Gruppenbild vor dem Hotel
Blick über St. Georgen zum Dorf Tirol
Der Gipfel des Windspitz (2.392 m) ist erreicht
Lambrecht. (Walter Klein) Dieses Jahr führte die Wanderfahrt den PWV Lambrecht vom 21. bis 27. Juni nach Südtirol. Ziel war das herrlich auf einem von der Sonne verwöhnten Hochplateau über Meran gelegene Örtchen Schenna. Pünktlich um 7.00 Uhr am Sonntagmorgen machten sich die „Pfälzerwäldler“ von Lambrecht aus auf den Weg nach Südtirol. Nach einer Frühstückspause mit spendiertem Kaffee und Kuchen von unserem Reiseunternehmen Eisinger und zwei zusätzlichen „Pflichtpausen“ für unseren Busfahrer Rudi wurde Schenna am späten Nachmittag erreicht.
Nach der Begrüßung durch den Hausherrn vom Hotel „Schennerhof“ und dem Einchecken traf man sich nach dem ersten gemeinsamen Abendessen noch zu einem kleinen Rundgang durch Schenna. Schon hier konnte man das mediterrane Klima und die herrliche Aussicht auf die im Tal gelegene Kurstadt Meran samt Umgebung genießen.
Zum Auftakt auf dem Schenner Waalweg unterwegs
Um unseren Busfahrer Rudi nach der langen Anfahrt vom Vortag einen verdienten Ruhetag zu gönnen, ging es für die erste Wanderung direkt vom Hotel aus auf die „Piste“. Auf dem „Schenner Waalweg“ und dem „Wiesenweg“ wanderte man entlang der schon vor Jahrhunderten angelegten Bewässerungskanäle durch schönen Fichtenwald und durch großzügige Obstplantagen. Immer wieder hatte man zwischendurch einen freien Blick in den Meraner Talkessel. Der schöne Rundweg war ein guter Einstieg und ein angenehmer Aufgalopp für die folgenden Wandertage.
Wanderung auf dem längsten Waalweg von Südtirol
Am zweiten Tag fuhr man nach dem Frühstück nach Töll/Partschins, dem Ausgangspunkt für die Wanderung auf dem „Marlinger Waalweg“. Der Waalweg ist der längste und mit Sicherheit auch einer der schönsten Waalwege von Südtirol. Er zieht sich auf einer Höhenlinie zwischen 300 und 500 Metern, ohne nennenswerte Steigungen, durch riesige Apfelplantagen oberhalb der Ortschaften Forst, Marling und Tscherms bis nach Lana. Auf dem ca. 12 Kilometer langen Wanderweg gibt es unterwegs eine Menge von Einkehrmöglichkeiten – Buschenschänken – von deren Nutzung die Wandergruppe auch redlich Gebrauch machte, um dem Wasserverlust bei den tropischen Temperaturen etwas entgegenzusetzen. Auf der ganzen Wegstrecke wurde man, wie schon am Vortag, mit tollen Panoramaausblicken über das Meraner Becken auf die gegenüberliegende Bergwelt der „Texelgruppe“ und der „Sarntaler Alpen“ verwöhnt. Am Busbahnhof in Lana sammelte unser Busfahrer Rudi die versprengte Wandergruppe wieder ein, und es ging gemeinsam auf die Rückfahrt zu unserer Unterkunft in Schenna.
Von wegen Ruhetag und Regeneration! – Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff und der Stadt Meran.
Am Mittwoch, dem „Bergfest“ der Wandertage, stand zur Regeneration der Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff und ein Stadtbummel durch Meran auf dem Programm. Wer dachte, dass am „Ruhetag“ nix los ist, hatte falsch gedacht und war im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg. Ein Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff und durch Meran zu flanieren, ist zwar sehr schön, kann aber bei Temperaturen jenseits der 30 Grad doch auch sehr schweißtreibend und anstrengend sein.
Für die auf 12 Hektar herrlich angelegten Gärten von Schloss Trauttmansdorff hatte man den Vormittag und den frühen Nachmittag bis halb zwei eingeplant. So machte man sich in kleinen Gruppen auf sanft ansteigenden Wegen auf eine Reise durch vier Gartenwelten mit Pflanzen aus aller Welt, vorbei an sonnigen Terrassen und plätschernden Bächen. Immer wieder lockten zwischendurch Ruhebänke, um zu entspannen und die tollen Aussichten auf die Umgebung zu genießen.
