Fotos: Werner Dietrich/Talpost
Lambrecht. Der Mainzer Graffiti- und Streetart-Künstler Leif-Eric Möller, der unter dem Namen „Leif.Lines“ arbeitet, wurde vom Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz beauftragt, mehrere Bahnunterführungen in Rheinland-Pfalz mit großflächigen Motiven zu gestalten. Die Bahnunterführung in Lambrecht ist für Möller bereits das sechste Projekt dieser Art; die Arbeiten vor Ort begannen am 12. Mai, die abschließenden Maßnahmen sind für die Kalenderwoche 24 vorgesehen. Anlass des Vorhabens waren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Graffitischmierereien in der Lambrechter Unterführung, die bei Reisenden und Besucherinnen ein negatives Erscheinungsbild erzeugten. Der Auftraggeber verbindet mit den professionell gestalteten Wandbildern die Erwartung, dem unkontrollierten Besprühen zumindest partiell Einhalt zu gebieten; ob dies dauerhaft gelingt, bleibt jedoch offen und wird sich erst im weiteren Verlauf zeigen.
Möller entwickelt und recherchiert die Motive eigenständig und setzt sie anschließend kreativ vor Ort um. Die Gemälde entstehen jeweils im vorderen Bereich der Unterführungen, wodurch sie für Pendler und Passanten gut sichtbar sind und unmittelbar zur Aufwertung des Verkehrsraums beitragen können. Seine Arbeitsweise verbindet eine moderne Streetart-Ästhetik mit regionalen Bezügen, sodass die Gestaltungen sowohl einen künstlerischen als auch einen ortsbezogenen Mehrwert bieten sollen. Die Platzierung und Sichtbarkeit der Arbeiten zielen darauf ab, öffentliche Wege attraktiver zu gestalten und das unmittelbare Umfeld aufzuwerten.
Bekannt geworden ist er in den vergangenen Jahren durch farbenfrohe Fassadengestaltungen, gestaltete Stromkästen, Innenraumprojekte und Interventionen auf öffentlichen Plätzen. Nach rund 30 Jahren in der Abgasentwicklung bei Opel stieg er 2019 aus der Automobilbranche aus und machte seine langjährige Leidenschaft für Graffiti zum Beruf; seither ist er in ganz Deutschland aktiv. Neben Auftragsarbeiten engagiert er sich in Workshops und künstlerischen Projekten im öffentlichen Raum mit dem Ziel, städtische Räume aufzuwerten, Identität zu stiften und einen Dialog über Kunst im Alltag zu fördern. Gleichzeitig bleiben Fragen zur langfristigen Pflege der Werke und zum Umgang mit illegaler Graffiti-Praxis relevant und bedürfen fortlaufender Aufmerksamkeit.