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Talpost Lambrecht
Ausgabe 21/2026
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Geißbockbrautpaar 2026 wurde vorgestellt

Das Geißbock-Brautpaar 2026 mit Bürgermeister Andreas Ohler.

Anna und Timm-Niklas Stahl führen 2026 den Tributbock nach Deidesheim

Lambrecht. (Werner Dietrich) Der diesjährige Tributbock, den Lambrecht am Pfingstdienstag an Deidesheim abliefern muss, wird von Anna und Timm-Niklas Stahl übergeben. Die beiden 30-Jährigen kennen sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit am Leibniz-Gymnasium in Neustadt, wo sie auch ihr Abitur gemacht haben. Anna Stahl, geb. Leidner, ist gebürtige Lambrechterin und stand dem Brauchtum des Geißbockfestes von Kindesbeinen an nahe: Sie nahm bereits an den früheren Pfingstumzügen zum Festplatz oberhalb des Schützenvereins im Beerental teil und erlebte dort das Geißbockfestspiel im Wald. Als Grundschülerin war sie sogar am Pfingstdienstag bei der Ablieferung des Geißbocks von Lambrecht nach Deidesheim mitgelaufen. Die historische Verankerung dieser Tradition reicht bis ins 16. Jahrhundert und ist als Brauchtum zwischen Lambrecht und Deidesheim anerkannt.

Timm-Niklas Stahl, Sohn eines Neustadter Apothekers, hatte vor der Beziehung keinen persönlichen Bezug zu dieser Tradition; die Familie seiner künftigen Ehefrau machte ihn jedoch mit dem Brauchtum vertraut. Es war nicht primär Anna Stahls Idee, sich als Geißbock-Brautpaar zu bewerben — die standesamtliche Trauung fand bereits am 8. Mai 2026 statt. In diesem Jahr verlief die Auswahl anders: Anders als im vergangenen Jahr habe sich diesmal kein Paar von selbst gemeldet, berichtet Lambrechts Bürgermeister Andreas Ohler (CDU), woraufhin das Standesamt damit beauftragt wurde, bei der Anmeldung von Eheschließungen gezielt nachzufragen.

„Aber wir haben uns jetzt trotzdem wirklich gefreut und ich bin jetzt auch echt froh, dass wir das machen, weil die Hochzeit so schnell vorbeigegangen ist und jetzt können wir das noch so ein bisschen verlängern und haben somit noch ein bisschen mehr Hochzeit“, erklärt Anna. Das Paar studierte in Tübingen — Timm-Niklas Pharmazie, Anna Physik. Aktuell promoviert Timm-Niklas an der Universitätsmedizin Mainz; Anna arbeitet in der Prozessentwicklung bei TE Connectivity, einem Automobilzulieferer in Speyer. Ihr derzeitiger Wohnort ist Frankenthal; im Hinblick auf die Zeit nach der Promotion ihres Mannes sagt Anna: „Irgendwann zieht es uns bestimmt in die Nähe von Lambrecht.“

Zu ihren Hobbys zählen Treffen mit Freunden, Marathonlaufen, Anna ist begeisterte Triathletin, und gemeinsame Wanderungen gehören häufig zu ihrem Freizeitprogramm. Vor diesem Hintergrund erscheint der Geißbockmarsch von Lambrecht nach Deidesheim am Pfingstdienstag, dem 26. Mai 2026, für das sportliche Paar als durchaus zu bewältigende Aufgabe.

Geißbocktradition von Lambrecht und Deidesheim wurde zum Kulturerbe

Die Geißbocktradition zwischen den Städten Lambrecht und Deidesheim ist in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Die Anerkennung der Geißbocktradition als Immaterielles Kulturerbe würdigt einen gemeinsamen Brauch von Lambrecht und Deidesheim, der tief in der Region verwurzelt ist. Diese Tradition wird seit Jahrhunderten gepflegt und ist ein herausragendes Beispiel für lokales Brauchtum und lebendigen Gemeinschaftssinn in Rheinland-Pfalz. Das Fest bringt besonders in den Pfingsttagen viele Menschen zusammen und stärkt damit neben dem Bewusstsein für die eigene Geschichte auch das soziale Miteinander vor Ort. Den aktiven Trägern und den Antragsstellern gratuliere ich herzlich zur Anerkennung dieser Tradition als immaterielles Kulturerbe. Seit 1534 wird jedes Jahr am Pfingstdienstag ein Geißbock von Lambrecht nach Deidesheim überführt. Der Brauch begann als Gegenleistung für historische Weiderechte der Stadt Lambrecht in einem Deidesheimer Wald. Die Eintragung als Immaterielles Kulturerbe trägt zum Erhalt dieser Tradition bei.