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Talpost Lambrecht
Ausgabe 25/2022
Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz)
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Einsatz für Neidenfels und das gesamte Tal

Sybille Höchel, Neidenfelser Ortsbürgermeisterin und 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Lambrecht, feiert ihren 60. Geburtstag.

Sybille Höchel, 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Lambrecht und Ortsbürgermeisterin von Neidenfels, feiert 60. Geburtstag

Eine „Tal-Frau“ im besten Sinne war sie schon immer, Sybille Höchel, die in ihrem Heimatort Neidenfels am 23. Juni ihren 60. Geburtstag feiert. Heimatverbunden, wie sie nun einmal ist, blieb sie Neidenfels treu, obwohl sie beruflich sich nach auswärts orientieren musste. Nach der Grundschule in Neidenfels und einer weiteren schulischen Ausbildung führte sie ihr beruflicher Weg als Konferenzsekretärin zu Benckiser nach Ludwigshafen. Nach Hochzeit und der Geburt ihres ersten Kindes war ihr der berufliche Weg nach Ludwigshafen zu weit, ein Wohnortwechsel kam nicht in Frage und so wechselte sie zum damaligen Gewerbeaufsichtsamt nach Neustadt und nach einer innerbetrieblichen Qualifikation ist sie bis heute Mitarbeiterin der SGD Süd.

Die Mutter zweier mittlerweile erwachsener Kinder (ein Sohn, eine Tochter) ließ sich 2009 für die CDU in die Pflicht nehmen, als der langjährige Bürgermeister Werner Lautensack (SPD) auf eine erneute Wiederwahl verzichtete. Sie schaffte es, zur ersten Bürgermeisterin von Neidenfels gewählt zu werden, ihre Wiederwahlen erfolgten 2014 und 2019, wobei sie bei der letzten Direktwahl mit 87,7 der Stimmen ein Traumergebnis erreicht hatte. Mit der Mehrheit von 7 Sitzen gegenüber 5 Sitzen der SPD im Gemeinderat könnte sie eigentlich rechnerisch „ungefährdet“ regieren, doch ihr Bestreben ist es, die Gemeinschaft zu pflegen, und so ist sie stolz darauf, dass fast alle Beschlüsse im Gemeinderat einvernehmlich „als Team“ gefasst werden konnten.

Eine Frau „die Wahlen gewinnt“ ist automatisch zu Höherem berufen und so wurde ihr der Posten der 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Lambrecht nach den Kommunalwahlen 2019 angeboten und sie wurde Nachfolgerin von Hans-Werner Rey, und zuständig für die Geschäftsbereiche Schule, Sport und Kultur. Ihr Start in die Arbeit der Verbandsgemeinde war gekennzeichnet durch die Corona-Pandemie, es mussten wichtige Beschlüsse gefasst werden, wie den Einbau von Lüftungsgeräten in den Schulräumen. Auch weitere bauliche Maßnahmen in den Grundschulen waren weiterzuführen oder mussten in die Wege geleitet werden. Ihr weiteres Aufgabengebiet Sport und Kultur im Tal litt unter der Pandemie, reihenweise mussten Veranstaltungen während der letzten beiden Jahre abgesagt werden und das Vereinsleben kommt jetzt erst wieder richtig in Schwung. Es stehen sowohl die Kerwen als auch Sänger- und Musikveranstaltungen an, ebenso der Talpokal bei den Fußballern und am 2. Juli wird das 50jähirge Jubiläum der Verbandsgemeinde Lambrecht gefeiert.

Seit 13 Jahren trägt Sybille Höchel Verantwortung für das Papiermacherdorf Neidenfels, das „Opfer“ der aktuellen Berechnung der Gewerbesteuer bei einer zu geringen Einwohnerzahl mit der Folge hoher Umlagenzahlungen ist und damit ein großes Haushaltsdefizit ausweisen muss. Aktuell hat sie einen Hilferuf an die Ministerpräsidentin gesandt, sie möge sich dieser besonderen Situation von Neidenfels einmal persönlich annehmen. Eine Antwort steht noch aus. Eine Mammutaufgabe stellt die Erweiterung der Kindertagesstätte dar, die bereits seit Jahren in der Bearbeitung ist, mittlerweile liegt jetzt ein Bewilligungsbescheid des Kreisjugendamtes vor, wenn die Zuschüsse fließen, kann mit der baulichen Maßnahme begonnen werden. Der örtliche Straßenausbau wird Schritt für Schritt vorgenommen, sprachlos, denn ungefragt, musste Sybille Höchel aktuell die bauliche Lösung der komplizierten Überquerungshilfe samt Radwegequerung der B 39 hinnehmen. Der von Sybille Höchel mit anderen gegründete „wirtschaftliche Verein“ zum Betrieb des Dorfladens „Regional im Tal“ bereitet ihr momentan Sorgen, denn nach der hoffnungsvollen Eröffnung kamen finanzielle und organisatorische Probleme angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung als Folge des Krieges in der Ukraine hinzu, weshalb der Dorfladen zunächst geschlossen werden musste. Ein neues Konzept mit weniger hohen Fixkosten ist in der Bearbeitung, denn die bisherigen Umsatzzahlen würden Hoffnung auf einen Weiterbestand geben.

Viel Arbeit erforderte in den letzten Jahren die Sanierung der Sporthalle samt dem Ausbau des Kunstrasenplatzes, der sehr rege nicht nur von den ballspielenden Gruppen, sondern während der Corona-Pandemie auch von Tanzsportlern und auch von Vereinen von außerhalb genutzt worden sei. Stolz sei auf ihre „Dorfjugend“, auf die sie sich immer verlassen konnte und die durch nachrückende Generationen sich immer erneuere. Nach der Kerwe werden auch die monatlichen Seniorennachmittage wieder aufgenommen. Eine Zukunftsaufgabe ist der behindertengerechte Ausbau des Bürgerhauses, für diese planerischen Arbeiten sei man auf der Suche nach einem Architekten. Ein weiteres Zukunftsthema ist die Sanierung und der Erhalt des „Schimpf‘schen“ Hauses, für das man auf eine Förderzusage warte. Die vor dem Bürgerhaus sich befindliche desolate Brunnenanlage wird durch neue Wasserspiele ersetzt, für die ehrenamtliche Hilfe beim Ausbau des Kinderspielplatzes bedankte sie sich bei jungen Neidenfelser Familien. Ehrenamtlich werde an einem Waldspielplatz am Ende der Zwerlenbach gearbeitet, wo im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes eine Mulde angelegt wurde, um Oberflächenwasser zu sammeln.

Trotz einer Arbeitsflut und manchen Hindernissen sehe sie als „positiver Mensch“ erwartungsvoll in die Zukunft im Bereich ihrer Verantwortung für Neidenfels und die gesamte Verbandsgemeinde. Das ehrenamtliche Engagement begleitet sie auch bis in ihren Privatbereich, Erholung findet sie beim Schwimmen und bei der abendlichen Lektüre. In der Pflege des großen Grundstücks bei ihrem Haus sind ihr zwei Bergziegen und zwei Schafe behilflich, die bei ihr in „Vollpension“ den Grasbewuchs abweiden.