Ganz im Zeichen von Selbsterkenntnis, Demokratie und griechischer Mythologie stand in diesem Jahr die Auslandsfreizeit der kath. Jugend der Pfarrei hl. Philipp der Einsiedler aus Göllheim. Für 18 Jugendliche ging es für 2 Wochen gemeinsam mit ihren Betreuern und Pfarrer Metzinger nach Griechenland, um dort der Frage nachzugehen, die schon der Apostel Paulus stellte „Wer von den Menschen kennt den Mensch?“.
Das diese Freizeit kein Erholungsurlaub wird konnten die Teilnehmer bereits dem Programm, welches von Pfr. Metzinger bestens vorbereitet und organisiert war, entnehmen. Auf dem Programm standen verschiedene Tagesfahrten, die die Gruppe natürlich nach Athen und zu anderen bedeutenden Städten der griechischen und christlichen Geschichte führte. In Athen stand neben dem Besuch der Akropolis die Besichtigung der griechischen und römischen Agora auf dem Programm, was bei heißen Temperaturen von über 40° kein reines Vergnügen war.
Auch Mykene, die erste Hochkultur auf europäischem Festland mit dem UNESCO-Weltkulturerbe „Löwentor“ durfte nicht fehlen. In Epidauros, dem Gesundheitszentrum der Antike erfuhren die Jugendlichen, was im antiken Griechenland unter „Gesundheit“ verstanden wurde. Auf den Spuren des Apostel Paulus führte eine weitere Tagesfahrt die Gruppe nach Korinth. Nach dem Besuch und Besichtigung der dortigen orthodoxen Kirche ging es weiter zur Ausgrabungsstätte des alten Korinths. Hier wurde die „Bema“ besichtigt, die Stelle, von der aus auch schon der Apostel Paulus predigte. Passend zur Örtlichkeit versuchte Pfr. Metzinger in einem gespielten Streitgespräch, die Jugendlichen zur Verteidigung ihres Glaubens anzustacheln. Die anschließende Schiffspassage durch den Kanal von Korinth war für alle sehr beeindruckend. Noch einmal ging es in die griechische Hauptstadt. Dieses Mal hinauf zum Lycabettus-Berg, der mit 277 Metern der höchste Punkt in Athen ist. Die Tagesaufgabe an diesem Tag bestand darin, den Tag mit einer Person zu verbringen, mit der man Streit hatte oder alternativ, die man noch nicht gut kannte. Da die Gruppe sehr harmonisch war und es wenig Streitereien gab, kam die Alternative zum Tragen. „Beeindruckt hat mich an diesem Tag das respektvolle Verhalten der anderen Besucher auf dem Berg uns gegenüber, als wir gemeinsam das „Vater unser“ gebetet haben.“ so Sarah Braun, eine der Betreuerinnen. Es wurde sogar die Musik leise gestellt schildert sie weiter. „Das gemeinsame Gebet in der Öffentlichkeit sei es am Flughafen, bei Abflug und Ankunft, im Restaurant oder auf dem Lycabettus-Berg war für viele von uns ungewohnt und eine neue Erfahrung, die uns als Gruppe aber verbunden hat.“ pflichtet Franziska Dittrich ihr bei. Als letzter Ausflug stand dann die Fahrt zum „Nabel der Welt“ nach Delphi auf dem Programm. Leider konnte das Orakel von Delphi nicht befragt werden, da an diesem Tag Schweigen angesagt war. Auf dem Rückweg wurde die Gedenkstätte in Distomo besucht und im Gebet der Opfer des Massaker durch deutsche Soldaten im Jahr 1944 gedacht. Danach wurde noch das Grab des Evangelisten Lukas in Theben besucht.
Doch trotz der anstrengenden Tagesausflüge und dem teilweise anspruchsvollen inhaltlichen Programms kam der Spaß und auch die Erholung nicht zu kurz. Sei es beim Chillen am Pool, beim Baden im Meer am herrlichen Sandstrand von Schinias oder beim Shoppen in Athen am letzten Tag. Aufgrund der trockenen und sehr heißen Witterung bestand allerdings erhöhte Waldbrandgefahr. Hier kontrollierte die Polizei teilweise mit Straßensperren die Zufahrt zu den Unterkünften und die Feuerwehr war Tag und Nacht auf Posten und kontrollierte das Wohngebiet in den Bergen. Am Ende der Tage zogen die Jugendlichen und ihre Betreuer ein durchweg positives Resümee. „Es waren anstrengende, erlebnisreiche und sehr schöne Tage, mit einer tollen und disziplinierten Truppe!“ so die einhellige Meinung. „Wir haben nicht nur viel über das antike Griechenland gelernt, sondern auch über das heutige Leben der Griechen.“ so Sarah Braun, die sich, wie die ganze Gruppe, über die ungewöhnliche Entsorgung des benutzten Toilettenpapiers wunderte. Das so eine Freizeit möglich ist, verdanken die Jugendlichen ihrem Pfarrer Josef Metzinger. Dieser führt bereit seit über 30 Jahren solche Jugendfreizeiten durch und hat in 32 Auslandsfahrten über 900 Jugendliche begleitet.
Dabei ist es nicht nur die reine Organisation der Reisen, die es vorzubereiten gilt, sondern auch immer die inhaltliche Arbeit mit einem entsprechenden Arbeitsbuch. Dieses Engagement für die Pfarrjugend ist nicht selbstverständlich. Doch auch ohne das Engagement der Jugendlichen hätte diese Reise nicht stattfinden können. Mit vielen Aktionen wie Kuchenverkauf oder auch einem Orgelkonzert versuchten sie für die Reisekasse Geld zu verdienen, um möglichst vielen die Mitfahrt zu einem bezahlbaren Reisepreis zu ermöglichen. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ sagen sie auch den vielen privaten Spendern für die finanzielle Unterstützung.