v.l.n.r. Peter Frey, Jutta Baumann und Gabriele Muder.
Lambrecht. Nach vielen Jahren wird der Adventsmarkt „So weihnachteln wir im Kohlbachtal“ nicht mehr stattfinden. Diese Nachricht prägte die Mitgliederversammlung der Naturfreunde-Ortsgruppe Lambrecht am 13. Juni 2026 und sorgte bei den Mitgliedern für nachdenkliche Stimmung.
Wie die Vorsitzende in ihrem Jahresbericht erklärte, habe sich die Entscheidung bereits seit längerem abgezeichnet. Altersbedingt und aufgrund fehlender Helferinnen und Helfer sei die Organisation der Veranstaltung nicht mehr zu leisten. Der Ortsgruppenausschuss habe deshalb einstimmig beschlossen, den Adventsmarkt auslaufen zu lassen. Für die Vorsitzende, die seit 2009 an der Spitze der Ortsgruppe steht, sei dies die schwerste Entscheidung ihrer bisherigen Amtszeit.
Auch insgesamt blickten die Naturfreunde auf ein herausforderndes Vereinsjahr zurück. Der Altersdurchschnitt der Ortsgruppe habe sich nicht verändert, neue jüngere Mitglieder konnten erneut nicht gewonnen werden. Zudem hätten ein Todesfall und mehrere Erkrankungen dazu geführt, dass das geplante Jahresprogramm deutlich reduziert werden musste.
Dennoch gelang es dem Verein, wichtige Angebote aufrechtzuerhalten. Die monatlichen Wanderungen fanden – teilweise in angepasster Form – weiterhin statt, ebenso die regelmäßigen Treffen der Seniorengruppe. Die geplante Wanderwoche im Vogelsberg musste dagegen abgesagt werden.
Zu den Höhepunkten des Jahres zählten das Urlaubertreffen im August mit musikalischer Begleitung sowie der Adventsmarkt Ende November. Trotz einer sehr angespannten Personalsituation sei dessen Durchführung gelungen. Das Wetter habe den Organisatoren allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dauerregen und ungünstige Bedingungen hätten sich spürbar auf die Besucherzahlen und das finanzielle Ergebnis ausgewirkt.
Großen Dank sprach die Vorsitzende den zahlreichen Unterstützern aus. Besonders hervorgehoben wurden die „Lambsheimer Freunde“, die beim Aufbau der Hütten und Zelte tatkräftig halfen. Die langjährige Freundschaft zwischen beiden Gruppen habe sich dadurch weiter vertieft. Anerkennung erhielten auch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie Umweltreferentin Petra Knoll, die die Vereinswebseite kontinuierlich betreut und aktuell hält.
Positive Entwicklung des Naturfreundehauses Kohlbachtal
Erfreulich entwickelte sich nach Angaben des Vorstands die Nutzung des Naturfreundehauses. Die hohe Besucherfrequenz und zahlreiche positive Rückmeldungen belegten die Zufriedenheit der Gäste. Darüber hinaus unterstützte die Ortsgruppe die Stadt Lambrecht erneut mit einer Spende von 100 Euro für den Seniorennachmittag.
Die Kassenberichte ergaben einen geringen Gewinn, der Verein steht finanziell auf guten Füßen.
Ehrungen langjähriger Mitglieder
Im Rahmen der Versammlung standen auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf dem Programm. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Ellen Dietmann, Klaus Huter, Ursula Huter und Harald Koch ausgezeichnet. Seit 50 Jahren gehören Gerold Baumann, Anja Frieß, Ännchen Frieß, Rainer Frieß und Angelika Helf den Naturfreunden an.
Besonders gewürdigt wurden Franziska Göller und Peter Frey für ihr jahrzehntelanges Engagement. Göller prägte die Ortsgruppe in zahlreichen Ehrenämtern und setzte wichtige Akzente in der Kinder- und Jugendarbeit sowie bei der Waldweihnacht. Frey machte sich unter anderem durch seinen Einsatz bei Arbeitsdiensten, im Hausdienst und als Organisator rund um den Adventsmarkt verdient. Eine weitere besondere Ehrung erhielt Jutta Baumann für 60 Jahre Mitgliedschaft und ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement.
Problem mit der Wasserversorgung ehrenamtlich behoben
Positives konnte der Vorstand auch bei einem technischen Problem vermelden. Die durch Wurzeleinwuchs beschädigte Wasserversorgung im Bereich der Quelle, die beim Adventsmarkt 2024 für Schwierigkeiten gesorgt hatte, wurde inzwischen in Eigenleistung repariert. Maßgeblich beteiligt waren Peter Müller, Peter Frey, Robert Müller und Thomas Schehr.
Mit Sorge blickt die Ortsgruppe jedoch in die Zukunft. Das nachlassende ehrenamtliche Engagement mache sich zunehmend bemerkbar und erschwere die Vereinsarbeit erheblich. Die Vorsitzende appellierte deshalb an die Mitglieder, sich stärker einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig kündigte sie an, bei den Vorstandswahlen im Jahr 2027 nicht erneut für das Amt der Vorsitzenden zu kandidieren.
Trotz aller Herausforderungen überwog zum Abschluss der Versammlung der Dank an die zahlreichen Unterstützer, die das Vereinsleben auch im vergangenen Jahr mit ihrem Einsatz ermöglicht haben.