Nach dem Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff machte man sich auf den Weg in den „Glutkessel“ Meran. Meran ist mit ihren etwas mehr als 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Südtirol. Auch hier wurde wieder in kleineren Fußgruppen die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten erkundet und reichlich von der ortsansässigen Gastronomie Gebrauch gemacht. Nach einem auch nicht minder ausgiebigen Stadtbummel durch die Parkanlagen und „Einkaufsgassen“ und entlang der Promenade an der „Passer“ kam man gut gegrillt wieder im Hotel in Schenna an. Soviel zum Thema „Regenerations- und Ruhetag“.
Eine kleine Gruppe von 4 Bergwanderern und einem Klettersteiggeher suchte dagegen Abkühlung in der Höhe und machte sich mit der Meran 2000 Bergbahn hoch in die Bergwelt. Der Klettersteiggeher trennte sich an der Bergstation von der Wandergruppe und machte sich auf dem Heini-Holzer-Klettersteig hoch zum „Großen Ifinger“ (2581 m). Derweil ging es für die vier Wanderer erst einmal gemütlich mit der Naifjoch-Umlaufbahn und schließlich mit dem Mittager-Sessellift hoch auf 2260 Meter zwischen dem „Kleinen Mittager“ und der „Mittagerhütte“. Von hier ging es dann zu Fuß noch ein paar Meter höher auf die Gipfel der „Windspitze“ (2392 m) und des „Großen Mittager“ (2422 m). Hier bot sich der Gruppe eine grandiose Aussicht auf die Bergwelt der Dolomiten mit Geislerspitzen, Lang- und Plattkofel, Schlern, Rosengarten und Latemar. Weiter führte der Weg dann vom Gipfel zur Einkehr hinunter zur „Kesselberghütte“. Nach einer kurzen Rast ging es weiter bergab zum „Missensteiner Joch“ (2128 m), um von dort auf schmalem Pfad zum „Kratzenbergersee“ zu gelangen. An dessen „Strand“ gab es dann die verdiente Abkühlung, bevor es dann wieder nach einem weiteren Einkehrstopp auf der „Waidmann-Almhütte“ mit den Bergbahnen hinunter ins Tal ging.
Tolle Rundwanderung über blumenreiche Lärchenwiesen und Almeinkehr
Auch wenn bei einigen „Park- und Stadtbummlern“ noch die Fußsohlen vom Vortag ein wenig brannten, kannte der Wanderführer kein Erbarmen. Pünktlich um 9.10 Uhr hieß es Start zur Fahrt über Hafling und Vöran nach Mölten zum Parkplatz Schermoos auf 1440 Metern. Von hier ging es hoch nach „Langfenn“ mit der Kirche St. Jakob, der man zuerst einmal einen Besuch abstattete. Danach ging es auf einen sehr schönen Rundweg durch blumenreiche Lärchenwiesen, auf dem sich immer wieder der Ausblick auf die tolle Südtiroler Bergwelt eröffnete. Auf einem schmalen Wanderpfad erreichte man schließlich die „Gschnoferstall Alm“. Die urige Alm bot der Wanderschar alles für den verwöhnten Gaumen, was man sich an Südtiroler Spezialitäten nur vorstellen kann. Ob verschiedene Knödelvariationen, Schinken-, Wurst- und Käsebrettl und natürlich der berühmte Kaiserschmarrn durften nicht fehlen. Nach der ausgiebigen Rast ging es über herrliche Wiesenwege zurück zum Parkplatz Schermoos.
Derweil waren die Kurzwanderer auf dem etwa 5 Kilometer langen „Langfenn Rundweg“ unterwegs. Er führte sie ebenfalls vom Parkplatz Schermoos hoch zur St.- Jakob-Kirche und zur Einkehr am dortigen Gasthaus „Langfenn“. Nach einem schönen Aufenthalt ging es wieder bergab zum Parkplatz. Nach einem spendierten Geburtstagsumtrunk und einem Geburtstagsständchen machte man sich wieder gemeinsam auf die Rückfahrt nach Schenna.
