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Talpost
Ausgabe 31/2020
Tal-Büttel schellt aus
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Büttel 31

Die Einschränkungen, veranlasst durch die Corona-Pandemie, sorgen dafür, dass die 569. Lambrechter Gäsbock-Kerwe an diesem Wochenende ausfallen muss. Ein Feiern wie gewohnt, durfte und konnte nicht stattfinden, dennoch wurde die Serie der Kerwen seit 1451 nicht unterbrochen, denn im Jahr 2020 wird „dehäm“ gefeiert, in den eigenen vier Wänden, auf dem Balkon oder im Garten oder in den Lokalen. Die gehissten Stadtfahnen werden bei zahlreichen Bürgern, am Zunfthaus und auf der Friedrich-Ebert-Brücke, dem angestammten Platz der Gäsbock-Kerwe, im Wind flattern, zahlreiche Firmen und Geschäfte unterstützen die Talpost mit einer Anzeige beim Herausgeben dieser besonderen „Gäßbock-Zeitungsbeilage“, damit in der jahrhundertealten Reihe der Geißbock-Kerwen kein weißer Fleck entsteht. Markus Bialas hält online seine Kerwered‘. Rückblickend war bisher nur einmal – im Jahr 1919 – als Zeichen der Trauer über die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges – die Kerwe vor 101 Jahren ausgefallen. Aber damals war sie dennoch „nicht ganz“ ausgefallen, denn der Lambrechter „Kumpe-Karl“ durfte sein „Carussell“ aufschlagen.

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Eine besondere „Ersatzkerwe“ feierte die Gemeinde Neidenfels im Coronajahr 2020, in dem alle größeren Veranstaltungen und somit auch alle Tal-Kerwen nicht stattfinden konnten. Es wurde beim nötigen Abstand und bei Einhaltung der hygienischen Vorschriften in bescheidenem Rahmen auf der Burg gefeiert, es gab einen kleinen Kuchenverkauf und dann waren „Kerwedutte“ mit Inhalt angeboten worden. Die Nachfrage der Neidenfelser Bürger war so groß, dass mehrfach nachgeordert werden musste. Die Dorfjugend war vier Stunden im Einsatz, um die Tüten den Empfängern zuzustellen.

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Die Landesregierung wird den Ausbau zukunftsfähiger digitaler Infrastrukturen entschlossen weiter voranbringen, bekräftigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim symbolischen ersten Spatenstich in Lindenberg zum Start der Bauarbeiten für den Glasfaserausbau im Landkreis Bad Dürkheim, wo in den kommenden Monaten 1.539 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden. „Die rund 20 Millionen Euro Landesmittel sind gut angelegt. Rund 11.000 Haushalte, 330 Unternehmen und 60 Schulen werden im Rahmen dieses Projektes mit gigabitfähigen Anschlüssen neu versorgt werden. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag für die digitale Zukunft des Landeskreises“, so die Ministerpräsidentin.

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Am 23. Juli hatten die sogenannten Hundstage begonnen, die bis 24. August andauern sollen. Es sind meist die heißesten Tage des Jahres. Der Name kommt von Sirius, der auch Hundsstern genannt wird. Der Stern geht für rund 30 Tage fast gleichzeitig mit der Sonne auf. Nach den Bauernregeln soll sich das Wetter dann halten, bis Sirius Ende August wieder untergeht. Der Zeitraum der Hundstage ist regional unterschiedlich festgelegt.

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Zahlreiche bäuerliche Wetterregeln sind den Hundstagen gewidmet, die vom 23. Juli bis 24. August dauern: „Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr; werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten“, „Was die Hundstage gießen, muss der Winter büßen“, „Hundstage heiß – Winter lange weiß“, „Mitte Juli die Sonne in den Löwen geht – größte Hitze bald danach entsteht“, „Sind die Hundstage heiß kostet’s den Bauer viel Schweiß; aber nach aller Hitzen wird er im Trockenen sitzen“.

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Der Spruch zum Schmunzeln anlässlich der Hundstage: „Machen die Hundstage den Menschen heiß, so geraten sie leicht in großen Schweiß“.