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Talpost
Ausgabe 20/2021
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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Stadt muss Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz sicherstellen

Seit drei Jahren Überlegungen, Gespräche, Planungen – Zweite städt. Kita sinnvoll

„Uns ist schon seit einigen Jahren bekannt, dass die Belegungssituation in den Kitas in Lambrecht sehr angespannt ist und es war in den letzten drei Jahren sehr schwierig den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz einigermaßen sicherzustellen. Dies war nur möglich, weil wir in unserer Kita „Rappelkiste“ zehn zusätzliche Plätze anbieten konnten und sich die evang. Kirchengemeinde bereit erklärte zusätzliche Plätze anzubieten, bis hin zu einer zusätzlichen Gruppe. Zuletzt wurden 15 zusätzliche Kinder in der evang. Kita betreut. In der kath. Kita war die Aufnahme von zusätzlichen Kindern nicht möglich“ sagte Gunther Weber, zuständiger Abteilungsleiter in der Verbandsgemeinde-Verwaltung vor dem städtischen Ausschuss.

Ab dem neuen Kita-Jahr (ab Juli 2021) ist die ev. Kirchengemeinde nicht mehr bereit zusätzliche Kinder aufzunehmen, so dass 15 Plätze wegfallen. „Dies hat uns in unseren Planungen vollkommen überrascht. Hinzu kommt, dass im Sommer ein sehr starker Jahrgang in die Kita kommt, so dass sich die Situation dadurch nochmals verschärft und nicht mehr in den Griff zu bekommen ist“ betonte Weber.

Seit dem Jahr 2018 würden sich Stadt und Verwaltung mit der Kita-Situation beschäftigen. Gunther Weber erinnerte an die Situation 2018 die sich wie folgt darstellte: Auf Grund der vorliegenden Geburtenzahlen ging man davon aus, dass man für die Stadt Lambrecht eine zusätzliche Gruppe mit etwa 22 Kindern benötigt. Durch die zusätzlichen provisorischen Plätze konnte der Bedarf auch gedeckt werden. Allerdings sollte eine endgültige Lösung geschaffen werden und es zeichnete sich bald eine Lösung in der ev. Kita ab und vom Stadtrat wurde der Auftrag erteilt, mit der ev. Kirchengemeinde entsprechende Verhandlungen aufzunehmen. „Diesem Auftrag wurde auch unverzüglich nachgekommen. Wir standen im ständigen Austausch mit der ev. Kirchengemeinde, aber diese musste auch erst einmal klären, wo und in welcher Weise ein An- oder Umbau erfolgen kann. Hier wurden verschiedene Möglichkeiten erörtert und wieder fallengelassen. Es mussten viele Probleme gelöste werden, gibt es eine Lösung für den Hort, kann das ehemalige Kita-Gebäude in die Kita integriert werden, soll das ehemalige Kita-Gebäude verkauft werden und der Erlös für eine Erweiterung der Kita mit eingebracht werden usw. usw.“ erläuterte Gunther Weber.

Letztlich entwickelte sich der Plan, dass die bestehende Kita saniert und aufgestockt wird. Um konkrete Zahlen dann in der Hand zu haben, wurde eine Planung mit Kostenermittlung in Auftrag gegeben, die dann im Frühjahr dem Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt wurde. Mit diesen hohen Baukosten hatte jedoch weder die Kirchengemeinde noch die Stadt gerechnet. „Wir waren also in der gesamten Zeit seit 2018 mit der Kirchengemeinde im engen Kontakt und um eine gemeinsame Lösung bemüht. Dass die Planung gut zwei Jahre in Anspruch genommen hat, ist damit begründet, dass verschiedene Alternativen geprüft werden mussten und sich die letztlich vorgelegte Planung daraus entwickelte“ erklärte Gunther Weber und er widersprach einem überörtlichen Zeitungsbericht, in dem Stadt und Verwaltung Untätigkeit vorgeworfen wurde.

Durch den Wegfall der 15 zusätzlichen Plätze in der ev. Kita verschärft sich natürlich die Situation in Lambrecht. Hinzu kommt, dass die Geburtenzahlen in den letzten Jahren weiter anstiegen und auch weiterhin verstärkt Zuzüge aufzunehmen sind, so dass die Anzahl der fehlenden Plätze ständig ansteigt. Hinzu kommt, dass im Sommer ein mit 51 Kindern außergewöhnlich starker Jahrgang in die Kita kommt. Bisher lagen die Jahrgänge immer deutlich unter 50 Kindern, oft auch unter 40 Kindern. Im Jahr 2018 war man davon ausgegangen, dass eine zusätzliche Gruppe mit 22 Plätzen ausreicht um den Bedarf zu decken, doch die tatsächliche Entwicklung überrollte die Überlegungen. Die jetzt in die Kita kommenden Kinder waren im Jahr 2018 auch noch gar nicht geboren. Jetzt sei davon auszugehen, dass über 40 Plätze geschaffen werden müssen, wodurch auch der Neubau einer zweiten städtischen Kita sinnvoller werde.