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Ausgabe 21/2021
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618. Tribut-Geißbock bei Regen in Deidesheim angekommen

Der 618. Lambrechter Geißbock war am Pfingst-Dienstag in Deidesheim angekommen, begleitet vom Brautpaar Carola und Anton Theimer und Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller (links), die vom Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr (rechts) am Geißbock-Brunnen in Deidesheim begrüßt wurden.

Der Deidesheimer Viehhofmeister begutachtete die körperlichen Eigenschaften des Tribut-Geißbockes.

Vom Stadtbürgermeister, den Stadtsoldaten und vom Viehhofmeister empfangen

Der „große Bahnhof“ bei der Ankunft des Lambrechter Geißbocks an der Deidesheimer Stadtgrenze und dem folgenden Geleit vor das historische Rathaus, begleitet von den Stadtsoldaten, den Schulkindern, der Musik und erwartet vom Stadtgericht, konnte auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden, ebenso war die Versteigerung am Abend abgesagt. Der Veranstaltungsabsage entsprechend „weinte“ der Himmel, die Regenwolken hingen tief über Deidesheim, als die Lambrechter Delegation am Morgen ankam. So wurde der in diesem Jahr 618. Lambrechter Tributbock im Tieranhänger bis in die Stadtmitte von Deidesheim gefahren und zu aller Überraschung verließen zwei Geißböcke, die nach dem Aussehen auch Brüder sein könnten, jedoch nicht miteinander verwandt sind, den Anhänger.

Zum diesjährigen 618. Geißbock gesellte sich der Vorjährige 617. Geißbock, der noch auf seine Versteigerung wartet und weiter auf den Wiesen von Geißbockzüchter Oliver Wittmer weidet. Weil auch der diesjährige 618. Geißbock nicht versteigert werden kann, werden wohl im nächsten Jahr – wenn Corona überwunden ist – drei Lambrechter Geißböcke, der 617., der 618. und der nächstjährige 619. Geißbock im Halbstundentakt zur Versteigerung vor dem Rathaus ausgerufen werden. Bis zu der gemeinsamen Versteigerung 2022 bleiben die Geißböcke auf der Weide von Oliver Wittmer in Forst.

Zwar ohne offiziellen Rahmen, dennoch dem Brauchtum traditionell verpflichtet, begleiteten die Bürgermeister der beiden Geißbock-Partnerstädte in Frack und Zylinder das ebenso festlich gekleidete Lambrechter Brautpaar Carola und Anton Theimer mit dem bekränzten Tributbock. Am Deidesheimer Geißbockbrunnen hieß Deidesheims Stadtbürgermeister Manfred Dörr die Delegation aus Lambrecht willkommen und würdigte das gegenseitige Festhalten an der jahrhundertelangen Tradition. Der Lambrechter Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller freute sich ebenso über das uralte Brauchtum, das weitergeführt werde. Sein Wunsch war, dass im kommenden Jahr drei Geißböcke von drei Brautpaaren zur Versteigerung geführt werden. Geißbock-Führer Anton Theimer übergab den Geleitbrief der Stadt Lambrecht, mit dem das Paar legitimiert war, den 618. Lambrechter Geißbock als Entschädigung für gewährte Weiderechte nach Deidesheim zu führen. Der Deidesheimer Viehhofmeister hatte bei der Begutachtung des 618. Lambrechter Tributbocks „leichtes Spiel“, denn das stattliche Tier verfügte über alle geforderten körperlichen Eigenschaften und er konnte überzeugt ausrufen: „Der Tributbock kann angenommen werden!“