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Talpost Lambrecht
Ausgabe 24/2026
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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Ehrenamt bewegt Steine – und schafft Lebensräume

Wo fängt man an?

Die Steine an der Basis werden korrigiert.

Auch die Treppe wurde wieder freigelegt.

Die Mauer ist fertig.

Die tatkräftigte Truppe hat es vollbracht.

 

 

 

 

 

Trockenmauerprojekt in den Bohnenäckern

Lambrecht. In Kooperation von Biosphärenreservat und dem dort angesiedelten Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sowie der Initiative Streuobstwiese Bohnenäcker, der LEADER Region Pfälzer Wald Plus (LAG+) und der Stadt Lambrecht konnte am 29. und 30. Mai ein Workshop zum Wiederaufbau einer Trockenmauer in Lambrecht durchgeführt werden.

Bei einer Einführung in den Schulungsräumen des Biosphärenreservats in den Aufbau einer Trockenmauer und deren Nutzen für Fauna und Flora hat die Gruppe nicht nur viel über Bindersteine, „Tote Männer“ und Drainage von Trockenmauern erfahren, sondern auch welche Tiere und Pflanzen sich in den Spalten der ohne Mörtel aufgeschichteten Mauern ansiedeln.

Nach der theoretischen Einführung ging es zusammen mit Steinmetz Armin Bibus zu der Streuobstwiese Bohnenäcker, wo Engagierte der Streuobstwieseninitiative bereits einen ca. 8m langen Abschnitt für den Wiederaufbau vorbereitet hatten. Die Böschung wurde mit einem Kleinbagger abgetragen und die noch vorhandenen Steine gesammelt.

Unter Anleitung des Steinmetzes ging es sofort zur Tat und die ersten großen Steine konnten gemeinsam von Hand aufgesetzt werden. Als Drainage wurden die Steinreihen mit kleineren Steinen hinterfüllt. Einen besonderen Nutzen hatte Split aus einem ehemaligen Schottergarten. Er wurde zwischen Mauersteine und Hinterfüllung eingebracht, um die Stabilität deutlich zu verstärken. Als Bindesteine in den Hang bzw. „Tote Männer“ wurden ehemalige Zaunpfosten aus Beton in die Mauer mit eingebaut.

Ab einer Mauerhöhe von ca. 1m wurde das Aufsetzen der großen Steine von Hand immer schwieriger. Gut, dass im Verlauf des Nachmittags des Kleinbagger wieder zur Verfügung stand. Welche Anstrengungen haben wohl unsere Vorfahren unternommen um ohne diese technischen Hilfsmittel diese zentnerschweren Steine einzubauen.

Bei Temperaturen von über 30°C war man um die schattenspendenden Eichen und die gekühlten Getränke dankbar.

Die Arbeiten wurden von Christine Brehm von der SGD-Süd für das aktuell laufende KuLaDig Projekt über die Streuobstwiesen in Lambrecht festgehalten.

Am Samstagnachmittag war es dann vollbracht. Auf 8m war die Mauer bis zu einer Höhe von ca. 1,7m wieder aufgerichtet und die Böschung oberhalb wieder hergerichtet. Auch eine fast zugewachsene Treppe an der rechten Seite wurde wieder freigelegt, sodass Baumpaten wieder leichter zu Ihren Obstbäumen gelangen. Insgesamt wurden über 6 Kubikmeter Steine verarbeitet. Einige Passanten haben bereits für Folgeprojekte noch bei Ihnen vorhandene Steine angeboten.

Der nächste Herbst und Winter wird die erste Bewährung der Mauer. Wird sie dem Wetter und den Willen der Wildschweine widerstehen?

Die Mauer wurde überwiegend ehrenamtlich erstellt. Einer Finanzierungszusage der LAG-plus für ehrenamtliches Engagement ermöglichte den Einsatz des Kleinbaggers. Die sehr wertvolle Anleitung durch den Steinmetz ist der Unterstützung durch das Projekt Neue Hirtenwege im Biosphärenreservat Pfälzerwald Nordvogesen zu verdanken.