„Kinobesuch“ abgesagt und dafür hoch auf den Ritten
Der letzte Wandertag stand am Freitag an. Nach reichlicher Überlegung hat der Wanderführer umdisponiert und die Tour zum „Knottnkino“ auf dem „Rotensteinkogel“ abgesagt. Die extremen Temperaturen der Vortage hatten der Truppe doch zugesetzt. So meldeten sich einige Teilnehmer für den Tag ab und zogen es vor einen kurzen Bummel vor Ort durch Schenna zu machen, um anschließend den großzügigen Wellnessbereich im Hotel zur Erholung zu nutzen. Für den größeren Teil der „Mannschaft“ ging es aber mit dem Bus nach Bozen. Von hier stieg man um in die „Rittner Seilbahn“, die die Wanderschar hoch nach Oberbozen brachte. Hier teilte sich die Wandergruppe noch einmal. Etwas mehr als eine Handvoll fuhr mit der Rittner Schmalspurbahn nach Kolbenstein und lief von dort zu den Erdpyramiden. Erdpyramiden sind Erosionsphänomene. Sie entstehen dort, wo in Tälern eiszeitliche Gletscher Moränenlehm abgelagert haben. Das Material ist in trockenem Zustand steinhart. Kommt es mit Wasser in Verbindung, wird es zu einem lehmigen Brei, der zu Tal fließt. Doch unter großen Steinen bleibt der Lehm vom Regen geschützt und somit trocken und hart – nur das Material um den Stein herum wird ausgewaschen. So bilden sich Erdsäulen, die bei jedem Niederschlag höher werden. Wenn der Deckstein von der Spitze der Pyramide fällt, ist sie allerdings einem schnellen Untergang geweiht, denn dann ist der Lehm auch hier schutzlos dem Regen ausgesetzt; er weicht auf und wird mit dem Niederschlag abgetragen. Die Erdpyramiden am Ritten sind die höchsten und formschönsten in Europa.
Der große Rest wanderte vom Bahnhof Oberbozen auf der „Freud-Promenade“ ohne große Höhenmeter zu machen nach Kolbenstein.
Die Freud-Promenade in Oberbozen ist ein leichter, landschaftlich reizvoller Panoramaweg auf dem Rittner Hochplateau mit schönen Aussichten auf die Bergwelt der Dolomiten. Er führt auf Sigmund Freuds Spuren durch schattige Wälder und Wiesen bis nach Klobenstein.
Sigmund Freud (1856 bis 1939) war ein Neurophysiologe, Tiefenpsychologe, Kulturtheoretiker und Religionskritiker. Er ist der Begründer der Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Seine Theorien und therapeutischen Methoden werden bis heute angewandt, diskutiert und kritisiert. (Wikipedia).
In Kolbenstein verbrachte man ein paar schöne Stunden bei kühlen Getränken und leckeren Eisbechern bevor man am Busbahnhof wieder von unserem Busfahrer Rudi in Empfang genommen wurde und die Rückreise über Bozen nach Schenna antrat.
Abschied aus dem schönen Südtirol und Heimfahrt in die schöne Pfalz
Am Samstag hieß es wieder Koffer packen. Nach der herzlichen Verabschiedung durch den Hausherrn machten sich die „Pfälzerwäldler“ nach dem Frühstück wieder auf den Heimweg. Der genehmigten Demonstration am Fernpass geschuldet – die Anwohner demonstrierten wegen der ständig wachsenden Verkehrsbelastung und wegen eines neu geplanten Tunnelbauprojekts – ging es über den Reschenpass, durch den Arlbergtunnel und den Bregenzerwald zurück nach Deutschland. Entlang am Bodensee auf der Bundesstraße B31 und über die A81, A8 und A65 kutschierte uns unser „Superbusfahrer“ Rudi wieder in heimatliche Gefilde. Es gibt nicht nur „ein Rudi Völler“, nein, es gibt auch „nur ein Rudiiiii Kopf“.
Auch nach dieser sechsten Wanderfahrt konnte wieder ein positives Fazit gezogen werden. Alles hat einwandfrei geklappt. Alle waren zufrieden. Die Stimmung war super. Die Wandertage waren sehr gut organisiert, und wie nicht anders gewohnt, hat uns das Busunternehmen Eisinger aus Herxheim wieder eine schöne Unterkunft mit dem „Schennerhof“ zur Verfügung gestellt.
Einhellige Meinung der Wanderfahrtteilnehmer: „Südtirol ist immer eine Reise wert, trotz der hohen tropischen Temperaturen. Man muss nur das Beste daraus machen“.