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Talpost Lambrecht
Ausgabe 23/2026
Esthal
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Der Neckarsteig von Heidelberg nach Bad Wimpfen 127 km Länge

PWV Esthal auf dem Neckarsteig

Ein Bericht des PWV Esthal

Esthal. Dieses Jahr waren noch zwei Tagesetappen des Neckarsteigs zu erwandern. Am 14.05.26 wurden wir mit vier Pkw nach Lambrecht Bahnhof gefahren. Unser Reisegepäck wurde mit zwei Pkw zum Hotel gebracht. Vielen Dank an die Fahrerinnen und Fahrer für ihren Einsatz. Nach mehr als 2 Stunden kamen wir am Bahnhof Mosbach an. Unser Gepäck wartete schon, und die Koffer wurden aufs Hotelzimmer im Goldenen Hirsch gebracht.

Es wurden zwei Wandergruppen gebildet: die Genusswanderer mit 7 Personen und die Neckarsteig-Wanderer mit 14 Personen. Die Neckarsteig-Gruppe startete um 11 Uhr durch die Kleinstadt, die Perle Mosbach, vorbei am Kiwwelschisserbrunnen, hinauf zum Hartwald-Plateau.

Auf dem Weg hinunter ins Luttenbachtal und anschließend leicht ansteigend zum Mahnmal für die deportierten Jüdinnen und Juden Badens musste der Regenschirm aufgespannt werden. Unter einer kleinen Überdachung drängte man sich zur Mittagsrast – im Stehen – an einem Grillplatz. Der Regen ließ erst nach, als wir auf Höhe der Schleuse Neckarzimmern waren und die Burg Hornberg in greifbare Nähe rückte. Die Burg, eine der besterhaltenen Ruinen am Neckar, war Heimat von Götz von Berlichingen, der einmal sagte: „Er aber sag’s ihm: Er kann mich am Arsch lecken.“

Von der Terrasse hatte man einen weiten Blick über das Neckartal und konnte bereits die Spitze der Michaelskapelle sehen, die wir über einen Abstieg ins Neckartal, vorbei am Bahnhaltepunkt Haßmersheim und über einen steilen Serpentinenpfad erreichten. Die Wallfahrtskapelle Sankt Michael, eine der ältesten Kapellen der ganzen Gegend, liegt inmitten von saftig grünen Wiesen, auf denen Kühe und Jungvieh grasten.

Hier lud Schäfers Ferienhof Michaelsberg mit Landrestaurant zu Kaffee und Kuchen ein. Danach waren es noch etwa 40 Minuten bis zum Bahnhof Gundelsheim. Der Weg führte uns noch kurz am Schloss Horneck vorbei, bevor wir nach Mosbach zurückfuhren.

Am Freitag, dem 15.05., fuhren beide Gruppen gemeinsam nach Bad Wimpfen. Für die Neckarsteig-Wanderer stand die letzte Etappe des Neckarsteigs an. Am Bahnhof standen wir vor dem Schild „Neckarsteig Start / Ziel Bad Wimpfen“. Auf dem Weg durch die denkmalgeschützte Altstadt gingen wir durch das untere Stadttor, das Schwibbogentor, und kamen über die nach ihm benannte Gasse zum Roten Turm. Dieser war damals Wehrturm und Rückzugsort. An der angrenzenden Burgmauer, oberhalb des unteren Stadttors, steht das Nürnberger Türmchen.

Auf dem Weg zum Blauen Turm sahen wir eine Gruppe mit historischen Fahrrädern und der dazugehörigen Kleidung: Hochräder, Dreiräder und Räder ohne Luftbereifung. Am Wahrzeichen der Stadt – dem Blauen Turm – angekommen: Er wurde um 1170 als westlicher Bergfried errichtet und diente als Hochwachturm. In ihm befindet sich eine Türmerwohnung. Der 58 Meter hohe Turm ist heute ein Aussichtsturm.

Auf dem Weg hinunter ins Neckartal lag noch die evangelische Stadtkirche mit ihren schlanken Osttürmen aus dem 13. Jahrhundert. Innen auf der Empore steht eine historisch bedeutende Barockorgel des Orgelbauers Johann Adam Ehrlich aus den Jahren 1747/1748. Unten am Neckar teilte sich die Gruppe. Die Neckarsteiger wanderten etwas zügiger am Neckar entlang nach Heinsheim. Dort gingen wir den Ort hinauf und über eine lange Treppe zur Bergkirche – immer wieder mit einem Blick zurück in das schöne Neckartal. Oben angekommen führte der Weg durch eine Baustelle am Aussiedlerhof; dort werden gerade Rohre für eine Biogasanlage verlegt. Über weite Felder blickend kamen wir zu einem jüdischen Friedhof.

Auf einem Pfad durch den Schlosswald erreichten wir die Burg Guttenberg – die Burg der Adler. Die spätmittelalterliche Burg Guttenberg ist eine der letzten unzerstörten Stauferburgen Deutschlands. Sie beherbergt eine Greifenwarte und ein Burgmuseum. Hier trafen wir wieder auf die Genusswanderer, und nach einer Brotzeit und einem isotonischen Getränk vom Kiosk traten wir gemeinsam den Weg zum Bahnhof Gundelsheim an. Diesen erreichten wir über das Schleusenbauwerk Gundelsheim und fuhren anschließend zurück nach Mosbach.

Am Samstag, dem 16.05., startete die sportliche Gruppe vom Bahnhof Eberbach aus zum höchsten Berg des Odenwaldes. Im Holdergrund überquerten wir auf einer Holzbrücke den Holderbach. Auf der Hirschbergseite führte uns der schöne Katzenbacher Pfad hinauf zur Curt-Brand-Hütte. Unterwegs überquerten wir die Waldbrunner Straße, als die Genusswanderer im Bus vorbeifuhren – auf dem Weg zu ihrem Ausgangspunkt. Von der Curt-Brand-Hütte war es nicht mehr weit, bis wir auf offenes Gelände kamen und der Katzenbuckel zu sehen war.

Im Ort Waldkatzenbach führte uns die Straße hinauf zum Landhaus Katzenbuckel. Von unten sahen wir dort die Genusswanderer, die – wie man später hörte – im Biergarten ein Plätzchen fanden. Uns führte der Weg daran vorbei zum Katzenbuckelsee und zur alten Skisprungschanze, anschließend hinauf zum Katzenbuckelturm. Ein herrlicher Rundumblick belohnte jeden, der hier hinaufkam. Wenige Minuten entfernt machten wir an der Freya-Hütte mit der Freya-Quelle – der höchstgelegenen Quelle im Odenwald – Mittagsrast.

Abwärts über einen kurzen, schmierigen Pfad und über Schotterwege erreichten wir die Ruine Eberbach, die besichtigt wurde. Am Fahnenmast, an dem sich der gesamte Mast drehte, hatte man eine herrliche Aussicht ins Neckartal und auf Eberbach.

Über einen Serpentinenpfad gelangten wir nach Eberbach. Der Zug brachte uns zurück nach Mosbach, wo man auf dem Musikfest am Marktplatz noch etwas zu hören bekam.

Am Sonntag, dem 17.05., wurde das Gepäck in die Pkw eingeladen und vom Bahnhof Mosbach aus fuhren alle nach Neckarburken. Die Tour machten beide Gruppen gemeinsam unter der Führung von Beate und Klemens.

Autor: Alfred Kuhn