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Talpost
Ausgabe 40/2020
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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Holzmarkt ist zusammengebrochen

Blick zum Eichelberg mit einem Teil des Stadtwaldes im Frühherbst 2020

Stadtwald Lambrecht: Hohes Defizit im Jahresergebnis des Forst-Wirtschaftsjahres 2020

(se) Nach dem Planungsansatz wird das Forst-Wirtschaftsjahr 2020 des Stadtwaldes Lambrecht mit einem kräftigen Fehlbetrag von 70.000 Euro abschließen. Einnahmen von 64.000 Euro stehen Ausgaben von 134.000 Euro gegenüber. Im Jahre 2018 hatte der Stadtwald noch einen stattlichen Gewinn von 90.000 Euro erwirtschaftet, doch auch 2019 musste ein Fehlbetrag von 13.000 Euro verbucht werden. Der Holzmarkt ist durch den Borkenkäferbefall regelrecht zusammengebrochen, führte Burkhard Steckel, Leiter des Forstamtes Johanniskreuz aus. Aktuell wurde die schlechte Marktlage zusätzlich durch die Corona-Pandemie verstärkt.

Der Forstamtsleiter empfahl der Stadt Lambrecht, auch Fichten, die nicht vom Borkenkäfer befallen seien, stehen zu lassen und nicht zu fällen, denn durch das Überangebot auf dem Markt könne allenfalls bei Stammholz eine „schwarze Null“ erzielt werden. Aus diesen Gründen sei auch im Stadtwald von Lambrecht der Holzeinschlag zurückgefahren worden. Er bat die Ausschussmitglieder, Geduld zu haben und auf bessere Zeiten zu hoffen. Er empfahl, auf die letzten 15 Jahre zurückzublicken, als der Wald gutes Geld einbrachte und er zeigte sich davon überzeugt, dass sich die Zeiten auch wieder bessern werden. Auf keinen sollte man jetzt „um jeden Preis“ das Holz einschlagen.

Der Einschlag für 2020 sei fast erfüllt, trug der neue Revierförster Christoph Scherle vor, das Käferholz liege in einem Trockenlager und man sei daran, das Kalamitätsholz aufzuarbeiten. Weil das Holz praktisch momentan nur ohne Gewinn veräußert werden kann, gingen die Erträge gegenüber dem Vorjahr um 100.000 Euro auf 43.000 Euro zurück, gleichzeitig reduzierten sich auch die Kosten für den Holzeinschlag um die Hälfte auf rund 50.000 Euro.

Peter Seelmann (CDU) sprach vom „Prinzip Hoffnung auf bessere Zeiten“ und forderte, ähnlich dem Wasser-Pfennig, einen „Wald-Pfennig“ landesweit zu erheben, um den übernutzten kommunalen Wald zu unterstützen. Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller (FWG) wies den Forst an, umgestürzte Bäume und auf die Wald-Fahrwege gerollte Steine schnellstens zu beseitigen, damit die Waldwege von der Feuerwehr zum Schutz des Waldes immer gut befahren werden können.