Die Mitglieder der Projektgruppe „Quistorie“ der Gemeinschaftsschule Quierschied haben sich im Schuljahr 2025/2026 auf historische Schatzsuche begeben. Vier Schüler der Klassenstufe 8 haben die Geschichte eines Wasserschlosses erforscht, das während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1635 vollständig zerstört wurde. Beim Sturm auf das Schloss wurden sämtliche Einwohner bestialisch ermordet. Nur ein zehnjähriger Junge überlebte das Massaker. Sein Zeugenbericht und die noch erhaltenen Klageschriften seiner Tochter bilden die Grundlagen der Forschung. Die Projektgruppe hat beschlossen, die Resultate in einen selbst gestalteten Comic einfließen zu lassen.
Wir sind uns sicher, dass das Comic-Projekt „Der letzte Mensch von Quirst“ Schülerinnen und Schüler auf mehreren Ebenen – historisch, kreativ und gesellschaftlich – bewegt. Im Zentrum steht die eigenständige Auseinandersetzung mit der regionalen Geschichte Quierschieds im Kontext des Dreißigjährigen Krieges. Die Schüler bewegen sich dabei nicht nur inhaltlich durch eine historische Epoche, sondern auch aktiv durch Archive, Quellenmaterial und Gespräche mit regionalen Akteuren. Geschichte wird nicht konsumiert, sondern erforscht, interpretiert und kreativ neu gestaltet.
Das Projekt verbindet musisch-kulturelle Bildung (Comicgestaltung, Illustration, Dramaturgie) mit historisch-politischer Bildung. Es fördert Teamarbeit, Verantwortungsübernahme, kreative Ausdrucksfähigkeit und die Auseinandersetzung mit Themen wie Krieg, Zerstörung, Wiederaufbau und gesellschaftlicher Verantwortung. Gerade in einer Zeit, in der europäische Geschichte und Fragen von Frieden und Zusammenhalt wieder an Aktualität gewinnen, setzt das Projekt ein starkes Zeichen:
Geschichte bewegt – wenn junge Menschen sie selbst erzählen.
„Der letzte Mensch von Quirst“ ist damit nicht nur ein historisches Projekt, sondern ein aktiver Beitrag zur kulturellen Identitätsbildung im Regionalverband Saarbrücken.