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Talpost Lambrecht
Ausgabe 31/2026
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Mit dem Ausgraben der Kerwe beginnt die Gäsbock-Kerwe

Foto: Talpost

Nach dem Ausgraben wird der Kerwebaum gestellt

Der traditionelle Auftakt der Lambrechter Gäsbock-Kerwe erfolgt am Freitagabend in der Mühlstraße. Mit dem feierlichen Ausgraben der Kerwe beginnt offiziell das höchste weltliche Fest der Stadt. Im Mittelpunkt des Brauchs steht die Suche nach einer Flasche Wein, die zum Abschluss der Kerwe des Vorjahres symbolisch im sogenannten Kerwegrab vergraben wurde.

Ist die Flasche gefunden, folgt als weiterer Höhepunkt das Aufstellen des Kerwebaums – ein fester Bestandteil der Eröffnungsfeierlichkeiten und sichtbares Zeichen dafür, dass die Kerwe begonnen hat.

Der Ursprung des Kerwe-Ausgrabens reicht vermutlich bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) zurück. Damals wurden Wertgegenstände und Schätze zum Schutz vor feindlichen Truppen vergraben. Aus dieser historischen Praxis entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Brauch, der bis heute fester Bestandteil der Lambrechter Kerwe geblieben ist.

Die Gäsbock-Kerwe selbst blickt auf eine lange Tradition zurück. Ihren Ursprung hat sie im mittelalterlichen Kirchweihfest zur Weihe der ehemaligen Pankratius-Kirche. Aus der einst religiösen Feier entwickelte sich über die Jahrhunderte das bedeutendste Volksfest der Stadt. Bis heute erinnert ein ökumenischer Kerwe-Gottesdienst an die kirchlichen Wurzeln der Veranstaltung und verbindet Tradition mit gelebtem Brauchtum.

Mit dem Ausgraben der Kerwe und dem Stellen des Kerwebaums startet Lambrecht in ein Festwochenende, das Einheimische und zahlreiche Gäste gleichermaßen anzieht und die jahrhundertealten Traditionen der Gäsbockstadt lebendig hält.