintreffenden Notfallsanitäters wurde die Alarmstufe auf 4 erhöht, da schätzungsweise 30 Patienten mit teils schweren oder sogar lebensbedrohlichen Verletzungen aus dem Zug gerettet, zum Patientenablageplatz gebracht und versorgt werden mussten. Eine besondere Schwierigkeit stellte dabei das Gelände dar, da die Bahnstrecke auf beiden Seiten von einem Hang begrenzt ist, den es zu überwinden galt. Mit der Alarmstufenerhöhung ging folglich die Nachalarmierung zahlreicher Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst aus dem Donnersbergkreis einher. Insbesondere waren hier aufgrund der geographischen Lage auch die Einheiten der Feuerwehr VG Göllheim vertreten.

 

 

Im weiteren Verlauf wurde die Einsatzstelle in insgesamt vier Abschnitte gegliedert, um eine strukturierte Abarbeitung des Szenarios zu erreichen. Der Einsatzabschnitt (EA) 1 war die „Technische Rettung Zug“, der EA 2 beschäftigte sich mit der „Logistik Gleis“ und der EA 3 beinhaltete die „Logistik Straße“. Der vierte Abschnitt war der „EA Gesundheit“, welchem alle medizinischen Einsatzkräfte zugeordnet waren. Zügig wurde oberhalb der Einsatzstelle ein Patientenablageplatz eingerichtet, zu dem die verletzten Personen nach und nach transportiert wurden. Innerhalb des Zuges fand eine Sichtung statt, um die Patienten nach dem Schweregrad ihrer Verletzung zu kategorisieren und so eine Priorisierung vorzunehmen, um lebensbedrohlich verletzte Personen zuerst retten zu können. Die Kräfte der Feuerwehr richteten mit Steckleiterteilen drei Aufzüge ein, über welche die Patienten auf einer Trage nach oben gezogen werden konnten. Durch die strukturierte und zügige Zusammenarbeit aller Beteiligten waren circa 90 Minuten nach Eintreffen der ersten Kräfte alle betroffenen Personen medizinisch gesichtet, aus dem Zug befreit und auf dem Ablageplatz erstversorgt sowie teilweise bereits abtransportiert. Da sich auch einige unverletzte Personen im Zug befanden, wurde zwischenzeitlich die Öffnung der naheliegenden Dorfgemeinschaftshalle Börrstadt als Betreuungsstelle veranlasst.

 

 

Für die Dauer der Übung war die L 401 zwischen Langmeil und dem Hahnweilerhof, ähnlich wie bei einem Realeinsatz in diesem Bereich, voll gesperrt, da diese als Bereitstellungsraum für Einsatzfahrzeuge sowie auch als An- und Abfahrtsweg für Rettungsfahrzeuge oder Landeplatz für Rettungshubschrauber dient. Neben den bereits erwähnten Einheiten wurde im Verlauf außerdem die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung (SEG-V) alarmiert, die auch bei realen Einsätzen dieser Größenordnung angefordert wird, um die Einsatzkräfte mit Getränken und Snacks sowie ggf. auch einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Auch hier wurde die Übung genutzt, um Handgriffe und Abläufe zu trainieren, indem an der Feuerwehr Winnweiler eine Versorgungsstation aufgebaut wurde, an der alle beteiligten Personen im Anschluss an die Übung mit Essen und Getränken verpflegt wurden. Neben den Einheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst haben auch die Integrierte Leitstelle (ILS) Kaiserslautern sowie das Westpfalz-Klinikum das Übungsszenario genutzt und im Hintergrund damit einhergehende interne Abläufe beübt. Die Übung wurde von mehreren Übungsbeobachtern begleitet, unter anderem war auch ein Vertreter des Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) vor Ort.

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Einsatzkräften, Übungsbeobachter*innen und Verletztendarsteller*innen sowie bei den verantwortlichen Organisatoren für den jeweiligen Beitrag, welcher zum schlussendlichen Übungserfolg geführt hat. Da Einsätze dieser Größenordnung vergleichsweise selten auftreten, stellen solche Übungen eine umso wichtigere Vorbereitung für die beteiligten Einsatzkräfte dar, um im Ernstfall auf entsprechende Abläufe zurückgreifen zu können.