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Ausgabe 31/2020
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Beginn des Erntemonats

Volksglauben und Bräuche um den August

Am Montag beginnt der August, der Monat voll starken Sonnenlichts und brütender Hitze, in dem die meisten Menschen Ferien machen können, während auf dem Lande die arbeitsreichste Zeit des Jahres gekommen ist. Im altrömischen Jahr, das mit dem März begann, stand dieser Monat, damals Sextilis, also der sechste geheißen – aber auch an sechster Stelle der Mondwechsel. Seinen heutigen Namen hat er im Jahre 7 n. Chr. nach Octavianus Augustus erhalten, der in ihm die meisten seiner Siege erkämpfte. Die älteste deutsche Bezeichnung für den August lautet Aranmanoth, also Erntemonat. „Schnittmonat“ nennt ihn im 16. Jahrhundert auch der Tegernseer Kalender. Und das Wort „Augst“ wirde im norddeutschen Mundartgebiet geradezu gleichbedeutend mit Ernte. Manche Tage in diesem Monat haben in Volksglauben und Bräuchen hohe Bedeutung erhalten. So feierten bereits die alten Römer die Calendae Augustii, den ersten Tag des Monats, mit fröhlichen Gelagen. In anderen Ländern wiederum gilt dieser tag als einer der unglückbringendsten des Jahres, denn an ihm, so heißt es, habe Gott den Teufel aus dem Himmel geworfen. Besonders abergläubische Leute glauben, die am 1. August Geborenen könnten Hexen und Geister sehen, würden aber eines frühen und unnatürlichen Todes sterben. Im August tritt die Sonne ins Zeichen der Jungfrau. Dementsprechend feierten die Römer am 13. des Monats das Fest der jungfräulichen Göttin Diana. An seine Stelle ist zeitlich das Fest Mariae Himmelfahrt getreten. Nach altem Volksglauben besitzen nun die Pflanzen ihre besten Kräfte, deshalb soll man sie in der zweiten Augusthälfte sammeln. Was die Gesundheit im Monat August betrifft, so mahnt der vielzitierte Hundertjährige Kalender immer noch zu Mäßigkeit. Doch ist wenigsten Obst erlaubt, vorausgesetzt, daß ein Augustregen darüberhingegangen ist. Anderes aber ist verpönt, denn man sagt: „Wer im August will bleiben wohl, genieße weder Fisch noch Kohl“. Gegen die Hitze, die wohl den Hauptgrund für die geforderte Enthaltsamkeit darstellt, hat der Volksmund nichts einzuwenden. Sie ist erwünscht und nötig, denn „was der August nicht kocht, kann der September nicht braten“.