Fotos: Herbert Laubscher
Weidenthal. (Herbert Laubscher) Seit nunmehr 43 Jahren befahren die Alten Herren des Wacker Weidenthal die Welt. Die aktuelle Reise zum deutschen Nachbarn Holland war sicher eine der schönsten und abwechslungsreichsten überhaupt. Das Reiseziel Egmond aan Zee bietet alles was das Herz begehrt.
Das Tophotel Zuiderduin verfügt über Annehmlichkeiten ohne Ende und ist gerade für Gruppenreisen prädestiniert. Hallenbad mit Sauna, Kinderanimationen, „Spielhölle“, Beauty mit Massage, Fitness-Center und Lucky Strike Bowling, was will man mehr. Doch da gab es auch noch den einzigartigen „O´Donnell´s Pub“, den abendlichen Anlaufpunkt mit Liveübertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft und unter vielem anderen auch einer klasse Whiskyauswahl. Langeweile kam da keine auf. Schotten und Iren würden da vor Neid erblassen. Und der wunderbare Strand war gerade mal etwa einhundert Meter entfernt. Direkt unterhalb des Leuchtturms J.C.J. von Speijk aus dem Jahre 1834. Vor allem aber glänzte das Hotel mit einer sensationell guten Küche. Es gab bei Frühstück und Abendessen praktisch nichts, was es nicht gab. So waren alle Grundlagen für eine tolle Erlebnisreise im schönen Nachbarland vorhanden, zumal auch das Wetter über die Tage prima mitspielte.
Schon die Anreise über die Autobahn Koblenz-Köln machte Lust auf mehr. Über Venlo, Utrecht und Leiden ging die Fahrt weiter nach Rotterdam, nach Amsterdam die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden. Der Hafen ist der größte Umschlaghafen Europas. Vom kleinen Frachter bis zum Ozeanriesen für Container oder Öl, hier legen sie alle an. Vieles davon konnte man bei einer interessanten Hafenrundfahrt kennen lernen.
Das Ziel am zweiten Tag war Alkmaar, wo jeden Freitag der weltberühmte Käsemarkt stattfindet. Eine der größten Attraktionen des Landes. Viele tausend Besucher aus aller Welt kommen jedes Jahr eigens für den traditionellen Käsemarkt in das Städtchen. Innerhalb der Stadtmauern gibt es über vierhundert Monumente zu bestaunen. Die konnte man mittels Stadtrundgang oder auch einer Grachtenfahrt kennen lernen, zumindest teilweise. Das bekannte „Friethous de Vlaminck“ am Randes Marktes bietet sich mit unzähligen Sorten Pommes zur Stärkung an. Eine Gelegenheit, die rege genutzt wurde.
Am folgenden Tag ging die Reise in eine typische Polderlandschaft in Nordholland. Dort liegt „De Zaanse Schans“. Auf einem Gebiet von acht Hektar wurden Häuser und Wirtschaftsgebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert zusammengetragen. Auf der Zaansen Schans wohnen und arbeiten Menschen, die dafür sorgen, dass der Glanz des Goldenen Zeitalters dieses Industriegebiets erhalten bleibt. Zahlreiche Windmühlen sorgen für das typisch holländischen Flair. Und für Whiskyfreunde wird da tatsächlich auch gesorgt. Im kleinen Restaurant am Eingang zur Anlage gibt es vorzügliche holländische „Wasser des Lebens“ und ein kleines Whiskymuseum. Am Nachmittag ging es an die Nordseeküste. Ein Aufenthalt in Volendam am Markermeer bringt den Gästen das typische holländische Fischerdorf mit Holzhäusern, Grachten und Zugbrücken näher. Die Marina ist mit ihren Museumsschiffen eine Sehenswürdigkeit für sich und bietet zahlreichen Einkehrmöglichkeiten. Rund um den Hafen gibt es die besten Fischspezialitäten.
Tags darauf stand eine Reise in die Vergangenheit auf dem Programm. Von Hoorn am Ijsselmeer ging es mit dem historischen Dampfzug nach Medemblik. Die 20 km lange Strecke führte vorbei an idyllischen Dörfern und üppigen Weiden. Nach der Ankunft am Deich des Ijsselmeeres schipperten die Hollandfreunde mit dem Museumsschiff „Ms.Friesland“ entlang der malerischen Küste bis nach Enkhuizen. Absolute Höhepunkte hier das Drommedaris Kulturzentrum und das Zuiderzee-Freiluftmuseum. Das „Venedig des Nordens“ war am nächsten Tag das Reiseziel. Amsterdam wurde mittels einer Bustour besichtigt und von einer kompetenten Reiseführerin nahe gebracht. Einer der vielen Glanzpunkte dieser Rundfahrt war sicher die malerische „Rembrandtmühle“ mit der Statue des berühmten Malers. Das imposante Gebäude des Rijkmuseums könnte auch als Bahnhof durchgehen. Vom Hauptbahnhof aus ist man auch gleich im historischen Zentrum mit den Grachten und dem Rotlichtviertel. Unter vielem anderen auch besonders beachtenswert das Anne-Frank-Huis und das großartige Van-Gogh-Museum.
Noch intensivere Eindrücke lieferte die Grachtenfahrt am Nachmittag. Dabei kann man das Flair der Stadt besonders auf sich wirken lassen. Von den berühmten Wasserstraßen der Altstadt aus hat man interessante Blicke hinter die Kulissen der niederländischen Hauptstadt (940.000 EW). Beeindruckend und nicht ganz ungefährlich sind auch die rund 400.000 Fahrräder auf 22.000 Quadratkilometern.
Der letzte Tag wurde im Reisestandort Egmond an Zee verbracht. Sehenswert der alte Ortskern mit seinen kleinen, typisch holländisch gebauten Häusern. Am kilometerlangen allerfeinsten Sandstrand laden sieben moderne oder urige Strandbars zur Einkehr ein. Der Strandspaziergang und die diversen Einkehrmöglichkeiten boten nochmals alles was das Herz begehrt. Die Sonne schien den lieben langen Tag und das Wasser der Nordsee war badewannenwarm. So ging auch der Übergang vom „Nautilus“ am Strand zum „O´Donnell´s Pub“ im Hotel reibungslos vonstatten.
Die 43. Mehrtagesfahrt der Wacker-Senioren wird in Erinnerung bleiben. Die 23 Teilnehmer der Weidenthaler Reisegruppe waren jedenfalls durchweg begeistert. Busfahrer Thomas chauffierte seine Gefährt durch auch noch so enge Gässchen und war dazu noch ein ausgewiesener Meister im Rückwärtsfahren. Auf der Heimfahrt wurden schon gleich Planungen für das kommende Jahr gemacht. Mal sehen, wohin die Reise dann gehen wird.