Aussenansicht des Provisoriums
Lageplan des Provisoriums mit eingezeichnetem Bauzaun
Ansicht nach dem Eingang
Gruppenraum
Küche
Sanitärtrakt
Lambrecht. Der Aufbau der Containeranlage für die neue Kindertagesstätte auf dem Tuchmacherplatz ist schneller abgeschlossen worden als ursprünglich vorgesehen. Bereits seit 30. Juni stehen die Module an ihrem Standort. Der Stadtrat hatte sich bereits im Mai vergangenen Jahres für die Containeranlage als temporäre Interimslösung entschieden. Hintergrund waren der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen sowie die Vorgaben des Kreisjugendamtes, eine den Anforderungen entsprechende Übergangslösung zu schaffen.
Wie Denise Mayer, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte „Rappelkiste“, gegenüber der Redaktion Talpost erläutert, waren die bislang genutzten Räumlichkeiten im Gemeinschaftshaus lediglich als Notlösung geeignet und entsprachen den Anforderungen langfristig nicht mehr. Die neue, vollständig klimatisierte Containeranlage bietet künftig Platz für Kinder in zwei Gruppen; eine Erweiterung auf drei Gruppen ist in der Planung bereits berücksichtigt und kann ohne weiteres bei Bedarf schnell erfolgen. Das Provisorium wird als eigenständige Kindertagesstätte mit eigener Leitung betrieben. Zunächst gibt es allerdings nur eine Kitagruppe mit 25 Kindern, davon 13 aus der Kita Rappelkiste und wird aufgefüllt mit 12 weiteren Kindern. Die Kinder sind im Alter zwischen 2 und 6 Jahren. Geplant sei der Umzug zum 1. September 2026, allerdings müsse zunächst das komplette Provisorium stehen, betriebsbereit sein und eine Betriebserlaubnis erhalten, wobei die Betriebserlaubnis der wichtigste Teil des Ganzen sei, so Denise Mayer.
Betriebserlaubnis für Kita
Die Betriebserlaubnis ist die gesetzliche Voraussetzung für den Betrieb einer Kindertagesstätte in Rheinland-Pfalz. Sie wird vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (Landesjugendamt) erteilt und definiert den rechtlichen sowie organisatorischen Rahmen einer Einrichtung. Dabei werden unter anderem die maximale Anzahl der Betreuungsplätze, die Altersstruktur der Kinder, die Betreuungszeiten, der Personalschlüssel sowie das pädagogische Konzept festgelegt. Ziel der Betriebserlaubnis ist es, das Wohl der betreuten Kinder sicherzustellen. Hierfür müssen umfassende Anforderungen erfüllt werden. Dazu zählen geeignete räumliche Voraussetzungen mit ausreichend großen Gruppen- und Ruheräumen, kindgerechten Sanitäranlagen sowie Außenspielflächen. Ebenso sind die Einhaltung der Vorgaben zum baulichen Brandschutz und zur Hygiene nachzuweisen, beispielsweise durch entsprechende Bescheinigungen der Bauaufsicht und des Gesundheitsamtes. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem pädagogischen Konzept, das den Vorgaben des rheinland-pfälzischen Kindertagesstättengesetzes (KiTaG) entsprechen und ein Konzept zum Schutz vor Gewalt beinhalten muss. Darüber hinaus ist der Einsatz einer ausreichenden Zahl qualifizierter pädagogischer Fachkräfte erforderlich, um den vorgeschriebenen Personalschlüssel einzuhalten. Auch die Verpflegung der Kinder muss den Anforderungen an eine kindgerechte Ernährung und die Lebensmittelsicherheit entsprechen. Erst wenn alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Landesjugendamt die Betriebserlaubnis erteilen und der Betrieb einer Kindertagesstätte aufgenommen werden.
Nach derzeitiger Vorgabe und Berechnung benötigt das Kita-Provisorium 4,18 Stellen; davon sind 3 Stellen abgedeckt mit bereits vorhandenem Personal. Die neue Kita auf dem Tuchmacherplatz erhält auch eine eigene Leitung. Die Einrichtung der Kitagruppe Mullewapp im Gemeinschaftshaus wird vollständig im Container-Provisorium weiterverwendet und durch bereits bestellte weitere Möbel etc. ergänzt. Auf Nachfrage bestätigt Denise Mayer, dass diese Einrichtungsgegenstände alle in den dann noch zu errichtenden Neubau eine städtischen Kindergartens neben dem Gemeinschaftshaus weiterverwendet werden.
Mit dem Umzug wird zugleich der Weg für den Neubau der dreigruppigen Kindertagesstätte in der Blainviller Straße frei. Nach deren Fertigstellung sollen die Kinder aus der Containeranlage in den Neubau wechseln. Nach Angaben der für Bauangelegenheiten zuständigen Beigeordneten Tanja Bundenthal-Beck, die den aktuellen Stand in der Stadtratssitzung am 9. Juni vorstellte, wird derzeit mit einer Eröffnung der neuen Einrichtung im Februar 2028 gerechnet. Danach wird Lambrecht über zwei eigenständige Kindertagesstätten verfügen und sein Betreuungsangebot dauerhaft erweitern können.
Wie geht es jetzt weiter auf dem Tuchmacherplatz?
Bis zur Inbetriebnahme sind allerdings noch einige Arbeiten erforderlich. So müssen unter anderem ein Eingangspodest, eine Sockelblende als Unterkriechschutz, ein Waschmaschinenanschluss sowie ein Klappwickeltisch installiert werden. Letzterer wird ebenso wie die Container angemietet. Hierzu sind bereits weitere Gelder im Stadtrat genehmigt worden
Auch die Gestaltung des Außengeländes steht noch aus. Wie wir bereits in einer vorherigen Ausgabe berichteten wird um die Containeranlage ein Bauzaun mit einer Höhe von 2 Metern errichtet. Auf der Fläche zwischen Zaun und Containern entsteht ein kleines Außenspielgelände mit Kletterturm, Sandkasten, mehreren Wipptieren sowie einer Spielfläche mit Fallschutzplatten. Die Spielgeräte sind bereits bestellt, ein Liefertermin des Herstellers liegt jedoch noch nicht vor. Aus dem nebenstehenden Plan des Büros Er + R Architektur, Kaiserslautern können unsere Leser sich ein entsprechendes Bild zur Lage des Provisoriums machen (der Bauzaun ist rot eingezeichnet).
Die Kosten für die auf 15 Monate angelegte Anmietung der Container belaufen sich auf rund 156.000 Euro. Hinzu kommen etwa 4.200 Euro für die Montage sowie rund 32.500 Euro für zusätzliche Anschaffungen und Ausstattungsgegenstände. Auf Nachfrage erklärt Tanja Bundenthal-Beck (FWG), dass die Kosten für die Anschlüsse Wasser und Abwasser, bzw. die Elektroarbeiten der Stadtwerke noch hinzukommen. Eine Gesamtsumme der Investitionen könne derzeit nicht genannt werden.
Sollte der Neubau der Kita neben dem Gemeinschaftshaus nach der Anmietung des Privisoriums für 15 Monate noch nicht fertiggestellt sein, könne die Mietzeit verlängert werden betont Tanja Bundenthal-Beck. Geplant sei die Fertigstellung des Neubaus zum März 2028.
(Fotos: Talpost/WD; das Foto des Plans wurde freundlicherweise von Tanja Bundenthal-Beck zur Verfügung gestellt).