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Talpost
Ausgabe 21/2021
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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Nach nächtlicher Suche aus Wald gerettet

18jährige hatte sich auf dem Weg zu einem Treckingplatz verlaufen - Richterlich genehmigte Mobilfunkortung notwendig – Suche dauerte siebeneinhalb Stunden

Kurz nach 23:00 Uhr am Freitagabend wurden die Feuerwehren Esthal und Frankeneck zu einer „einfachen Hilfeleistung“ zu einem Forstrettungspunkt am Ortsrand von Frankeneck in Richtung Neidenfels alarmiert. Eine junge Wanderin war angeblich mit ihrem Hund und der entsprechenden Ausrüstung auf dem Weg zum Trekkingplatz nahe der Kalmit. Irgendwie scheint sie sich zeitlich verschätzt zu haben und fand nicht mehr aus dem Wald heraus. Offenbar parallel gegen 23:40 Uhr wurde der Polizei Neustadt durch die Eltern der 18-jährigen Frau aus Ludwigshafen mitgeteilt, dass diese sich im Rahmen ihrer Wandertour im Lambrechter Tal verlaufen hat und nun nicht mehr aus dem Wald finden würde. Aus diesem zunächst als „einfache Hilfeleistung“ bewerteten Einsatz wurde eine siebeneinhalbstündige Suche mit 68 Einsatzkräften und zahlreichen Fahrzeugen.

Nach Feuerwehrangaben blieb die Suche der Einheiten Esthal und Frankeneck trotz intensiver Kontrolle im nahen Umfeld der angegeben Örtlichkeit, sowie an den angrenzenden Forstrettungspunkten zunächst erfolglos, woraufhin die Polizei nachgefordert wurde. Nach weiterer Recherche der Integrierten Leitstelle Ludwigshafen, der Feuerwehreinsatzzentrale Neustadt und der Polizei, wurde ein neuer Anhaltspunkt im Heidenbrunnertal und Benjental ermittelt. Aufgrund der verschiedenen Örtlichkeiten wurde die Feuerwehr Lambrecht und der Abmarsch 2 der Feuerwehr Neustadt nachalarmiert.

Die intensive Suche im Wald weitete sich vom Heidenbrunnertal, Nonnental über den Kaisergarten bis zum Ortsteil Iptestal aus. Dabei wurde immer wieder versucht, zu der jungen Frau Kontakt aufzunehmen und deren Standort zu ermitteln, was sich als äußerst schwierig darstellte. Es wurde auch mehrfach das Sondersignal der Einsatzfahrzeuge in Verbindung mit der telefonischen Verbindung der Frau zur Ortung aufgenommen, wodurch einige Anhaltspunkte ermittelt werden konnten. Somit konnten die Einsatzkräfte den Einsatzschwerpunkt auf das westliche Lambrecht einschränken. Letztlich wurde eine richterlich genehmigte Mobilfunkortung veranlasst, die den Aufenthaltsort Nahe der Luhrbachstraße in Lambrecht eingrenzte. Die Einheiten der VG Feuerwehren konzentrierten sich auf diesen Bereich und konnten die stark unterkühlte und durchnässte Frau nun recht schnell finden. Die Frau wurde aus dem Wald gerettet und medizinisch versorgt. Ein Transport in eine Klinik war nicht notwendig. Die Rettungsaktion dauerte bis in die frühen Morgenstunden um 6:35 Uhr.

Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Lambrecht war mit 33 Einsatzkräften und acht Fahrzeugen, die Feuerwehr Neustadt mit 35 Einsatzkräften, sechs Fahrzeugen und Geländemaschinen, die Sanitätsbereitschaft Feuerwehr des DRK Neustadt und die Polizei im Einsatz.