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Treffpunkt Eisenberg
Ausgabe 2/2026
Amtlicher Teil
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Jahrzehntelanger Einsatz für die musikalische Bildung im Donnersbergkreis: Musikschule dankt Galina Rüb und Maria Spieß

Über dreißig Jahre haben Galina Rüb (66) und Maria Spieß (69) unzählige Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen unterrichtet - 2025 wurden die beiden Musiklehrerinnen nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die Musikschule Donnersbergkreis bedankt sich bei Frau Rüb und Frau Spieß für ihren jahrzehntelangen Einsatz rund um die musikalische Bildung für den Donnersbergkreis und wünscht beiden für ihren Ruhestand alles Gute!

Ende 1992 kam Galina Rüb mit ihrer Familie aus Kirgistan nach Deutschland. Hier zog die Familie mit russlanddeutschem Hintergrund zuerst nach Eisenberg. Ihr Mann fand schnell eine Stelle bei der örtlichen Kreismusikschule, damals noch unter der Leitung von Werner Werum. Anfang 1995 war es dann, als auch Galina Rüb, die Klavier in Moskau studiert hatte, erstmals Schülerinnen und Schüler an der Musikschule Donnersbergkreis im Fach Klavier unterrichtete. „Ich habe in den dreißig Jahren viele Kolleginnen und Kollegen und auch mehrere Schulleiterinnen und Schulleiter kommen und gehen sehen“, erinnert sie sich. Obwohl die Familie bereits Ende der 90er Jahre nach Ludwigshafen gezogen war, blieb Galina Rüb, deren Heimat in Krasnodar am Schwarzen Meer liegt, dem Donnersbergkreis noch viele Jahre erhalten. „Ich bin auch nach unserem Umzug immer gerne hierhergefahren, habe stets gerne im Donnersbergkreis gearbeitet. Schade, dass diese Zeit nun vorbei ist. Dem nahenden Ruhestand entgegensehend, gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Sogar noch länger als Galina Rüb, seit 1989, unterrichtete Maria Spieß zuerst das Fach Akkordeon und ist damit fast ein Gründungsmitglied der 1988 gegründeten Musikschule Donnersbergkreis. Das Akkordeonspiel, mit welchem die gebürtige Eisenbergerin achtjährig erstmals in Kontakt kam, brachte sie sich nach einem Fehlstart mit ihrem ersten Lehrer anfangs weitestgehend selbst bei. Später war es dann Klaus Kronibus, Musiklehrer an der Hauptschule Eisenberg (heute IGS Eisenberg), der das Mädchen weiter förderte: in Form einer neu gegründeten Instrumentalspielgruppe im Rahmen des schulischen Musikunterrichts. „Zu meiner Zeit war es noch selbstverständlich, dass man ein Instrument erlernt. Man konnte sich zwar aussuchen, was man machen will. Allerdings kein Instrument zu wählen, kam nicht in Frage“, erinnert sich Maria Spieß. „Heute ist das leider alles etwas anders“, fügt sie hinzu.

Über ihren Musiklehrer Klaus Kronibus, dessen Sohn Harald bis heute ebenfalls an der Musikschule Donnersbergkreis unterrichtet, fand die begabte Maria schnell den Weg ins Akkordeonorchester in Alsenborn, wo sie über Jahre viel Erfahrung im gemeinsamen Musizieren sammeln konnte. „Es war oft gar nicht so einfach, von Eisenberg nach Alsenborn zu kommen. Leider ist mein Vater zu dieser Zeit verstorben und so konnte mich niemand aus der Familie fahren. Herr Kronibus hat mich dann meist mit dem Auto aus Worms kommend, mitgenommen.“ Ein Einsatz, der sich auszahlte: denn für Maria Spieß war die Grundlage für ein Leben mit Musik gelegt. Anfang der 2000er machte sie zudem eine Fortbildung zur Kinderchorleiterin und musikalischen Früherzieherin. Als letztere arbeitete sie vor allem in ihren letzten Jahren an der Musikschule. „Neben meinem Job als Arzthelferin in der Radiologie war die Arbeit an der Musikschule für mich zeitlebens der perfekte Ausgleich. Ich habe die Arbeit mit Kindern immer geliebt. Das wird übrigens auch nicht aufhören: ab jetzt habe ich endlich mehr Zeit für meine Enkelkinder!“

„Ein schöner Ausblick für die kommende Zeit“, findet Viktor Wendtner, Leiter der Musikschule Donnersbergkreis: „Als ich 2020, vor fünf Jahren, Leiter der Musikschule Donnersbergkreis wurde, war das Kollegium hier noch ein ganz anderes. Viele Lehrkräfte standen bereits am Ende ihrer Laufbahn und kurz vor dem Ruhestand. Ein personeller Umbruch im größeren Stil stand also für die kommenden Jahre bevor. Einige der Lehrkräfte waren bereits seit Gründung der Musikschule 1988 mit dabei. Mit Frau Spieß und Frau Rüb gehen nun zwei der letzten beiden Urgesteine, die die Musikschule nahezu von Anfang an miterlebt haben und ihr über Jahrzehnte die Treue durch gute und schlechte Zeiten gehalten haben.“

Die Abschiede der beiden Damen, so betont Wendtner, stehen dabei auch stellvertretend für so manch andere Kolleginnen und Kollegen, die bereits seit Anbeginn mit dabei waren und die Musikschule Donnersbergkreis in den vergangenen Jahren ebenfalls verlassen haben:

„Ich erinnere mich z. B. noch an Brigitte Strunk und Annerose Brucker, die 2021 und 2023 ihre Zeit bei der Musikschule beendeten. Beides musikalische Früherzieherinnen der ersten Stunde und über viele Jahre enge Kolleginnen an der Seite von Maria Spieß. Aber auch an Galina Rübs Ehemann Valerie, der ebenso wie sie über viele Jahre hier Klavier unterrichtete. Dies sind nur einige der in den letzten Jahren nach jahrzehntelanger Arbeit an der Musikschule ausgeschiedenen Lehrkräfte. Leider gab es auch eine Handvoll Kollegen, die in diesem Zeitraum noch während ihres Arbeitslebens deutlich zu früh von uns gegangen sind. Hier erinnere ich mich vor allem an Fritz Heinrich und Rudi Trares (beide verstorben 2022) sowie Jürgen-Hans Welsch (verstorben 2024). Und gerade weil das Leben manchmal viel zu kurz ist, wünsche ich unseren treuen und stets um die Musikschule bemühten Kolleginnen Galina Rüb und Maria Spieß für den Ruhestand noch viele Jahre bei bester Gesundheit, welche sie die nun kommende Zeit in vollen Zügen genießen lassen möge!“

Die Musikschule Donnersbergkreis verbindet ihren großen Dank mit den besten Wünschen für den Ruhestand der verdienten Musiklehrer und Musiklehrerinnen.