Titel Logo
Talpost Lambrecht
Ausgabe 17/2026
Stadt Lambrecht (Pfalz)
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Studien- und Erlebnisreise VHS Lambrecht

Gruppenfoto der Teilnehmer

Basilika von Paray le Monial

Palais du Facteur Cheval

Schloss von Grignan

Ardèche

Lambrecht. Der nachfolgende Bericht über die Studienreise wurde von Ulrike Dörr verfasst.

1. Tag Samstag, den 28. März 2026

In diesem Jahr war das Ziel der Studienreise mit Madame Corine Breton-Schaaf das Département Drôme. Es liegt im Südosten Frankreichs in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und wurde nach dem Fluss Drôme benannt, einem Nebenfluss de Rhône. Früh ging es am Morgen in Lambrecht und Neustadt los und so erreichten wir um die Mittagszeit unser erstes Ziel Besancon und starteten bereits um 14.00 Uhr mit unserem Gästeführer zu einem ausführlichen Rundgang in deutscher Sprache. Im Altertum spielte die Stadt bereits eine wichtige Rolle in dem durch die Römer eroberten Gallien. Das bekannteste und am besten erhaltene Gebäude aus der Römerzeit ist die Porte Noire, ein gallisch-römischer Triumpfbogen, der unter Marc Aurel im heutigen Viertel Saint –Jean erbaut wurde. Über der Stadt thront die Zitadelle, Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde von Vauban erbaut und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Es war unerwartet kühl und regnerisch und wir waren froh, dass wir die dicken Jacken eingepackt hatten. Abschluss des 1. Tages war ein leckeres gemeinsames Abendessen in einem Restaurant in der Altstadt.

2. Tag Sonntag, den 29. März 2026

Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Süden und machten einen Zwischenstopp in Paray-le Monial, der Partnerstadt von Bad Dürkheim. Hier hatten wir eine ausführliche Führung in deutscher Sprache durch die Basilika Sacré Coeur und erlebten die besondere Atmosphäre, da viele Gläubige zur Weihe der Palmzweige (es war ja Palmsonntag) gekommen waren. Viele Informationen galt es während der Busfahrt zu verarbeiten. Am frühen Abend erreichten wir unser nächstes Ziel Valence, die Hauptstadt des französischen Départements Drôme. Ein feines Abendessen erwartete uns in einem Restaurant in der Nähe des Hotels. Für unseren netten Busfahrer war es zunächst unmöglich einen Parkplatz zu finden, da aufgrund einer Großveranstaltung alle Plätze belegt waren. Schließlich wurde auch dieses Problem mit Hilfe des Restaurants Besitzers gelöst, der unseren Fahrer mit dem Auto von einem entfernteren Stellplatz abholte.

3. Tag Montag, den 30. März 2026

Am nächsten Morgen erwartete uns ein humorvoller Gästeführer, der in Heidelberg Germanistik studiert hatte und durch den Kontakt zur Partnerstadt Biberach lustige Schwäbische Anekdoten zu erzählen wusste. Nach der Führung blieb Zeit, die Spezialitäten der Region zu probieren, R a v i o l e, kleine viereckige Teigtaschen mit einer Füllung aus Frischkäse, Eiern und in Butter angedünsteter Petersilie oder L es S u i s s e s de V a l e n c e, Kekse aus Mürbeteig mit feinem Orangenaroma in der Form eines Schweizergardisten gebacken. Für den Nachmittag hatte sich Madame Breton- Schaaf ein besonderes Ziel ausgedacht- den P a l a i s I d é a l von Ferdinand C h e v a l im kleinen Ort H a u t r i v e s. 1836 geboren, in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, führte er ein bescheidenes Leben und arbeitete viele Jahre als Landbriefträger. Auf seinen langen Touren, die er zu Fuß zurücklegte, hatte er Zeit zum Nachdenken, Träumen und Steine sammeln.

1879 begann Cheval seinen Palast zu bauen - ein Zeugnis von Ausdauer, Hingabe und Fantasie. Das außergewöhnliche Bauwerk wurde 1969 als herausragendes Werk der Naiven Volkskunst ausgezeichnet und wird heute von zahlreichen Besuchern gewürdigt. Wir fuhren nach Valence zurück. Abendessen und Übernachtung.

