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Talpost Lambrecht
Ausgabe 16/2026
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Unsichtbare Helden der Wanderwege

Ohne Ehrenamt kein Wandergenuss in der VG Lambrecht

Lambrecht. (Thomas Mann) Ein stürmischer Herbst, ein frostiger Winter und ergiebige Regenfälle – der Wald rund um die Verbandsgemeinde Lambrecht hat in den vergangenen Monaten einiges aushalten müssen. Ausgewaschene Pfade, herabgestürzte Äste und umgestürzte Bäume sind die Spuren einer Natur, die keine Winterpause kennt. Und nun, pünktlich zum Start der neuen Wandersaison, stehen sie wieder bereit: die Wege, die Hütten – und vor allem die Menschen, die all das möglich machen.

Denn was viele Wanderinnen und Wanderer kaum wahrnehmen: Während Straßen maschinell instandgehalten werden, geschieht die Pflege der Wanderwege fast ausschließlich in Handarbeit. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ziehen in ihrer Freizeit mit Hacke, Schaufel, Heckenschere und Markierungsfarbe los, um das Wegenetz begehbar, sicher und gut ausgeschildert zu halten.

Über 500 Kilometer Wanderwege durchziehen die VG Lambrecht – eine Strecke, die in etwa der Entfernung von Lambrecht bis Paris entspricht. Gepflegt werden diese Wege von Vereinen wie den Naturfreunden und dem Pfälzerwald-Verein, von der Kommune, dem Forst und von engagierten Einzelpersonen. Entlang der Strecken befinden sich Sitzbänke, Tische, Wegweiser, Markierungen und Wetterschutzhütten – alles Dinge, die nur dann Freude bereiten, wenn sie auch instandgehalten werden.

Dieses bewährte System funktioniert seit mehr als 125 Jahren. Doch es gerät zunehmend unter Druck: Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer sinkt. Die Konsequenzen sind spürbar – und sie sind ehrlich. Bereits heute wird über eine Reduzierung des Wegenetzes um rund 50 Prozent nachgedacht. Nicht, weil weniger Menschen wandern – im Gegenteil: Die Wanderzahlen sind in den letzten Jahren wieder gestiegen. Sondern weil gepflegte Qualität wichtiger ist als ungepflegte Quantität. Lieber 300 Kilometer gut begehbare, verlässliche Wege, als 500 Kilometer, die Ärger, Unsicherheit oder gar Orientierungslosigkeit verursachen.

Trotz dieser Herausforderungen wurde auch im Jahr 2026 wieder enorm viel Engagement gezeigt. Mit Herzblut und Einsatz haben Ehrenamtliche dafür gesorgt, dass sich Wanderer im Pfälzerwald wohlfühlen und die Hütten gut besucht sind. Ob im Verein oder privat, ob Kommune oder Forst – alle Beteiligten verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Menschen ein Naturerlebnis zu ermöglichen, das sicher, erholsam und nachhaltig ist.

Dieser Pressebericht ist deshalb auch ein Dankeschön. Ein Dank an alle, die im Verborgenen arbeiten, damit andere unbeschwert wandern können. Im Namen aller Helferinnen und Helfer: Ein frohes Wandern auf den Wegen der VG Lambrecht!