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Talpost Lambrecht
Ausgabe 21/2022
Elmstein
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Ein maßgeschneidertes Feuerwehrauto

Symbolische Schlüsselübergabe des Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF-W an die Freiwillige Feuerwehr Iggelbach: von links Bürgermeister Gernot Kuhn, der Iggelbacher Wehrführer Friedrich Saib und sein Stellvertreter Jonas Repp sowie Wehrleiter Frank Flockerzi.

Blick in das Innenleben des Tragkraftspritzenfahrzeugs TSF-W mit 750 Liter Löschwasser an Bord

Neues Tragkraftspritzenfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Iggelbach

Ein großer Tag für die Freiwillige Feuerwehr Iggelbach war die Vorstellung des neuen Tragkraftspitzenfahrzeuges Wasser (TSF-W), ein perfektes Basisfahrzeug für alle Brand- und Hilfseinsätze. Gemäß dem Brandschutzbedarfsplan der Verbandsgemeinde Lambrecht wurden zwei dieser Fahrzeuge angeschafft, für die Feuerwehren Lindenberg und Iggelbach. Vor der versammelten Mannschaft und Gästen freute sich Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn, den Schlüssel des 202.288 Euro teuren Feuerwehrfahrzeuges an Wehrleiter Frank Flockerzi übergeben zu können. Dieser reichte den Schlüssel weiter an die örtliche Wehrführung mit Wehrführer Friedrich Saib und dem stellv. Wehrführer Jonas Repp. Der Bürgermeister lobte den Einsatz von Frank Flockerzi bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses, wodurch die Verbandsgemeinde Kosten eingespart hätte, denn normalerweise würden Ingenieurbüros solche Arbeiten ausführen.

Die Vorstellung des neuen TSF-W sei nicht nur für die Feuerwehr Iggelbach ein besonderer Tag, sondern für ihn selbst eine besondere Herzensangelegenheit, sagte Wehrleiter Frank Flockerzi. Mit anderen Wehrangehörigen habe er vor 25 Jahren vergeblich dafür gekämpft, ein TSF-W anzuschaffen, doch ohne Mitspracherecht habe man damals ein Tragkraftspritzenfahrzeug ohne Wasser „vor die Tür“ gestellt bekommen. Doch mittlerweile sehe der Brandschutzbedarfsplan den Einsatz wasserführender Löschfahrzeuge vor und das Land als Zuschussgeber akzeptiere die Allradausstattung der Fahrzeuge angesichts der örtlichen Berg- und Tallage.

Das ausgewählte Iveco-Fahrzeug mit 180 PS Leistung und 7,2 Tonnen Gesamtgewicht sei ein kompaktes Löschfahrzeug mit im Bedarfsfall entnehmbarer Pumpe und hohen Gewichtsreserven, der Aufbau erfolgte bei der Firma Rosenbauer in Österreich und bedeute einen Quantensprung für die Ausrüstung der Feuerwehr in Iggelbach, führte Frank Flockerzi aus. In der Kabine würden vier Pressluftatmer mitgeführt und zwei könnten schon während der Fahrt angezogen werden. Mit Hilfe der 750 Liter Wasser an Bord könne ein direkter Löschangriff ausgeführt werden. Eine Zusatzladung diene der Waldbrandbekämpfung mit Löschrucksäcken und Hacken, weitere Einsätze im Fahrzeug gelten der Ersten Hilfe, mitgeführt wird ein Stromerzeuger und ein ausfahrbarer Lichtmast, um das Umfeld zu erhellen. Erste erfolgreiche Einsätze habe das Fahrzeug vor einigen Wochen bei dem plötzlichen Schneechaos gefahren, denn ohne die neue Technik hätten wir „sehr alt ausgesehen“ führte der Wehrleiter aus.

Der neue hauptamtliche Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur des Landkreises Bad Dürkheim, Sascha Schwenk, würdige die Notwendigkeit der Anschaffung eines solchen leistungsfähigen Fahrzeuge für die kleinen Ortswehren. In früheren Jahren seien entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge nur in Stützpunktwehren vorgehalten worden. Es bedeute keinen Luxus, von kleinen Fahrzeugen aus vielfach helfen zu können, zumal bei Notfällen die Feuerwehren immer öfter zur Hilfe angefordert würden. Torsten Ritzmann, für den Deutschland-Vertrieb des österreichischen Feuerwehrgeräteherstellers Rosenbauer verantwortlich, gratulierte der Wehrleitung zum neuen Fahrzeug und bedankte sich für das Vertrauen mit einem Präsent. Dankbar nahm der Iggelbacher Wehrführer Friedrich Saib das neue TSF-W in Empfang und zeigte sich erfreut über die Mitwirkung bei der Konzepterstellung. Die Bevölkerung kann beim Feuerwehrfest am 2. und 3. Juli das neue TSF-W besichtigen.