Titel Logo
Talpost
Ausgabe 40/2020
Stadt Lambrecht (Pfalz)
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Kirchenumfeld: Zwischen Historie und Moderne

Dieser Plan zeigt, wie das Kirchenumfeld im Rahmen der Stadtsanierung II neu gestaltet wird. Die Fläche um die Kirche wird komplett aufgepflastert, teilweise werden die alten Pflastersteine wiederverwendet.

Stadtplaner Roland Kettering präsentierte an der Außenmauer der ehem. Klosterkirche dem Bauausschuss seinen Planentwurf zur Umgestaltung des Kirchenumfeldes.

Die „neue“ Umgebung der ehem. Klosterkirche Lambrecht in der Planung – Behutsame Modernisierung um Kirche und Laufbrunnen

(ve) Der Startschuss der Stadtsanierung II in Lambrecht fällt mit der Neugestaltung des Umfeldes um die ehemalige Klosterkirche, der heutigen protestantischen Kirche. Nach umfangreichen Vorarbeiten von Planern und Ingenieuren und Abstimmung mit den Behörden präsentierte Stadtplaner Roland Kettering vom Büro BBP in Kaiserslautern die Entwurfsplanung dem Bau- und Stadtsanierungsausschuss der Stadt Lambrecht.

Überplant wird eine Gesamtfläche von 3.300 Quadratmetern um die Kirche, die komplett aufgepflastert wird. Mit weitgehend vorhandenem Naturstein-Kleinpflaster wird die gesamte Kirche schmal umpflastert. Aus dem Bestand des vorhandenen Pflasters wird ebenso die Fläche um den Klosterbrunnen und den Kunigundenbrunnen aufgepflastert. Erhalten bleibt auch das vorhandene Sandsteinpflaster vor dem Haus Marktstraße 22, das neu verlegt wird. Der größere Bereich von rund 2.000 Quadratmetern wird entweder mit neuem Natursteinpflaster oder mit Betonpflastersteinen ausgelegt. Die Art der Pflasterung hängt letztendlich von den Kosten ab. Der Quadratmeter beim Flächenausbau mit Natursteinen kostet ca. 360 Euro, mit Betonpflaster 290 Euro. Gehzonen werden aus neuen Sandstein- bzw. Natursteinplatten gefertigt.

Eine besondere Aufwertung erhält der Platz vor der Kirche im Umfeld der Friedenseiche von 1870. Wie die Talpost bereits berichtete, wird die Anlage nicht mehr schräg sondern in Stufen angelegt, die Buchenhecken verschwinden und Sitzbänke werden platziert. Denkbar ist hier der Aufbau eines Modells der Kirchen-Ansicht um 1350, den Jahren ihrer Erbauung. Moderne LED-Lichtleisten werden um den gesamten Platz verlegt, der Platz vor der Kirche wird mit Stelen beleuchtet. Eine besondere Gestaltung mit Stufen erhält der Zugangsbereich zum Gemeindehaus von der Marktstraße aus.

Eine planerische Abstimmung erfolgte mit der prot. Kirchengemeinde Lambrecht-Lindenberg. Dabei wurde auf den Erhalt der Friedenseiche Wert gelegt und die Anhebung des Platzes um die Eiche begrüßt. Offen blieb die Frage, ob die Fläche um die Eiche im Besitz der Kirche bleibt oder an die Stadt veräußert wird. Begrüßt wurde auch die angedachte Anstrahlung der Kirche, die Abstimmung eines behindertengerechten Zuganges steht noch aus. Weitere Abstimmungen mit den Anliegern werden noch erfolgen, wobei sicherlich auch der Verlust von Parkplätzen eine Rolle spielen wird. Es ist angedacht, Poller aufzustellen, um den Parkraum zu begrenzen, damit die Wirkung des dominanten Kirchengebäudes erhalten bleibt.

Abstimmungen erfolgen noch mit den Versorgungsträgern, so muss vor Beginn der Erdarbeiten der Zustand des Kanals untersucht werden, ebenso die Hauptleitungen von Wasser und Strom, wobei vermutlich die Hausanschlüsse zu erneuern sein werden. Die verlegten Leitungen sind ca. 40 bis 50 Jahre alt. Bei der Stromversorgung der neuen Beleuchtungsanlage ist eine Erdverkabelung geplant, die Freileitungen werden zurückgebaut. Für Veranstaltungen wird eine Strom-Ringleitung um die Kirche gelegt.

Es fanden vorab auch Gespräche mit der Denkmalpflege statt. Als Vorabmaßnahme soll im April 2021 eine Erkundungsgrabung des Fundamentes im Bereich des ehemaligen (verlängerten) Kirchenschiffs rund um die jetzige Friedenseiche bis zur Markstraße erfolgen. Ein Archäologe wird die Grabungen begleiten. Ebenso vorab muss die Überprüfung eventueller Kampfmittel erfolgen, ein Bodengutachten ist zu erstellen und eine Beweissicherung muss erfolgen.

Die Baumaßnahme erfolgt abschnittsweise in Abstimmung mit den Anliegern. Der Flächenausbau ist kalkuliert mit Kosten zwischen 960.000 und 1.190.000 Euro, geplante Sonderbauteile wie Lichtelemente, Poller, Sitzbänke usw. werden mit 180.000 Euro gerechnet. Die Stadt Lambrecht rechnet mit einer Förderung der Maßnahme von 70 Prozent.