4. Tag Dienstag, den 31. März 2026

Nach dem Frühstück ging es nun weiter Richtung Süden. Schon von Weitem sahen wir das auf einem Felsvorsprung erbaute S c h l o s s von G r i g n a n. Eisig pfiff der Wind durch die Gassen als wir tapfer nach oben marschierten. Wieder erwartete uns ein Gästeführer, der uns die Geschichte des Schlosses nähe brachte und auch die Rolle beschrieb, die Madame de Sévigné für Grignan spielt. Ihre Tochter war mit dem letzten Graf von Grignan verheiratet und an diese Tochter sind die vielen Briefe gerichtet, die Madame de Sévigné geschrieben hat und die uns heute Einblicke in das Leben in Paris, der Bretagne, in Hofangelegenheiten und Betrachtungen über Leben und Tod beinhalten. In der französischen Literatur spielen diese Briefe eine bedeutungsvolle Rolle.

Gegen Mittag erreichten wir N y o n s und wurden dort im Maison des Huiles d’Olive et Olives de France erwartet. Rund 260 000 Olivenbäume der Sorte Tanche wachsen rund um Nyons, klein und schwarz sind die Früchte, die diese Stadt im Département Drôme berühmt gemacht haben. Nach einem Mittagessen, in dem verschiedene Olivenöle verarbeitet waren, erhielten wir eine Führung durch die Ausstellung. Die Gründung des Olivenölhauses ist ein Öltourismusprojekt, das der Olivenölindustrie und der lokalen Entwicklung dient. Wir unterstützten diese Intention und kauften am Schluss der Veranstaltung eifrig in der schön gestalteten Boutique Produkte rund ums Olivenöl ein. Abendessen und Übernachtung war in Montélimar.

5. Tag Mittwoch, den 1. April 2026

An diesem Tag erwarteten uns zwei ganz besondere Erlebnisse: Besuch der Nachbildung der Höhle von C h a u v e t und die Fahrt durch den Canyon, die Gorges de l`Ardèche. Die original Chauvet Höhle wurde am 18. Dezember 1994 entdeckt, einer der Entdecker hieß Jean-Marie Chauvet. Die Höhle zeichnet sich besonders durch die wunderschönen Höhlenmalereien aus, die 36 000 Jahre alt sind. Nashörner, Löwen, Mammuts, Höhlenbären und sogar eine Eule sind auf den Wänden dargestellt und in der weltweit größten restaurierten bemalten Höhle wiedergegeben. Die Künstler, die die Repliken anfertigten, verwendeten die gleichen Techniken und Materialien, mit denen die Originale geschaffen wurden: natürliche Farbpigmente und Holzkohle. Im Anschluss an diese Reise in die Frühgeschichte der Menschheit fuhren wir zum Vallon-Pont-d` Arc, dem Felsen- und Eingangstor zur Ardèche und anschließend über die aussichtsreiche Höhenstraße an dem 32 km langen Canyon entlang. Das Wetter spielte mit, die Sonne wärmte uns und so konnten wir endlich die dicken Jacken ausziehen. Zurück in Montélimar wurden noch eifrig die Spezialität der Region eigekauft: Nougat, bestehend aus Mandeln, Honig und einer leichten Eischneemasse.

6. Tag Donnerstag, den 2. April 2026

Nach dem Frühstück verließen wir den Süden und fuhren durch das Rhônetal vorbei an Lyon, Macon, Dijon nach N a n c y. Abendessen hatten wir in der Jugendstil Brasserie Excelsior. Ein würdiger Rahmen um Madame Breton-Schaaf für die Konzeption und Durchführung dieser besonderen Reise zu danken. Herzlich bedankt haben wir uns auch bei unserem Busfahrer Sergey, der durch seine ausgeglichene Art und sichere Fahrweise sehr zum Gelingen der Reise beigetragen hat.

7. Tag Freitag, den 3. April 2026

Nach dem Frühstück ging es zu einer letzten Führung. Wir machten uns auf die Spurensuche der Architektur und des Kunsthandwerks der École de Nancy. 1901 von Emile Gallé gegründet, vereinte diese Gruppe Künstler und Kunsthandwerker, wie z.B. Glasmacher, Tischler, Keramiker. Sie liebten pflanzliche Motive so den Bärenklau und Blumenranken und Glyzinie. Nach einer individuellen Mittagspause fuhren wir zurück nach Lambrecht/ Neustadt und erreichten die Heimat am frühen Abend.