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Talpost Lambrecht
Ausgabe 27/2026
Esthal
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Die katholische Kirchengemeinde Hl. Johannes XXIII., Lambrecht trauert um Karl Becker

Das Bild zeigt Karl Becker bei der Verleihung der Pirminius-Plakette in Speyer am 05.10.2008

Esthal. Die katholische Pfarrei Hl. Johannes XXIII., Lambrecht trauert zusammen mit den Katholiken und Katholikinnen in Esthal um Karl Becker. Karl Becker war vor der Zusammenlegung der Pfarreien 2015 und vor seinem Umzug ins Altenheim in Kaiserlautern langjähriger Sakristan in Esthal und darüber hinaus im kirchlichen Leben vor Ort nicht wegzudenken. Er verstarb am 27. Juni 2026 im Alter von 96 Jahren im Diakonissenhaus am Stadtpark in Kaiserslautern.

Karl Becker wurde am 14. März 1930 in Kaiserslautern geboren. Nach einer Ausbildung zum Schuhmacher ging er in die Gemeinschaft der Franziskaner-Minoriten des Klosters Schwarzenberg in Scheinfeld. Dort ließ er sich während seines siebenjährigen Aufenthalts zum Sakristan ausbilden. Danach heiratete er seine erste Frau und fand seine Heimat in Esthal. Mit ihr hatte er zwei Söhne. Nach deren frühen Tod heiratete er noch einmal. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Insgesamt hinterlässt er drei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel.

Am 1. April 1959 übernahm Karl Becker den Dienst als Sakristan der Bruder-Konrad-Kirche in Esthal. Dieses Amt erfüllte er 55 Jahre lang mit außergewöhnlicher Hingabe und tiefer Glaubensverbundenheit. Während dieser Zeit begleitete er unzählige Gottesdienste und kirchliche Feiern und stand fünf Pfarrern als verlässlicher Weggefährte zur Seite. Darüber hinaus engagierte sich Karl Becker über 34 Jahre als Erster Vorsitzender des Kirchenchores St. Konrad, war langjähriger Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und organisierte zahlreiche Wallfahrten nach Altötting, wo der Hl. Bruder Konrad begraben liegt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Sakristandienst blieb er seiner Pfarrgemeinde eng verbunden und gab sein Wissen unter anderem an Kommunionkinder weiter. Er war immer ein geschätzter Ansprechpartner in allen kirchlichen Belangen. Für viele war er die erste Anlaufstelle, wenn es um Fragen rund um Liturgie und Gottesdienst ging. Hilfsbereit und bescheiden stand er Rede und Antwort. Nach seinem Umzug in das Diakonissenhaus in Kaiserslautern ging er diesen Weg weiter. Mit großem Engagement setze er sich als Vorsitzender des Heimbeirates für seine Mitbewohner ein und betreute die Kranken und Sterbenden seelsorgerisch.

Noch an seinem 96. Geburtstag im März dieses Jahres überraschte ihn der Kirchenchor St. Konrad mit einem Ständchen im Diakonissenhaus. Auch Pfarrer Christoph Herr und der langjährige Pfarrer von Esthal, Gerhard Burgard, gratulierten persönlich und würdigten sein Lebenswerk. Dort sagte er noch mit Tränen in den Augen: „Für viele ist das Altenheim Endstation. Für mich war es wie ein neues Leben. Hier konnte ich meiner Berufung folgen, durfte aufleben und als Seelsorger helfen.“

Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken erhielt Karl Becker zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, die Pirminius-Plakette des Bistums Speyer, die Bruder-Konrad-Medaille, Altötting sowie die Ernennung zum Ehrensakristan der Pfarrgemeinde St. Konrad, Esthal.

Mit Karl Becker verliert die Kirchengemeinde einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg den Glauben mit Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und großem persönlichem Einsatz lebte. Sein Wirken wird in Esthal und weit darüber hinaus in dankbarer Erinnerung bleiben.

Karl Becker wird am Donnerstag, den 9. Juli 2026 auf dem Friedhof in Esthal, um 14.30 Uhr beigesetzt.