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Talpost Lambrecht
Ausgabe 16/2026
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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Stadt braucht dringend Gesamtkonzept Friedhof

Stadt braucht dringend Gesamtkonzept Friedhof

Das Thema Erdbestattungen und die seit Jahren bekannte kritische Situation auf dem Friedhof beschäftigen Bauausschuss und Stadtrat Lambrecht immer wieder – ohne dass bislang tragfähige Lösungen umgesetzt wurden. Die Probleme, insbesondere Wasseransammlungen in Gräbern und nicht verrottete Särge, sind hinlänglich bekannt und wurden wiederholt thematisiert. Dennoch blieb es über lange Zeit bei Diskussionen, während konkrete Fortschritte ausblieben.

Auch 2025 stand die Thematik bei der Haushaltsberatung erneut auf der Agenda des Stadtrates. Die Beigeordnete Tanja Bundenthal-Beck (FWG) brachte damals den Vorschlag ein, das Feld am Perlschnurbaum einzufassen und aufzuschütten, um endlich geeignete Bedingungen für Erdbestattungen zu schaffen. Für diese Maßnahme wurden Haushaltsmittel bereitgestellt – ein Schritt, der Hoffnung auf eine zügige Umsetzung weckte. Umso unverständlicher ist es, dass erst am 24.02.2026 im Bau- und Stadtsanierungsausschuss überhaupt intensiver über die konkrete Ausgestaltung diskutiert wurde. Schon dort zeigte sich erneut Uneinigkeit über den richtigen Weg. Immerhin verständigte sich der Ausschuss darauf, zunächst eine sachliche Grundlage zu schaffen: Durch Testgrabungen auf der geplanten Fläche sollte in einem längeren Zeitraum überprüft werden, ob und in welchem Umfang Wasserprobleme tatsächlich bestehen. Dass dieser Beschluss in der darauffolgenden Stadtratssitzung keinerlei Rolle mehr spielte, wirft Fragen nach der Verbindlichkeit und Konsequenz politischer Entscheidungen auf.

Die lange und teils widersprüchliche Diskussion im Stadtrat mündete schließlich in der Einsicht, zunächst den gesamten Friedhof systematisch zu untersuchen, um belastbare Aussagen über die tatsächlichen Möglichkeiten für problemlose Erdbestattungen zu erhalten. Diese Entscheidung ist überfällig. Ein neues Grabfeld ohne vorherige Klärung der grundlegenden Probleme zu errichten, wäre nicht nur fachlich fragwürdig, sondern auch finanziell unverantwortlich gewesen.

Der nun eingeleitete Schritt kann jedoch nur ein Anfang sein. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass zentrale Fragen der Friedhofsentwicklung isoliert und reaktiv behandelt werden. Der Stadtrat ist gefordert, endlich ein umfassendes und langfristig tragfähiges Gesamtkonzept für den Friedhof vorzulegen. Dass ein solches Konzept bereits in der Amtsperiode 2019 bis 2024 angedacht, aber letztlich nicht umgesetzt wurde, unterstreicht das strukturelle Defizit im bisherigen Vorgehen. Mit Ausnahme des neuen Urnenfeldes sind keine nachhaltigen Ergebnisse erkennbar.

Dr. Werner Dietrich