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Winnweiler Rundschau
Ausgabe 6/2021
Nichtamtlicher Teil
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Forstrevier Sippersfeld informiert

Fliesen/Bauschutt, Binsenwiese, August 2020

Illegal entsorgte Asbestplatten, Forsthübel, Juli 2020

Elektroschrott, Neuwoogswand, November 2020

Abgeladener Müll an der Dippelanlage

Illegale Müllentsorgung, kein Kavaliersdelikt. Warum in den Wald?

Wohin mit dem Renovierungsmüll in Corona-Zeiten? Manch einer überlegt, seinen ausgedienten Hausrat einfach im Wald zwischen den Bäumen abzuladen, das falle doch sicherlich nicht auf? Oder schnell am Wanderparkplatz ins Gebüsch werfen?

Auf diese Ideen der illegalen Müllentsorgung kommen offensichtlich immer mehr Personen. „Vor allem Sperrmüll und Bauschutt wird aktuell verstärkt im Wald abgeladen“, berichten die Revierförster. Und immer wieder finden sich -um hohe Entsorgungsgebühren zu sparen- abgelegte Asbestplatten in den Revieren, was ihnen zusätzlich Kopfzerbrechen bereitet.

Für die ordnungsgemäße Entsorgung des Mülls ist dann das Forstrevier oder, falls außerhalb des Waldes gelegen, die Kreisverwaltung zuständig. Handelt es sich um gefährlichen Müll, ist es keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern wird als Straftat von der Polizei geahndet. Ärgerlich für Kommune und Kreis ist die Tatsache, dass sie häufig auf den Entsorgungskosten sitzen bleiben, da die Verursacher der illegalen Müllentsorgung selten gefunden werden.

Auch das Ökosystem Wald leidet unter den illegalen Müllentsorgungen, z. B. durch verunreinigte Bodeneinträge. Die Tier- und Pflanzenwelt im Wald kann nachhaltig geschädigt werden, ihr natürlicher Lebensraum wird gestört und Tiere können sich an Draht oder Scherben stark verletzen.

Alleine im Bereich des Forstrevieres Sippersfeld gab es im letzten Jahr vier größere Delikte:

In der Hub, Staatsforst bei Winnweiler, wurde Bauschutt abgeladen. Im Gemeindewald Sippersfeld wurden in der Binsenwiese Fliesen, an der Dippelanlage Schrott und am Retzberg Elektroschrott entsorgt. Hierfür fielen im letzten Jahr Entsorgungskosten in einem vierstelligen Eurobereich an.

Es geht auch anders:

Statt den Müll illegal zu entsorgen, könne man ihn auch direkt zu den Deponien fahren. Initiativen, wie die von Landesforsten unterstützen Aktionstage „Rein in den Wald, raus mit dem Müll“ greifen diese Thematik auf und wollen damit die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Bei den sog. Dreck-weg-Tagen engagieren sich viele Schülerinnen, Schüler und Erwachsene und sammeln den achtlos und illegal entsorgten Müll im Wald und in der Landschaft auf.

Weiterführende Infos:

Kreisverwaltung Donnersbergkreis, Abfallwirtschaft & Umwelt, Deponien etc.

https://www.donnersberg.de

Haus der Nachhaltigkeit – Dreck-weg-Tag:

https://www.hdn-pfalz.de/aktionen-projekte/dreck-weg-tag/

(alle Fotos V. Ruks)