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Treffpunkt Eisenberg
Ausgabe 42/2025
Amtlicher Teil
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Fair Trade

Partnerschaft Eine Welt - Jubiläum 2025

Sein 40jähriges Bestehen feierte der Verein „Partnerschaft Eine Welt e.V. Eisenberg-Grünstadt“ am letzten Samstag im September im Thomas-Morus-Haus.

In diesem Rahmen erhielt die Fairtrade-Klasse 9a der IGS Eisenberg eine Auszeichnung für ihr Engagement. An Stellwänden konnten die Aktivitäten der Schule betrachtet werden. Bei der Mitgestaltung von Weltladentagen waren die Schülerinnen und Schüler dabei, ein Projekt über die Herstellung der Jeans wurde durchgeführt und mit der „Kinderkulturkarawane“ findet ein regelmäßiger Austausch statt, um nur einige Beispiele zu nennen. Für diesen Einsatz erhielt die Klasse aus den Händen von Peter Weichhardt, dem Eine-Welt Fachpromotor des Fairen Handels im Saarland, eine Urkunde. Weichhardt fand, ebenso wie die Schulleiterin der IGS, Gabriele Steurer, anerkennende Worte. Viel Applaus gab es dafür von den zahlreich erschienenen Gästen.

Ebenso begeistert war das Publikum vom Festredner des Abends, Monsignore Pirmin Spiegel, dem langjährigen Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor. Zunächst lobte Spiegel den Verein, die Schulen und Unterstützer, die versuchen, fairen Handel und die Gemeinschaft mit anderen auf respektvolle Weise in den Vordergrund zu rücken. Als „kleines Licht in der Dunkelheit“ bezeichnete er das über 40jährige Engagement zahlreicher Menschen und dies könne nur überaus hochgeschätzt werden. In einer Zeit, in der die Ausgaben für internationale Kooperationen und Hilfsprojekte zurückgehen, plädierte Spiegel für ein nachhaltigeres Leben und Wirtschaften. Leider sei festzustellen, dass nationale Interessen und Aufrüstung in der Welt überall Vorrang hätten vor Respekt vor der Umwelt und dem Thema Nachhaltigkeit. Dies zeige sich beispielsweise am desaströsen Umgang mit dem Regenwald, den zwar alle als schützenswert erkannt hätten, diesen jedoch weiterhin zerstören und rücksichtslos ausbeuten. Anschaulich, anhand eines Kugelschreibers, erklärte der Redner die Überschreitung von „Kipppunkten“, kritischen Schwellen im Klimasystem, deren Überschreiten zu plötzlichen, unumkehrbaren und weitreichenden Veränderungen führen. So sei der siebte von neun Schwellenwerten, mit der Übersäuerung der Meere, vor kurzem überschritten worden. Das Bewusstsein müsse dafür geschärft werden, weitere Zerstörungen zu Verhindern und den Lebensraum für zukünftige Generationen weltweit zu erhalten. Weiter sprach er über die Verteilung von Reichtum und Grund und dass es auch in „reichen“ Industrienationen für viele Menschen nicht zu einem würdigen Leben reiche. Gerade die Tafeln würden immer mehr aufgesucht werden, sodass sich für ihn die Frage stelle, weshalb Menschen diese Hilfsangebote vermehrt brauchten. Er sprach sich dafür aus, dass Menschlichkeit und Respekt in allen Gesellschaftsschichten herrschen sollten und das Bewusstsein auch dafür geschärft werden sollte. Ohne „erhobenen Zeigefinger“ appellierte Spiegel das eigene Verhalten in Bezug auf Umwelt und Konsum kritisch zu hinterfragen und die Problematik auch nach außen zu tragen. Dies sei eine wichtige Arbeit, die Vereine und Schulen unter anderem leisten würden.

Ein Videogrußwort übersandte Therese Wenzel, die Geschäftsführerin des Weltfriedensdienstes, aus Berlin. Sie dankte dem Verein, der dauerhaft ein Palästina-Projekt, das Frauen und Kindern hilft, unterstützt. So werden eine Kindertagesstätte sowie ein Sommercamp für Kinder und Jugendlichen betrieben und viele Frauen haben so die Möglichkeit zu arbeiten und für ein besseres Familieneinkommen zu sorgen. Die Vereinsarbeit sei unschätzbar wichtig, weil dadurch den Menschen in Krisengebieten Perspektiven eröffnet werden. Wenzel dankte den Mitgliedern für ihren langjährigen Einsatz.

Ebenso konstant wird das Projekt „Romelio“ von Mathias Brückner aus Winnweiler unterstützt. Dieses hilft, in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort, Straßenkindern in Bucaramanga in Kolumbien. Die Kinder werden ärztlich, psychologisch und erzieherisch betreut, während sie schulisch ausgebildet und bei der Arbeits- und Wohnungssuche unterstützt werden. So soll es den jungen Menschen ermöglicht werden, eine Chance aus der Armut zu finden und in Eigenverantwortung ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Musikalisch wurde der Abend von CASUMAY, der Trommelgruppe des Vereins eindrucksvoll eröffnet. Das Gesangs- und Gitarren-Ensemble mit Wolfgang Schmitt und Helmut und Petra Pfeiffer, präsentierte ein passendes Liederrepertoire aus der Feder von Hannes Wader.

Die Bücherei der VG-Eisenberg war mit einem Stand ausgewählter Literatur vertreten.

Die VG-Eisenberg, die seit 2015 Faire-Trade-Kommune ist, zeigt dadurch ein Bewusstsein für die Probleme des fairen Handels.

Für die Bewirtung sorgte ein Helferteam der beiden Weltläden, das die Besucher mit selbst gemachten Leckereien auf Spendenbasis versorgte.

Ein rundum gelungener Abend, dem auch viele Vertreter aus Vereinen und Institutionen beiwohnten, die dem „Partnerschaft Eine-Welt-Verein“ zum Jubiläum gratulierten.