Neidenfels. (hk) Mit großer Freude und sichtbarem Stolz begrüßte Ortsbürgermeisterin Sybille Höchel am Mittwochnachmittag die Gäste zur Übergabe der Förderbescheide für die Sanierung des Schimpf’schen Hauses in Neidenfels. In ihrer Ansprache betonte sie die besondere Bedeutung des Tages für die kleine Ortsgemeinde, die als kleinste Gemeinde der Verbandsgemeinde Lambrecht von dieser Förderung in besonderer Weise profitiere. Die Ortsbürgermeisterin hob hervor, dass der persönliche Besuch von Minister Michael Ebling ein Zeichen der Wertschätzung für Neidenfels sei. Anlass des Termins war die Übergabe der Zuwendungsbescheide aus dem Investitionsstock des Landes Rheinland-Pfalz sowie aus dem Bundesprogramm „KulturInvest“ für die umfassende Sanierung des historischen Schimpf’schen Hauses. Höchel unterstrich, dass mit den Fördermitteln ein wichtiger Schritt zur Erhaltung des aus dem Jahr 1737 stammenden Erbbestandshofs möglich werde. Ziel sei es, das ortsbildprägende Gebäude künftig als offenen Ort der Begegnung für Jung und Alt zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Untergebracht werden sollen dort später das historische Archiv, Teile des Papiermachermuseums, das Büro der Ortsbürgermeisterin bzw. des Ortsbürgermeisters, ein Rats- und Trausaal sowie Räume für die offene Jugendarbeit. In seinem Grußwort bezeichnete Innenminister Michael Ebling die Sanierung des Schimpf’schen Hauses als ein „großes und ambitioniertes Vorhaben“. Gerade bei solchen Projekten sei es wichtig, dass alle Beteiligten gemeinsam überlegten, wie ein solches Ziel erreicht werden könne. Ebling brach ausdrücklich eine Lanze für den Denkmalschutz. Historische Gebäude wie das Schimpf’sche Haus seien prägend für die Geschichte des Ortes und der Region – ihr Verlust wäre ein unwiederbringlicher Schaden. Der Minister würdigte insbesondere das Engagement der Ortsgemeinde, die sich bewusst dafür entschieden habe, das Gebäude zu erhalten und zugleich Ideen für eine zeitgemäße Nutzung zu entwickeln. Es gehe nicht allein darum, historische Substanz zu bewahren, sondern das Haus wieder als lebendigen Ort zu etablieren: als Treffpunkt, Versammlungsort, Raum für Gespräche, Entscheidungen und auch für gemeinsames Feiern. Zugleich machte Ebling deutlich, dass historische Gebäude nicht zur erdrückenden Last für eine Gemeinde werden dürften. Genau an diesem Punkt setze die öffentliche Förderung an. Diese sei nicht nur Pflege von Geschichte, sondern vor allem eine Investition in die Zukunft. Es gehe darum, kulturelles Erbe weiterleben zu lassen und es an heutige Bedürfnisse anzupassen, statt es dem Verfall preiszugeben. Konkret stellte der Innenminister die finanzielle Unterstützung vor: Aus Mitteln des Bundesprogramms für Denkmalschutz, die über das Land Rheinland-Pfalz abgewickelt werden, fließen 650.000 Euro in das Projekt. Hinzu kommen weitere 1,6 Millionen Euro aus dem sogenannten Investitionsstock des Landes. Insgesamt stehen damit rund 2,3 Millionen Euro für die Sanierung des Schimpf’schen Hauses zur Verfügung. Ebling dankte der Ortsgemeinde ausdrücklich für ihre Beharrlichkeit. Es sei keineswegs selbstverständlich, bei einem solchen Projekt trotz Kosten und Unsicherheiten am Ziel festzuhalten. Sein Dank galt ebenso der Verbandsgemeinde und dem Landkreis für die Unterstützung. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld gratulierte der Ortsgemeinde Neidenfels und der Verbandsgemeinde Lambrecht zur nun bewilligten Förderung für die Sanierung des Schimpf’schen Hauses. Die Übergabe der Bescheide markiere den erfolgreichen Abschluss eines langen und teils schwierigen Entscheidungsprozesses. Ihlenfeld würdigte das jahrelange Engagement der kommunalen Mandatsträger und betonte, dass der Landkreis im Rahmen der Kommunalaufsicht sowie bei der Koordination der Investitionsstock-Förderung alles darangesetzt habe, dieses Projekt möglich zu machen. Allein aus dem Investitionsstock des Landes fließen 1,6 Millionen Euro; zusammen mit der Bundesförderung beläuft sich die Unterstützung auf insgesamt rund 2,3 Millionen Euro. Das Schimpf’sche Anwesen bezeichnete der Landrat als ortsbildprägendes Wahrzeichen und denkmalpflegerisch äußerst wertvolles barockes Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, das unbedingt für kommende Generationen erhaltenwerden müsse. Mit der Sanierung entstehe ein identitätsstiftender Ort mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Abschließend dankte Ihlenfeld Ortsbürgermeisterin Sybille Höchel ausdrücklich für ihre Beharrlichkeit und ihren Einsatz und wünschte der Gemeinde gutes Gelingen für das Projekt. Verbandsgemeindebürgermeister Gernot Kuhn dankte in seinen Worten insbesondere dem Gemeinderat und Ortsbürgermeisterin Sybille Höchel, die geschlossen hinter dem Projekt gestanden und früh das klare Signal gegebe hätten, das Gebäude erhalten zu wollen. Ebenso sprach er seinen Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung aus, die das Vorhaben fachlich begleitet und unterstützt hätten. Kuhn zeigte sich überzeugt, dass mit der Sanierung des Schimpf’schen Hauses ein bedeutender Mehrwert für Neidenfels und die gesamte Verbandsgemeinde entstehe. Das Projekt werde zu einer „schönen und wichtigen Sache“ für den Ort. Abschließend äußerte er augenzwinkernd bereits seine Vorfreude auf eine Einladung nach Abschluss der Arbeiten. Nach der Übergabe der Förderbescheide folgte eine kurze Führung durch das Schimpf’sche Haus. Diese wurde von den Architekten Joachim Becker und Horst Gralle sowie von Restauratorin Christine Engelhardt begleitet. Dabei erhielten die Gäste erste Einblicke in die Bausubstanz und die geplanten Sanierungsmaßnahmen.Besonders beeindruckten die bereits freigelegten Wand- und Deckenmalereien im sogenannten „Sternenzimmer“. Sie vermitteln einen Eindruck vom künstlerischen Reichtum des Gebäudes. Man darf gespannt sein, welche weiteren Schätze die Restaurierungsarbeiten noch ans Tageslicht bringen werden und wie sich das Schimpf’sche Haus nach Abschluss der Sanierung präsentieren wird.
BU Fotos Harald König
4245 Das Schimpf'sche Haus
4247 Der Treppenaufgang zum Schimpf'schen Haus
4256 Überreichung der Förderbescheide - v.l. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld,
Innenminister Michael Ebling, Ortsbürgermeisterin Sybille Höchel und
Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn
4268 Besichtigung von Räumlichkeiten im Schimpf’schen Haus mit fachlichen
Erläuterungen von Restauratorin Christine Engelhardt und Architekt Horst
Gralle.
4276 Besichtigung des Sternenzimmers
4278 Vorsicht freigelegte Deckenmalerei