Bauherr, Vermieter und Bürgermeitser Rene Verdaasdonk. Fotos: Talpost/WD
v.l. Rene Verdaasdonk, Annchen Fleger (Expansionsmanagerin Tante Enso) und Kathleen O´Toole (I(nhaberin des Friseursalons) durchschneiden das Band zur Eröffnung.
Elmstein. (Werner Dietrich) Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Tante-Enso-Marktes und des Friseursalons von Kathleen O'Tool hat Elmstein einen wichtigen Meilenstein für die Nahversorgung und die Entwicklung des Ortskerns erreicht. Bürgermeister und Mitwirkende nutzten die Feier, um auf den langen Weg bis zur Fertigstellung zurückzublicken und allen Beteiligten zu danken.
Bei der Eröffnung des neuen Tante-Enso-Marktes blickten die Beigeordneten Annette Aull und Felix Heller auf die Entstehung des Projekts zurück und würdigten das große Engagement aller Beteiligten.
Die Idee eines Tante-Enso-Marktes für Elmstein entstand bereits vor einigen Jahren. Den entscheidenden Anstoß habe der ehemalige Beigeordnete Stefan Kobel gegeben, bevor Ortsbürgermeister René die Initiative entschlossen vorantrieb. Nach einer Informationsveranstaltung im September 2024 in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Turnhalle war die Begeisterung der Bevölkerung schnell spürbar. Innerhalb kürzester Zeit wurden genügend Genossenschaftsanteile gezeichnet, sodass das Projekt realisiert werden konnte.
Als Projektpate begleitete Felix Heller gemeinsam mit Konstanze Hildebrand und Daniel Singer die weitere Umsetzung. „Die große Unterstützung aus der Bevölkerung hat gezeigt, was wir als Gemeinschaft erreichen können, wenn wir alle das gleiche Ziel verfolgen“, betonte Heller. Besonders hervorgehoben wurde der Einsatz von Ortsbürgermeister René Verdaasdonk, der trotz zahlreicher Gutachten, umfangreicher Auflagen und weiterer Herausforderungen – bis hin zu Artenschutzauflagen und anonymen Anzeigen – das Projekt konsequent vorantrieb und schließlich den Standort auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks verwirklichte. Zum Abschluss dankten die Beigeordneten allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit dem Erwerb von Genossenschaftsanteilen zum Erfolg des Projekts beigetragen haben. Ein besonderer Dank galt Ortsbürgermeister René für seinen Einsatz, mit dem er die Nahversorgung in Elmstein nachhaltig verbessert und den Ort insgesamt aufgewertet habe.
Segnung des Standortes
Zur Eröffnung fand eine Segnung statt, geleitet von Pfarrerin Susanne Dietrich und Pfarrer Christoph Herr. Sie sprachen ein gemeinsames Gebet aus in Dankbarkeit an alle Unterstützer des Projekts und erbitten Gottes Segen für das Gebäude samt seinen Angestellten sowie den Kunden und Lieferanten. Der neue Tante-Enso-Markt wird angestrebt als ein Ort der Zusammenkunft, zur Stärkung der Dorfgemeinschaft sowie zum dauerhaften Nutzen aller Bewohner des Elmsteiner Tals.
Doppelrolle als Bürgermeister und Vermieter
Rene Verdaasdonk (SPD) trat an diesem Tag gleich in zwei Rollen auf, nämlich als Bauherr des Gebäudes und als Bürgermeister von Elmstein. „Als ich damals die ersten Gespräche mit dem Kreis Bad Dürkheim über dieses Projekt führte, fiel ein Wort, das mich bis heute begleitet: sportlich“, sagte der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich sei die Umsetzung einem „Finale mit Verlängerung“ zu vergleichen – mit zahlreichen Herausforderungen, die jedoch gemeinsam gemeistert wurden. Dabei zog er einen Vergleich zum Sport: Während einige mutig anpackten und andere bis zum Schluss kämpften, gäbe es auch immer jene, die alles besser wüssten, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. Umso größer sei nun die Freude über den erfolgreichen Abschluss des Projekts. Besonderen Dank richtete der Bürgermeister an den Ersten Beigeordneten Felix Heller, der gemeinsam mit Daniel Singer und Konstanze Hildebrand die Mitgliederkampagne für Tante Enso maßgeblich vorangetrieben hatte. Ebenso würdigte er die Leistung der zahlreichen Elmsteiner Handwerksbetriebe, die den Neubau überwiegend in Eigenregie realisierten. Stellvertretend nannte er Andy Karpinsky, Peter Leising, Marco Klöpfer, Giampiero Bianco, Sven Kraus und Joachim Wickhüller. Hervorgehoben wurden außerdem Peter Löffler, der das gesamte Außengelände pünktlich zur Eröffnung fertigstellte, Friedrich Saib, der weit über sein übliches Aufgabengebiet hinaus Verantwortung übernahm, sowie Jens Findeisen, dessen hoher persönlicher Einsatz entscheidend dazu beitrug, dass das Dach noch vor Weihnachten geschlossen werden konnte. Die Gesamtkoordination lag in den Händen von Roland Blum. Auch seiner Ehefrau sprach der Bürgermeister seinen Dank aus. Sie habe die Belastungen eines solchen Großprojekts mit viel Geduld begleitet und einen oft gestressten Ehemann unterstützt.
