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Talpost Lambrecht
Ausgabe 29/2026
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut: Lambrecht setzt auf Vorsorge gegen Starkregen

Hochwasserschutzkonzept, Waldmaßnahmen und freier Speyerbach sollen Risiken im engen Tal verringern

Lambrecht. (Werner Dietrich) Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal rückt auch in Lambrecht die Frage in den Fokus, wie gut die Stadt auf zunehmende Starkregenereignisse vorbereitet ist. Die Folgen des Klimawandels machen sich längst auch in der Pfalz bemerkbar: Heftige Niederschläge treten häufiger auf und stellen Kommunen vor neue Herausforderungen. In den vergangenen Jahren wurden deshalb zahlreiche Maßnahmen zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge umgesetzt – vieles davon weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Wie schnell sich die Lage zuspitzen kann, zeigte Ende September 2024. Fast 24 Stunden lang regnete es nahezu ununterbrochen. Der Pegel des Speyerbachs erreichte den höchsten Stand seit vier Jahren. Größere Schäden blieben zwar aus, doch die Erleichterung war am nächsten Tag spürbar.

Es hätte auch anders kommen können“, heißt es aus dem Kreis der Verantwortlichen. Denn das Lambrechter Tal weist ähnliche topografische Herausforderungen auf wie viele andere Mittelgebirgstäler: Der Speyerbach fließt auf weiten Strecken durch ein enges Bachbett, natürliche Überschwemmungsflächen sind kaum vorhanden. Eine Verbreiterung des Gewässers ist innerhalb der Ortslage praktisch nicht möglich.

Dass Hochwasser in Lambrecht keine theoretische Gefahr ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Viele ältere Bürger erinnern sich noch an das Hochwasser von 1979. Bilder von Bohlenwegen durch die Innenstadt und einem Schlauchboot am Boveree-Brunnen in der Karl-Marx-Straße sind bis heute im Gedächtnis geblieben.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 mit ihren verheerenden Folgen habe eindringlich vor Augen geführt, welche Auswirkungen extreme Wetterlagen haben können. Gleichzeitig sind sich Fachleute einig, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit intensiver Starkregenereignisse erhöht. Ein vollständiger Schutz ist deshalb kaum möglich – umso wichtiger ist eine frühzeitige Vorsorge. Bereits 2022 und 2023 wurde im Rahmen eines Förderprogramms des Landes Rheinland-Pfalz für die Verbandsgemeinde Lambrecht ein Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept erstellt. Es analysiert Gefahrenstellen und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Das Konzept steht allen Bürgerinnen und Bürgern auf der Internetseite der Verbandsgemeinde zur Verfügung. Die Redaktion der Talpost wird dieses Thema wegen seiner Wichtigkeit weiter verfolgen. Aus den Empfehlungen wurden inzwischen erste Maßnahmen umgesetzt. So entfernte der Gewässerverband Speyerbach/Rehbach im vergangenen Sommer den Bewuchs im Speyerbach innerhalb des Stadtgebiets, um Engstellen zu beseitigen und den Wasserabfluss zu verbessern. Auch im Lambrechter Wald wurde investiert. Der Forst legte zusätzliche Querrinnen und Versickerungsmulden entlang der Forstwege an. Sie sorgen dafür, dass Regenwasser länger im Wald zurückgehalten wird und langsamer in die Bäche gelangt. Gleichzeitig ließ die Stadt die vorhandenen Sandfänge an den Übergängen zwischen Wald und Ortslage reinigen. Sie sollen Schlamm, Geröll und Holz zurückhalten, bevor diese bei Starkregen in die Stadt gespült werden.

Vorsorge beginnt nicht erst am Bach, sondern bereits dort, wo der Regen fällt“, lautet ein zentraler Gedanke des Hochwasserschutzkonzepts. Das Zurückhalten des Wassers in der Fläche gilt heute als wichtiger Baustein eines modernen Hochwasserschutzes. Dabei soll es nicht bleiben. In den kommenden Jahren sind weitere Querrinnen und Versickerungsmulden vorgesehen, insbesondere oberhalb der Ortseingänge. Ziel ist es, den Wasserabfluss weiter zu verlangsamen und Hochwasserspitzen möglichst früh abzumildern.

Auch wenn sich Naturgewalten niemals vollständig beherrschen lassen, sehen Verwaltung und Fachbehörden Lambrecht heute besser vorbereitet als noch vor wenigen Jahren. Die Erinnerung an das Ahrtal mahnt jedoch, die Vorsorge konsequent fortzuführen. Denn mit dem fortschreitenden Klimawandel werden Starkregen und Hochwasser zu Herausforderungen, auf die sich Kommunen dauerhaft einstellen müssen.