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Talpost Lambrecht
Ausgabe 15/2026
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Debatte um Zahl der Kitaplätze

Lambrecht. (WD)) In Lambrecht besteht Einigkeit darüber, dass es zu wenige Kitaplätze gibt; das Thema wird seit Jahren immer wieder diskutiert. Uneinigkeit herrscht jedoch weiterhin über das tatsächliche Ausmaß des Defizits. Während vor rund einem Jahr noch ein Fehlbedarf von 56 Plätzen genannt wurde, spricht die Kreisverwaltung inzwischen von einer deutlich geringeren Zahl.

Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Ohler (CDU) liegt der aktuelle Bedarf nur noch bei 13 fehlenden Plätzen. Diese Einschätzung steht im Gegensatz zu den Zahlen des Jugendamtes der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, das in seiner Bedarfsplanung im vergangenen Jahr noch von einer Lücke von 56 Plätzen ausgegangen war. Damals wurde die Stadt aufgefordert, zügig zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Bereits seit 2018 wird in Lambrecht über den Ausbau der Kinderbetreuung diskutiert. In dieser Zeit wurden die Bedarfszahlen mehrfach angepasst, ebenso wie die Überlegungen zur Lösung des Problems. Unter dem Druck der Kreisverwaltung beschloss der Stadtrat im vergangenen Jahr den Bau einer neuen Kindertagesstätte auf dem Gelände des Wohnmobilstellplatzes und des Bouleplatzes am Gemeinschaftshaus. Vorgesehen ist eine Einrichtung mit drei Gruppen. Eine Anpassung an das aktuelle Kindertagesstättengesetz von Rheinland-Pfalz, das keine feste Gruppenzahl mehr vorschreibt, scheint bislang nicht erfolgt zu sein. Die Baukosten werden auf rund 3,8 Millionen Euro geschätzt.

Genehmigung steht noch aus

In der jüngsten Stadtratssitzung erklärte Ohler, dass ein Neubau mit drei Gruppen angesichts des aktuell ermittelten Bedarfs überdimensioniert sei. Eine mögliche Anpassung des Projekts durch die Erste Beigeordnete Tanja Bundenthal-Beck (FWG) wurde bislang nicht thematisiert. Sie teilte lediglich mit, dass die Genehmigung durch die Kreisverwaltung in Kürze erwartet werde. Erst danach solle die Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen. Bundenthal-Beck betonte, dass zunächst die Genehmigung abgewartet werden solle, bevor erneut über die Größe des Projekts diskutiert werde. Zugleich wies sie darauf hin, dass der Bedarf künftig wieder steigen könnte, etwa durch den Zuzug kinderreicher Familien.

Ohler sprach sich für eine Überarbeitung der Planung aus. Maximilian Henrich (SPD) kritisierte, es sei nicht nachvollziehbar, auf Grundlage unsicherer Prognosen erhebliche finanzielle Mittel einsetzen zu sollen. Christine Klein (FWG) hingegen hob hervor, dass ein größer dimensionierter Bau die zugesagten Fördermittel der Kreisverwaltung nicht gefährde. Nach ihren Informationen müssten diese auch im Falle einer Überdimensionierung nicht zurückgezahlt werden; entsprechende Gerichtsurteile lägen vor.

Containerlösung als Übergang

Ergänzend zum geplanten Neubau hatte der Stadtrat im vergangenen Jahr die Errichtung einer Containeranlage auf dem Tuchmacherplatz beschlossen, um kurzfristig Entlastung zu schaffen. Nach Angaben von Bundenthal-Beck wird diese Übergangslösung jedoch kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen und zunächst Platz für 25 Kinder bieten. Bei Bedarf könne die Kapazität durch zusätzliche Module erweitert werden. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor, und die ersten Ausschreibungen sind abgeschlossen; die eingegangenen Angebote werden derzeit geprüft.

Wie Ohler weiter erläuterte, sollen 22 Kinder aus der derzeitigen provisorischen Einrichtung „Mullewapp“ im Gemeinschaftshaus nach Fertigstellung in die Containeranlage umziehen.