Der Neubau orientiert sich architektonisch an den historischen Sägewerksgebäuden des Ortes. Ein Schleppdach, nachhaltige Holzbauweise und ein bewusst sichtbarer Betonboden fügen sich harmonisch in die Umgebung ein. Gleichzeitig wurde das Gebäude technisch zukunftsorientiert ausgestattet – unter anderem mit einer Wärmepumpe, einer Photovoltaikanlage mit 50 Kilowattpeak Leistung sowie einem 50-Kilowatt-Stromspeicher.Neben der Sicherung der Nahversorgung war dem Bürgermeister auch die gestalterische Aufwertung des Ortseingangs ein wichtiges Anliegen. Mit dem neuen Gebäude sei dies gelungen. Auf der zuvor als Erdhügel genutzten Fläche neben dem Parkplatz des Tante-Enso-Ladens soll künftig eine Streuobstwiese entstehen teilte Verdaasdonk den Anwesenden mit. Neben dem Tante-Enso-Markt öffnete auch der neue Friseursalon von Kathleen O'Tool seine Türen. Der Bürgermeister wünschte der Inhaberin viel Erfolg und zahlreiche zufriedene Kundinnen und Kunden – „und möglichst wenige, die sagen: Nur die Spitzen.“
Für die Bewirtung der Gäste sorgte das Naturfreundehaus Elmstein; die Kosten übernahm Rene Verdaasdonk.Er bat aber auch um eine Spende für die Anschaffung eines neuen Spielgeräts am Naturfreundehaus. Mit einem humorvollen Hinweis auf die umfangreichen Auflagen der Baugenehmigung auch bezüglich des Lärmschutzes empfahl er den Gästen, lieber Geldscheine als Münzen in die Spardose zu werfen – damit die Spende nicht zu viel Lärm verursache.
Moderne Nahversorgung rund um die Uhr
Mit der Eröffnung des Tante-Enso-Marktes verfügt Elmstein künftig über einen modernen Supermarkt, der die Nahversorgung im Ort nachhaltig stärkt. Das genossenschaftliche Konzept verbindet die persönliche Atmosphäre eines klassischen Tante-Emma-Ladens mit den Möglichkeiten des digitalen Einkaufens. Tagsüber steht den Kundinnen und Kunden Personal zur Verfügung, außerhalb der Öffnungszeiten kann der Markt mit einer Kundenkarte rund um die Uhr betreten werden. Der Einkauf wird dabei über Selbstbedienungskassen abgewickelt. Neben einem umfassenden Sortiment des täglichen Bedarfs legt Tante Enso besonderen Wert auf regionale Produkte. Über die Genossenschaft können die Bürgerinnen und Bürger sowohl über die Eröffnung eines Marktes als auch über Teile des Sortiments mitentscheiden. In Elmstein fand das Konzept großen Zuspruch: Die erforderlichen 400 Genossenschaftsanteile zu je 100 Euro waren innerhalb kurzer Zeit vergeben. Der Markt entstand im Ortsteil Appenthal am Ortseingang auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks. Die Holzfassade greift die Geschichte des Standorts auf und fügt sich harmonisch in das Ortsbild ein. Da kein geeignetes Bestandsgebäude zur Verfügung stand, ließ Ortsbürgermeister René Verdaasdonk den Neubau als privater Investor errichten. Nach eigenen Angaben investierte er dafür mehr als eine Million Euro. Die Fertigstellung verzögerte sich durch zusätzliche Gutachten, naturschutzrechtliche Auflagen sowie weitere Einwendungen im Genehmigungsverfahren. Ursprünglich war die Eröffnung bereits für 2025 vorgesehen. Mit der Eröffnung der beiden Betriebe gewinnt Elmstein nicht nur ein modernes Versorgungszentrum und ein neues Dienstleistungsangebot, sondern auch einen weiteren attraktiven Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger. Das Projekt gilt als gelungenes Beispiel dafür, was durch gemeinschaftliches Engagement und die enge Zusammenarbeit von Kommune, Ehrenamt und regionalem Handwerk erreicht werden kann.
Die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier übernahm der Protestantische Posaunenchor Appenthal „Soli Deo Gloria“ unter der Leitung von Christa Rottmayer.