Der Pfälzerwald als Lebensraum und Lebensgrundlage
Unter diesem Thema findet am 15. Januar 2026 um 18 Uhr der 2. Teil der Tuchfabrik-Vorträge statt. Referent ist der Volkskundler Helmut Seebach, Autor und Verleger. Nicht politische Ideologie trieb in der Pfalz des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung den Revolutionären in die Hände – es war der Hunger, die blanke Not. Helmut Seebach veröffentlichte im Sommer 2025 seine jüngste Publikation mit neuen Erkenntnissen: „Der Pfälzerwald: Lebensraum und Lebensgrundlage vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert – Beitrag zur Revolutions- und Kulturgeschichte eines Naturraumes“. Im Buch schildert er den Lebensraum aus neuer Sicht, vor allem anders als von den meisten Autoren gewohnt.
Der aus Annweiler-Queichhambach stammende Volkskundler Helmut Seebach hat sich mit seiner ganzen Person im wortwörtlichen Sinne der Pfalz „verschrieben“. Von 1982 bis 1985 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtliche Landeskunde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Anfang seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Pfalz war bereits im Studium gegeben (Dialektologie, Flurnamen, Namenkunde). Im Jahr 1983 gründete er den Bachstelz-Verlag, dessen Verlagsprogramm auf eine analytisch-kritische Heimatbeschreibung der Pfalz ausgerichtet ist. Dabei stehen die klassischen volkskundlichen Themen im Mittelpunkt der Verlagsarbeit: Essen und Trinken, Feste und Feiern, Leben und Arbeiten, Wirtschaften und Wohnen. Der Verlagsname wurde nach dem Ortsnecknamen des Heimatortes gewählt. Helmut Seebach wurde am 22. Januar 2004 mit dem Förderpreis für Heimatforschung 2003 ausgezeichnet. Am 8. November 2003 überreichte die Jury des europalz MundArt Germersheim e.V. Helmut Seebach den Pamina Kulturpreis.
„Motive aus der Lambrechter Tuchmacherei“
Bereits ab 17 Uhr findet auch dieses Mal eine begleitende Gemälde-Ausstellung mit dem Titel „Motive aus der Lambrechter Tuchmacherei“ satt.
Die drei Künstlerinnen Marianne Mansmann aus Lambrecht (Pfalz), Martina Müller aus St. Martin und Petra Thullen aus Neustadt an der Weinstraße stellten schon mehrfach ihre Werke gemeinsam aus. Speziell für die Tuchfabrik-Vorträge haben sie „Motive aus der Lambrechter Tuchmacherei“ zusammengestellt. Gezeigt werden Bilder in Aquarell, Aquarell mit Tusche, Acryl sowie Cyanotypien. Die Motivation zu dieser Ausstellung kam durch die Verbundenheit zur Stadt Lambrecht und ihrer Tuchmachergeschichte.
Die Alte Mühle in der Fabrikstraße und die Tür in der Mühlstraße begegneten Marianne Mansmann schon seit ihrer Kindheit, wurden ihr aber jetzt erst durch die Teilnahme an Gerald Lehmanns Führung „Auf Tuchmachers Wegen“ richtig bewusst. Der Besuch des Weber-Museum in Lindenberg brachten die Idee zum Malen der alten Webschule. Bei der Firma Jola Spezialschalter (ehemals Tuchfabrik Gebrüder Haas) schließlich führte der abschließende Weg einer Werksführung zum Ausgang durch ein überraschend grünes Fleckchen – Inspiration für das Motiv „Die grüne Lunge“. Ihre Kolleginnen zeigen weitere Motive, beispielsweise die ehemalige Trifels-Wäschefabrik und ein Stoff-Stillleben (Martina Müller) oder den Speyerbach und einen Lost Place (Petra Thullen).
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit für Nachfragen oder Diskussionen mit dem Referenten und es gibt auch einen Sektempfang.
Die Veranstaltung findet in den Räumen der Firma Jola Spezialschalter in der Klostergartenstrasse 11 in Lambrecht statt (Beschilderung zum Vortragsraum ist vorhanden). Ausstellung ab 17 Uhr, Vortragsbeginn 18 Uhr.