Vier Fragen an den Wege- und Wanderexperten Jürgen Wachowski, der die drei Etappen der neuen Wandertrilogie geplant hat und derzeit in der Verbandsgemeinde ausführt.
1. Herr Wachowski, Sie sind als ausgebildeter DWV-Wanderführer® in ganz Deutschland zum Thema Wandern unterwegs. Sie haben den Auftrag erhalten, die Wege für die VG Eisenberg zu konzipieren und auszuführen. Wie ist die Beschilderung der Wanderwege in der VG Eisenberg zu verstehen?
Die Beschilderung der kompletten Wandertrilogie erfolgt nach dem Wanderwegeleitfaden Rheinland-Pfalz, nachzulesen unter: https://rlp.tourismusnetzwerk.info/inhalte/leitfaeden/natur-aktiv/wanderwegeleitfaden-2/
Demnach sind die Wege so zu markieren, dass Einheimische und Gäste keine Karte brauchen! Diese Form der Markierungsarbeit hat sich vielerorts bewährt und wird mit großem Erfolg in der ganzen Pfalz angewendet.
Die Wege werden demnach in zwei Richtungen markiert und als Rundwanderwege ausgeführt. Damit kann der Wanderer selbst entscheiden, in welche Richtung er laufen möchte und findet eine lückenlose Streckenführung vor, die ihn wieder zum Startpunkt bringt. Die Kilometrierung geht immer in Laufrichtung – also kann es auch mal sein, dass es zu einzelnen Zielen etwas weiter ist – wie wenn man direkt gehen würde! Die Pfeilwegweiser müssen laut den Vorgaben das jeweilige Logo des Weges enthalten sowie ein Fern-, Mittel- und Nahziel jeweils mit Kilometerangabe. Die einzelnen Ziele auf den Wegweisern bauen aufeinander auf. So wird der Wanderer durch die VG geleitet.
Das Gesamtkonzept für die Verbandsgemeinde Eisenberg wurde als Trilogie konzipiert - also drei in sich geschlossene Rundwanderwege:
| • | Einen Weg bei Ramsen, der „Stumpfwaldsteig“, der als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert wird. Dieser wird dann auch überregional von Werbung profitieren, da viele Wanderer gezielt und deutschlandweit nach Qualitätswanderwegen suchen. |
| • | Ein weiterer Weg entsteht zwischen Kerzenheim und Rosenthal - die „Sagenhafte Ruinentour“ |
| • | Der dritte Weg in und rund um die Stadt Eisenberg, der „Tonspurenweg“, fokussiert die regionale Industriegeschichte. |
Alle drei Etappen sind einzeln wanderbar oder über Zuwege kombinierbar. Weiterhin wurden die Wege mit 17 km, 14 km und 8 km nach aktuellen Studien so angelegt, dass jeder Weg in einer Tagestour abgewandert werden kann. Auch Abkürzungen sind entsprechend beschildert und damit für jede Zielgruppe und unabhängig von Alter oder Kondition wanderbar.
2. Wie viele Schilder werden insgesamt für die drei Wege aufgestellt?
Insgesamt werden mit den drei Etappen inklusive der Zuwege knapp 50 Kilometer beschildert. Da sprechen wir in Summe von über 200 Pfeilwegweisern plus Klebungen an Bäumen und bestehenden Laternenpfosten. Zusätzlich wurden rund 50 neue Pfosten gesetzt, um die Beschilderung lückenlos auszuführen.
3. Was ist persönlich Ihr Lieblingsweg?
Mir gefallen alle drei Wanderwege – jeder hat seine Besonderheiten und seinen eigenen Charme, weil sie die Geschichte der Region erlebbar machen. Neben viel Natur, Wald und tollen Panoramen erfährt man an den lebensgroßen Metallfiguren sowie in der Mediathek jede Menge spannenden Infos über die Lokalgeschichte. Die Verbindung der Wanderwege durch Zuwege ist ein weiteres Highlight, da so auch weitere Möglichkeiten entstehen, die Verbandsgemeinde und ihre schönsten Flecken kennenzulernen.
4. Was war Ihre größte Herausforderung bei dem Projekt?
Die größte Herausforderung war auf jeden Fall die Planung und Konzeptentwicklung für die Trilogie. Dabei ging es grundsätzlich darum, alle interessanten Punkte, Kultur- und Naturspots (POIs) unter dem Leitthema der Industriegeschichte der Verbandsgemeinde so zu verbinden, dass eine Einheit entsteht. So ist die Idee der Trilogie aufgekommen, also drei einzelne Wege zu dem Gesamtthema „Industriekultur erleben“. Jede Etappe mit einem eigenen Themenschwerpunkt und besonderen Highlights. So kann ein Weg, der von Gästen gewandert wird Lust machen, auch die anderen beiden Etappen zu erkunden was Tagesgäste in die Region bringt aber auch Einheimische dazu anregen soll, in die Natur zu gehen und mehr über die Region zu erfahren.