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Winnweiler Rundschau
Ausgabe 16/2020
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Dorferneuerung 2020:

Höringen wird Schwerpunktgemeinde

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms wurden für das Jahr 2020 28 Gemeinden in Rheinland-Pfalz als weitere Schwerpunktgemeinden anerkannt. Im Donnersbergkreis wurden zwei ausgewählt: Bennhausen in der VG Kirchheimbolanden sowie Höringen in der Verbandsgemeinde Winnweiler.

Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde erfolgt für die Dauer von acht Jahren und ermöglicht es den Gemeinden, auf Unterstützungsleistungen zurückzugreifen: Privaten und öffentlichen Bauherrn steht eine qualifizierte Bauberatung zur Verfügung. Eine Dorfmoderation setzt einen umfassenden Beteiligungsprozess in Gang, durch den ein zukunftsbeständiges Leitbild entwickelt werden kann. Die Ergebnisse dieser breit angelegten Informations-, Bildungs- und Beratungsarbeit sind elementare Bestandteile, um Entwicklungskonzepte zu erarbeiten.

Mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde verpflichtet sich eine Gemeinde selbst, sich der Dorferneuerung im besonderen Maße anzunehmen. Schwerpunkte der Dorferneuerung sind gezielte Maßnahmen, die die Ortskerne stärken und wiederbeleben. Dazu zählen insbesondere Vorhaben, die die Grundversorgung und die soziale Daseinsvorsorge im Dorf sichern. Im Förderjahr 2020 sind in einem neuen Sonderkontingent Fördermittel für klimafreundliche Maßnahmen eingestellt mit denen gezielt Projekte realisiert werden sollen, die beispielsweise die ökologische Vielfalt im Dorf erhalten, Grün- und Freiflächen gestalten und somit Dorfökologie und Klimaschutz thematisieren.

In der Begründung des Ministerium des Innern und Sport Rheinland-Pfalz vom 24.03.2020 zur Ernennung von Höringen als Schwerpunktgemeinde heißt es folgendermaßen:

Die Ortsgemeinde Höringen hat 628 Einwohner und ist seit 1993 anerkannte Dorferneuerungsgemeinde. Derzeit gibt es noch 16 Betriebe von produzierendem Gewerbe bis hin zu Dienstleistungsbereichen. Seit 1994 wird ein über die Dorferneuerung seinerzeit geförderter Bürgerladen betrieben, der die Grundversorgung im Ort deckt. Die Gemeinde ist wie viele andere Gemeinden in Rheinland-Pfalz vom demografischen Wandel betroffen.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist auch im Gebäudezustand der Ortsgemeinde ablesbar. Die Bevölkerung ist leicht rückläufig. Vor diesem Hintergrund hat die Ortsgemeinde in 2017 mit einer Dorfmoderation begonnen. Unter Einbindung aller Gruppen und Generationen wurden vielseitige Ideen und Vorschläge für die künftige Ortsentwicklung entwickelt. Diese sollen in dem fortzuschreibenden Dorferneuerungskonzept fixiert und weiterentwickelt werden. Mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde und der damit verbundenen Verstetigung der Förderung erhält die Ortsgemeinde die Chance, diese umzusetzen. Mit dem geplanten Umbau des leerstehenden Raiffeisengebäudes zu einem zentralen Treffpunkt für Jung und Alt beabsichtigt die Gemeinde ein attraktives Angebot zur Stärkung der Dorfgemeinschaft und zur Aufwertung des Ortskerns zu schaffen. Mit dem Angebot einer qualifizierten baulichen Beratung privater Bauherren und einer möglichen Förderung können die vielen in der Ortsgemeinde bestehenden ortsbildprägenden Gebäude aufgewertet werden und tragen somit zu einer Verbesserung des Ortsbildes bei.

Die Freude über die Ernennung als Schwerpunkt Gemeinde in Höringen ist groß, „stellt diese doch eine Chance für eine zukunftsfähige und nachhaltige Weiterentwicklung unserer Gemeinde dar, die es gemeinsam zu nutzen gelte“, so die Aussage der Ortsbürgerbürgermeisterin Brigitte Enders.

Einen Dank möchte die Bürgermeisterin Brigitte Enders an alle Diejenigen richten, die bei der Antragsstellung unterstützend mitgewirkt haben.

Aufgrund der Corona-Krise musste der offizielle Akt der Urkundenverleihung in Mainz abgesagt werden. Sobald das Versammlungsverbot aufgehoben wird, ist in Höringen eine Bürgerversammlung geplant, bei der die Bürgerinnen und Bürger des Ortes über die neuen Fördermöglichkeiten, die aus der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde entstehen, informiert werden.

Fotos: Ortsbürgermeisterin Brigitte Enders und Bürgermeister Rudolf Jacob präsentieren die Anerkennungsurkunde