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Winnweiler Rundschau
Ausgabe 22/2020
Amtlicher Teil
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Nachbetrachtung Bürgerversammlung Februar 2020

Landrat Rainer Guth überbrachte Grußworte zu Beginn.

Workshop-Ergebnis für das Ökologische Handlungsfeld

„Sippersfeld auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft“

Nachbetrachtung zur ersten Bürgerversammlung mit Workshop zu dem Schwerpunkt „Bestandsaufnahme – Sippersfeld als SDG-Modellkommune“

Zu Beginn des neuen Jahres wurde in Sippersfeld vom lokalen Kernteam des Modellprojekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ mit Nachdruck an einer ersten Bürgerversammlung zu dem Projekt gearbeitet. Diese fand schließlich am 4. Februar 2020 in der Dorfgemeinschaftshalle statt. Sogar MdL Jacqueline Rauschkolb schaute kurz vorbei. Ortsbürgermeisterin Martina Lummel-Deutschle begrüßte die Anwesenden und gab zuerst einen Rückblick auf das politische Leben im Jahr 2019, um danach die Vorhaben für das Jahr 2020 zu skizzieren.

Im Mittelpunkt des Abends stand aber das SDG-Modellprojekt. Sippersfeld wurde im November 2019 zur Modellkommune für das Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ ernannt. Erstes Ziel dieser Bürgerversammlung war es deshalb, allen Interessierten die Inhalte und den Ablauf des Projektes genau vorzustellen. Dies erfolgte unter Mitwirkung von Landrat Rainer Guth, der Grußworte zum Veranstaltungsbeginn mitgebracht hatte, sowie durch zwei Vertreter des Biosphärenreservats und durch den Sippersfelder Projektkoordinator Dr. Markus Setzepfand.

Harry Schmeiser stellte das Biosphärenreservat Pfälzerwald vor. Danach gab Corinna Säger, die SDG-Projektleiterin beim Biosphärenreservat, eine allgemeine Einführung in das SDG-Projekt. Dr. Markus Setzepfand erläuterte dann den theoretischen Rahmen des Projektes - die Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die „SDGs“ (Sustainable Development Goals) und spannte den Bogen zu Sippersfeld. Die zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger hatten nun eine fundierte Grundlage für den anschließenden Workshop.

Im Rahmen der Bewerbung zum Projekt im Herbst 2019 und als Vorbereitung zu der Bürgerversammlung hatte das SDG-Kernteam - bestehend aus Martina Lummel-Deutschle, Jürgen Heiler, Sascha Schläfer, Rouven Reymann, Arno Täffner-Grabowsky (stellv.Projektkoordinator) und Dr. Markus Setzepfand (Projektkoordinator) - intensive inhaltliche Vorarbeiten zur Bestandsaufnahme geleistet. Der Projektaufbau verdeutlichte, dass es ohne eine Bestandsaufnahme am Anfang keine Nachhaltigkeitsstrategie für Sippersfeld am Ende geben kann. Nun waren allerdings die Veranstaltungsbesucher gefragt, diese Bestandsaufnahme in Form eines Workshops mit ihren Ideen, Meinungen und Denkanstößen abzuschließen.

So ging es an dem Abend konkret um die Frage, welche nachhaltigen Themen und Handlungsfelder bereits in Sippersfeld bearbeitet werden und in welchen nachhaltigen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht.

Dazu wurden vier Stellwände aufgebaut, die jeweils für ein Handlungsfeld (das ökologische, soziale, ökonomische und globale) standen, und die jeweils durch einen Vertreter des Kernteams betreut wurde. Diesen vier Handlungsfeldern wurden die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zugeordnet. Nun waren die Anwesenden an der Reihe, die Stellwände inhaltlich mit Leben und praktisch mit Wortkarten zu füllen. Die Veranstaltung traf auf eine sehr gute Resonanz und eine sehr rege Beteiligung. Nach über 40-minütiger Workshop-Phase zogen die Organisatoren - also das SDG-Kernteam - ein positives Fazit bezüglich der Ergebnisse an den Stellwänden und der ersten Bürgerversammlung zum Thema SDG-Modellkommune insgesamt.

Wie ging es weiter?

Die Ideen und Meinungen der Bürgerschaft wurden gänzlich in die Bestandsaufnahme aufgenommen und dabei den entsprechenden Nachhaltigkeitszielen zugeordnet. Diese dann recht umfangreiche Liste erhielt das Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS). Anfang März – noch vor dem Corona-Lockdown- gab es mit IfLS ein Gespräch zur gemeinsam erstellten Bestandsanalyse. Weitere Arbeitsschritte und Treffen waren vorgesehen. Doch dann kam die Corona-Pandemie und hat auch das SDG-Projekt entschleunigt.

Über virtuelle Arbeitstreffen gibt es einen ständigen Austausch zwischen den Koordinatoren aller beteiligten Kommunen, den verantwortlichen Projektpartnern vom Biosphärenreservat, IfLS, der Hauptförderin "Servicestelle Kommunen in der einen Welt" (SKEW) sowie den drei an der Finanzierung des Projektes beteiligten Landesministerien (Innen-, Wirtschafts- und Umweltministerium). Das Kernteam ist optimistisch, dass noch in diesem Monat an eine Fortsetzung der inhaltlichen Arbeit an dem SDG-Projekt gedacht werden kann. In den nächsten Tagen wird der Fachbericht von IfLS bezüglich der Sippersfelder Bestandsaufnahme erwartet. Dieser wird dann die Grundlage der weiteren Projektschritte sein. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern werden die lokalen Projektverantwortlichen - trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie - weiterhin mit Nachdruck an dem Weg für Sippersfeld in eine nachhaltige Zukunft arbeiten. Der nächste Projekt-Termin, bei dem wieder die Bevölkerung einbezogen wird, ist die Zukunftswerkstatt (voraussichtlich im Herbst 2020).

Dr. Markus Setzepfand