Titel Logo
Talpost
Ausgabe 41/2021
Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Lindenberg produziert künftig Wärme

Die Sanierung des künftigen Dorfgemeinschaftshauses und der Grundschule läuft, einzig die Beschaffenheit der Heizung ist noch ungeklärt. Nach einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde soll die Gemeinde Lindenberg in Eigenregie die Wärme produzieren, der Wärmeverbrauch der Grundschule wird ihr von der Verbandgemeinde „abgekauft“.

Einigkeit in der Heizungsfrage von Grundschule und Dorfgemeinschaftshaus - Gemeinde Lindenberg investiert in Heizungsanlage für Dorfgemeinschaftshaus – Verbandsgemeinde wird Abnehmer der Wärme für die Grundschule sein

(ve) Die Sanierung der Grundschule Lindenberg im Obergeschoss des künftigen Dorfgemeinschaftshauses Lindenberg ist in vollem Gange und nun steht die Entscheidung über die künftige Heizung beider Einrichtungen an. Bei der Ausschreibung der Arbeiten war zunächst die neue Heizungsanlage nicht berücksichtigt worden, weil die Gemeinde Lindenberg an ihrem geplanten Nahwärmekonzept mit dem Heizungsanschluss der Turnhalle, zweier Gemeindewohnungen und weiterer Objekte festhalten wollte.

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde stellte Bürgermeister Gernot Kuhn (CDU) drei mögliche Heizungsvarianten für die Grundschule und das Dorfgemeinschaftshaus vor, das von einem Ingenieurbüro erarbeitet worden war. An reinen Investitionskosten würden für eine Pelletheizung rund 95.000 Euro entstehen, allerdings kann eine Förderung von 60.000 Euro in Abzug gebracht werden, demnach kämen rund 35.000 Euro Kosten auf die Verbandsgemeinde zu. Eine Hybrit-Anlage, bestehend aus Gaskessel und Wärmepumpe würde 61.000 Euro erfordern bei einer Förderung von 21.000 Euro wobei auf die Verbandsgemeinde 40.000 Euro Investitionskosten zukämen. Ein Gaskessel mit Biogas, allerdings ohne jegliche Förderung, würde 45.000 Euro kosten. Nach Abwägung von Vor- und Nachteilen der drei Systeme empfahl das Ingenieurbüro das System mit der Hybrit-Anlage, Luft-Wärmepumpe und Spitzenlastkessel als Gas-Brennwertkessel für das Gebäude der Grundschule.

Nach der Präsentation der Ingenieur-Empfehlung in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses brachte der Lindenberger Ortsbürgermeister Reiner Koch (FWG) größte Bedenken gegen die von der Verwaltung favorisierte Lösung der Heizungsfrage an. Zusammen mit seinem Fraktionskollegen Philipp Fuchs (FWG) habe er drei Jahre vorbereitende Arbeit in eine zukunftsfähige Heizung in Verbindung mit einem Nahwärmekonzept gesteckt, das von der Verwaltung unter Führung des ehemaligen Verbandsbürgermeisters nicht entsprechend verfolgt worden sei. Bei einer Studie sei von falschen Werten ausgegangen worden, seit einem Jahr sei nicht mehr über die Heizungsfrage bei der Verbandsgemeinde gesprochen worden. Die Gemeinde Lindenberg verfüge über ein fertiges Konzept mit einer 60prozentigen Förderung, die Wirtschaftlichkeit sei auch durch die Energieagentur des Landes bestätigt.

Guter Rat war nun teuer, denn die aktuelle Empfehlung über die neue Heizung und die Vorstellungen der Gemeinde Lindenberg standen sich konträr gegenüber. Da hatte Ralf Kretner (CDU) die zündende Idee, wie man „die Kuh vom Eis“ bringt: Er empfahl, die Gemeinde Lindenberg soll die Heizungsanlage nach ihren Vorstellungen und auf eigene Rechnung betreiben, die Verbandsgemeinde kauft bei der Gemeinde Lindenberg die für die Grundschule benötigte Wärme ein.

Diesem Vorschlag schlossen sich alle Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses an. Peter Seelmann (CDU) empfahl, die Gemeinde Lindenberg sollte ihre Vorstellungen der Heizung durchziehen, zumal die alte Heizung bis zum Einbau einer neuen Anlage noch funktionsfähig sei. Aufgabe der Gemeinde Lindenberg wird es nun sein, mit dem Ministerium über die Bestätigung der Förderung der Pelletheizung zu sprechen, die Zustimmung der Kommunalaufsicht für die Investition zu bekommen und auch der Gemeinderat muss zu einer solchen Lösung seine Zustimmung geben. „Die von Lindenberg angestrebte Pelletheizung könnte als Blaupause für Co2-neutrales Heizen gelten“ verkündete der Lindenberger Ortsbürgermeister Reiner Koch abschließend nach der Abstimmung.