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Talpost Lambrecht
Ausgabe 25/2022
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Trinkwasserverbund zwischen Frankeneck und Schwarzbach?

 Der Brunnen und Wasserwerk im Fischertal hat eine hohe Bedeutung für einen künftigen Trinkwasserverbund in der Verbandsgemeinde Lambrecht.

Machbarkeitsstudie mit vier Alternativen für eine zukunftssichere Trinkwasserversorgung der Gemeinden Elmstein, Esthal, Frankeneck und Neidenfels samt Annexen vorgestellt – Lambrecht, Lindenberg und Weidenthal noch nicht in der Studie

(ve) Eine Mammutaufgabe, die noch Jahre die Verbandsgemeinde Lambrecht zu beschäftigen scheint, wird die künftige sichere Trinkwasserversorgung im topografisch schwierigen Pfälzerwald sein. Angesichts der rückläufigen Schüttung von Quellen, verstärkt durch den Einfluss des Klimawandels, kann keine Kommune und schon gar nicht jede Annexe seine Trinkwasserversorgung als „Insellösung“ allein sicherstellen. Versorgungs-Ringe und Verbindungen sind anzustreben mit der Folge langer Leitungen, zwischengeschalteter Hochbehälter und Druckerhöhungsanlagen. Dabei ist wiederum mancher Teilverbund möglich. Teils müssen für die Leitungen große Querschnitte gewählt werden.

Angesichts der Zukunftssicherung hatte die Verbandsgemeinde eine Machbarkeitsstudie dem Ingenieurbüro Dilger in Dahn aufgetragen. Die mit der Aufgabe befassten Diplom-Ingenieure Markus Wieser und Martin Breitsch haben jetzt die Machbarkeitsstudie, aufgeteilt in vier Alternativ-Möglichkeiten vorgestellt. Der Studie voraus ging eine Untersuchung der momentan in Betrieb sich befindlichen Quellen und Brunnen, die Erfassung ihrer Schüttung im Zeitraum eines Jahres samt ihrer Zukunftssicherheit. Im Durchschnitt hat sich ergeben, dass die Trinkwasserförderung jeweils zum Jahresende hin rückläufig ist. Einige Quellschüttungen wurden als nicht zukunftsfähig bewertet.

Die Vorschläge umfassen jeweils einen Teilverbund von Elmstein mit den Ortsteilen Iggelbach und Helmbach sowie Esthal und Neidenfels, der weitere westliche Teilverbund beinhaltet Erlenbach, Schwarzbach, Speyerbrunn und Mückenwiese.

Versorgung aus dem Brunnen Fischertal und Helmbach-Quelle

Die Alternative A erfolgt im Rahmen der Eigenversorgung aus dem Brunnen Fischertal bei Neidenfels und der Helmbach-Quelle. Vom Fischertal aus ist eine rund 5,7 km lange Leitung nach Esthal neu zu verlegen und von hier wird Schwabenbach über eine Leitung über 2 km angeschlossen. Dank dem bestehenden Anschluss kann der Ring nach Elmstein geschlossen werden, der ohnehin bis Helmbach besteht. Neu muss dann eine Leitung nach Erfenstein über 4,5 km verlegt werden mit dem Anschluss an das Wasserwerk Sattelmühle/Frankeneck und eine neue Verbindung muss dann zum Brunnen Fischertal erstellt werden. Die westlichen Ortsteile von Elmstein: Schwarzbach, Speyerbrunn und Mückenwiese werden über eine neue 8,2 km lange Leitung von Iggelbach aus zusammen mit der Anbindung von Erlenbach versorgt. Eine Kostenschätzung ergibt rund 11 Millionen Euro.

Fremdversorgung von der Sattelmühle der Stadtwerke Lambrecht

Die Alternative B sieht eine Fremdversorgung aus dem Wasserwerk Sattelmühle der Stadtwerke Lambrecht vor. Die Verbindung vom Fischertal zum Hochbehälter Frankeneck und zur Sattelmühle wird neu hergestellt. Über eine bestehende Leitung ist Erfenstein angeschlossen, eine neue Leitung von der Sattelmühle über 7 km nach Esthal ist zu verlegen und weiter der Anschluss nach Schwabenbach / Elmstein mit Harzofen, Appenthal, Schafhof, Rödertal und Helmbach zu schaffen. Über eine neue Leitung vom Schafhof nach Iggelbach über 2,3 km ist der Teilverbund mit den westlichen Annexen erreicht, wenn die Leitung über 8,2 km von Iggelbach nach Schwarzbach verlegt ist. Diese Alternative sieht eine Kostenschätzung von 8,5 Millionen Euro vor.

Teil-Fremdversorgung von der Sattelmühle

Die Alternative C stellt eine Teil-Fremdversorgung aus dem Wasserwerk Sattelmühle der Stadtwerke Lambrecht dar unter Nutzung des Hochbehälters Schauerberg und der Einbindung des Brunnens Fischertal mit neuen Leitungen nach Esthal, weiter nach Schwabenbach, um die Ringverbindung nach Elmstein zu schaffen. Iggelbach wird in diesem Fall durch neue Leitungen von Elmstein über 2,3 km und von Helmbach aus über 6 km erreicht. Dieser Kostenrahmen beträgt 14 Millionen Euro.

Neubau von Brunnen und Wasserwerk

Die Alternative D sieht einen Teilverbund von Lambrecht, Neidenfels, Frankeneck mit Iptestal und Erfenstein vor, wobei neue Leitungen lediglich vom Fischertal nach Frankeneck erfolgen müssten. Im Bereich Helmbach wird ein Brunnen mit Wasserwerk neu gebaut und von hier aus Elmstein erreicht, wobei Schwabenbach und Esthal angebunden werden. Die Versorgung von Iggelbach erfolgt direkt von Helmbach aus, parallel dazu vom Schafhof aus eine neue Leitung gebaut. Der Kostenrahmen wurde für diese Alternative auf 12 Millionen Euro festgelegt, wobei allein für den Neubau des Brunnens/Wasserwerks Helmbach 3,5 Millionen Euro angesetzt sind.

Zukunftsaufgaben sind zu lösen

Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung sei eine große Zukunftsaufgabe, doch es müsse entschieden werden, welche Alternative gewählt werde, führte Beigeordneter Erich Pojtinger (SPD) aus. Geklärt werden müsse auch die Anbindung von Weidenthal. Vorsichtig nannte er für die Gesamtmaßnahme die Zahl „20 Millionen Euro“, wobei das Thema noch lange die Gremien beschäftigen werde. Volker Neumann, Werkleiter der Verbandsgemeindewerke kündigte an, dass nach dieser Machbarkeitsstudie die Studien für Lambrecht und Weidenthal folgen werden. Die Verbandsgemeindewerke haben bekanntlich das defizitäre Wasserwerk der Gemeindewerke Weidenthal übernommen. Um sich ein abschließendes Bild zu verschaffen, müssten die Teilbereiche Lambrecht und Weidenthal unbedingt in die Studie eingearbeitet werden, auch angesichts der Wirtschaftlichkeit und der Folgekosten führte Peter Seelmann (CDU) aus. Stefan Herter (SWG) sprach von der verpassten Chance, eine Wasserleitung parallel zur Abwasserleitung vorausschauend zu verlegen. Die Abwasserleitung war vor zehn Jahren zwischen Weidenthal und Frankeneck/Lambrecht gebaut worden.