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Winnweiler Rundschau
Ausgabe 3/2021
Nichtamtlicher Teil
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Jahresbericht Feuerwehr VG Winnweiler 2020

PKW-Brand auf der A 63

Drehleitereinsatz beim Industriebrand Otterberg

Nachlöscharbeiten bei einem Flächenbrand

Explosion bei der Firma Bischoff

Einsatz eines Polizeihubschraubers mit Löschbehälter bei einem Waldbrand

Bekämpfung eines Flächenbrandes

Vegetationsbrände, Unwetter, Ersthelfereinsätze, Covid-19

Das Jahr 2020 war für die Einheiten der Feuerwehr VG Winnweiler mit 251 Einsätzen das dritte Rekordjahr in Folge. Gleichwohl während der Lockdowns das Einsatzgeschehen deutlich spürbar zurückging, war gerade in den Sommermonaten ein sehr hohes Einsatzaufkommen zu verzeichnen. Mitunter bedeutete dies, dass die meist ehrenamtlichen Einsatzkräfte drei oder mehr Einsätze an einem Tag zu bewältigen hatten.

Der Schwerpunkt des Einsatzgeschehens lag dabei auf Vegetationsbränden (31), Verkehrsunfällen (25) und Ersthelfereinsätzen (20).

Unwetterbedingten Einsätze waren ebenfalls, jedoch meist auf wenige Tage zentriert, zu verzeichnen (18).

Grundsätzlich setzte sich auch die Entwicklung fort, dass Einheiten der VG Winnweiler in größerem Maße zu überörtlichen Einsätzen gerufen wurden.

So unterstützte die Feuerwehr Winnweiler im März über drei Tage bei einem Industriebrand in Otterberg im Schichtbetrieb bei den Löscharbeiten. Auch wurde im August ein gemischter Einsatzverband der VG Winnweiler in die VG Kirchheimbolanden entsendet, wo aufgrund von massivem Starkregen eine Vielzahl an Einsatzstellen zu bewältigen waren. Zahlreiche Einsätze wurden auch auf der A 63 zusammen mit den umliegenden Wehren bestritten. Im Dezember halfen Angehörige der Feuerwehr Winnweiler mit der Drehleiter und weiteren Einsatzfahrzeugen, der Feuerwehr VG Nordpfälzer-Land in Gundersweiler dabei, ein Übergreifen eines Dachstuhlbrandes auf ein direkt angrenzendes Wohnhaus zu verhindern.

Im Gegenzug wurden jedoch externe Einheiten auch in der VG Winnweiler bereits in der Erstalarmierung eingesetzt. So waren beispielsweise zahlreiche überörtliche Einheiten bei der Explosion eines Tanks bei der Brauerei Bischoff mitalarmiert. Ebenso konnte u.a. im August durch das direkte Hinzuziehen von Kräften der VG Enkenbach-Alsenborn ein Übergriff eines Nebengebäudebrands auf ein Wohnhaus in Alsenbrück-Langmeil erfolgreich, durch massiven Kräfteeinsatz in der Erstphase verhindert werden.

Seit Anfang des Jahres unterstützt die Feuerwehr Winnweiler auch bei Ersthelfereinsätzen (First Responder).

Diese werden grundsätzlich weiterhin im gesamten VG-Gebiet von den DRK Ortsverbänden Winnweiler und Münchweiler geleistet, jedoch ist während der Arbeitszeit nicht immer eine hinreichende Einsatzsicherheit gegeben. Da jedoch während der normalen Dienstzeit mittlerweile drei ausgebildete Rettungssanitäter auf der Feuerwache sind, rücken diese im Bedarfsfall aus. Hauptsächlich erfolgt dies in Fällen, in denen der Rettungswagen Winnweiler bereits bei anderen Einsätzen gebunden ist. Die First Responder leisten dann qualifizierte Erste Hilfe. Darüber hinaus wurde jedoch auch häufig die Besatzung des Rettungshubschraubers zum Patienten gefahren, wenn der Hubschrauber nicht in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes landen konnte oder allgemein bei schweren Fällen Unterstützungsarbeit für den Rettungsdienst geleistet.

Die Feuerwehr rückte im letzten Jahr zu 20 solcher Einsätze aus, der DRK Ortsverband Winnweiler bestritt insgesamt 66, der Ortsverband Münchweiler 47 Einsätze. Somit ist ein deutlicher Anstieg der Ersthelfereinsätze gegenüber den Vorjahren zu verzeichnen. Im Jahr 2018 wurden beispielsweise lediglich 14 solcher Einsätze vom Ortsverband Winnweiler absolviert.

Von den Einsatzzahlen am herausragendsten waren die Vegetationsbrände. Bereits im April waren im eigenen und angrenzenden Einsatzgebieten Waldbrände zu bekämpfen. Ebenso kam es in den Sommermonaten zu einer Vielzahl von Flächenbränden. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang, dass sehr häufig fahrlässiger Umgang mit Feuer oder vorsätzliche Missachtung von Vorgaben zu den Bränden führten (unbeaufsichtigte Lagerfeuer, illegale Müllverbrennung, weggeworfene Zigaretten, …). Ein schnelles Eingreifen konnte jedoch in allen Fällen eine Ausbreitung verhindern.

Hinsichtlich Ausrüstung und Ausbildung hat die Feuerwehr VG Winnweiler in der Gestalt auf diese neuen Herausforderungen reagiert, dass neben einer leichten, universell einsetzbaren Schutzausrüstung für alle Kräfte der Verbandsgemeinde, weitere spezielle Ausrüstung für die Vegetationsbrandbekämpfung beschafft wurde. Neben flexiblen Löschmittelbehältern wurden auch Waldbrandhacken und Löschrucksäcke flächendeckend, oft mit Unterstützung der Fördervereine, beschafft.

Darüber hinaus fanden auch mehrere Realbrandausbildungen in diesem Tätigkeitsfeld statt.

Mit zunehmender Häufigkeit wird die vom Donnersbergkreis beschaffte und bei der Feuerwehr Winnweiler stationierte Drohne zu Einsätzen im gesamten Umkreis alarmiert. Gleiches gilt für den Abrollbehälter Wasserversorgung, welcher mit einem Wechselladerfahrzeug transportiert wird.

Einen traurigen Höchststand hatten im Jahr 2020 auch die Anzahl der Toten. Sechs Menschen konnten die Einsatzkräfte leider nicht mehr helfen. Neben Verkehrsunfällen und weiteren Ereignissen, war auch eine Person bei einem Gebäudebrand ums Leben gekommen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle, zu denen die Feuerwehr ausrücken musste, bleibt unvermindert hoch. Neben der BAB 63, schlagen hier die B 48 und L 401 zu Buche. Jedoch auch weitere, sonst nicht so stark frequentierte Straßen, waren im vergangenen Jahr häufig Schauplätze von Unfällen, welche neben der Unterstützung des Rettungsdienstes und Sicherungsmaßnahmen mitunter auch umfassende technische Rettungsarbeiten erforderten.

Wie alle Bereiche des öffentlichen Lebens, stellte die Covid-19-Pandemie auch die Feuerwehr vor große Herausforderungen.

Neben logistischer Unterstützung für den Katastrophenschutz, war vor allem die sichere Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes eine wichtige Aufgabe.

Hierzu wurden Hygienekonzepte aufgestellt und umgesetzt, welche auch im beschränkten Umfang die Forstsetzung unabdingbarer Ausbildungen ermöglichten.

Darüber hinaus wurde ein Höchstmaß an Sicherheit bei Einsätzen generiert. Eine fortlaufende Analyse und Beurteilung der Gefährdungslage, bildete die Grundlage für die Maßnahmen. Dadurch gelang es die Einsatzbereitschaft der Feuerwehreinheiten, uneingeschränkt sicherzustellten.

Ein weiterhin gutes Bild zeigt sich auch bei der Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist. In etwa 95 % der Fälle konnte wirksame Hilfe spätestens nach den geforderten acht Minuten geleistet werden, meist sogar deutlich früher. Dieser Erfüllungsgrad ist als sehr gut zu betrachten.

Unvermindert hoch bleibt auch der Zustrom neuer Interessenten für die Feuerwehr und Jugend- sowie Kinderfeuerwehr. So waren im vergangenen Jahr eine Vielzahl von Neuzugängen zu verzeichnen, mit denen die Gesamtzahl der Feuerwehrangehörigen mit 264, trotz hauptsächlich alters- und berufsbedingter Abgänge, stabil blieb. In den Jugendfeuerwehreinheiten beträgt die Mitgliederzahl 55, bei den Kinderfeuerwehren 38.