Titel Logo
Talpost
Ausgabe 41/2021
Stadt Lambrecht (Pfalz)
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Keine Einmütigkeit bei Bebauung der Wallonenstraße

Die Bebauung der Freifläche mit Eigentumswohnungen zwischen Zunfthaus und ehem. Klosterkirche kann beginnen. Der Auftrag wurde dem Investor "Planwerk" übertragen.

Entscheidung mit 10:8 Stimmen für Investor „Planwerk“ – Abstimmung nach zehnminütiger Denkpause

(ve) Leicht hat es sich der Stadtrat Lambrecht samt Stadtspitze in der Vergangenheit mit der Bebauung der Baulücke in der Wallonenstraße gegenüber dem Zunfthaus mit Sicherheit nicht gemacht, denn seit mindestens 2014 wird mal mehr mal weniger intensiv an der Planung gearbeitet, selbst ein Architektenwettbewerb wurde durchgeführt, um nun mit Hilfe eines Investors das Gebäude mit Eigentumswohnungen, das auch städtebauliche Auflagen erfüllen musste, errichten zu können. Die Entscheidung wurde noch in den letzten Tagen immer wieder verschoben, doch am vergangenen Mittwoch wurde abgestimmt, aber erst nach einer erneuten zehnminütigen Unterbrechung, bei der sich die Fraktionen zur Beratung nochmals zurückzogen, was einem Wimpernschlag in dieser langen Geschichte gleichkam. Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller (FWG) rief dann zur Abstimmung auf mit folgendem Ergebnis: 10 Stimmen (SPD und Mehrheit der FWG) wurden für den Vorschlag des Investors „Planwerk“ aus Gerolsheim gezählt, 8 Stimmen (CDU, Heinrich Hilgert und Elias Hilgert beide FWG und Dirk Hedtke von den Linken) entfielen auf den zweiten Investor „GrantBau“. Drei Ratsmitglieder der CDU, SPD und SWG waren nicht anwesend.

Hubert Deubert vom gleichnamigen Planungsbüro, der die Gesamt-Sanierungsplanung des Kirchenumfeldes samt der Bebauung der Wallonenstraße fachlich betreut, erklärte den Ratsmitgliedern und zahlreichen interessierten Zuhörern, dass die Präsentation nach seiner Überprüfung eine „Sachdarstellung ohne Wertung“ sei, die Entscheidung müsse der Stadtrat in eigener Verantwortung treffen. Er erläuterte die Vorgaben der geforderten zweistöckigen Bauweise mit ausgebautem Dach und einer Tiefgarage. Beide vorgelegten Pläne seien realisierbar, Differenzen seien in der Höhendarstellung festzustellen, wobei er die Angaben 13,90 Meter und 11,60 Meter nannte und meinte, an einem Plan stimme etwas nicht, hier sei etwas verrutscht. In der Höhendimension sollte das neue Gebäude sich den Gebäuden in der Umgebung unterordnen, das Zunfthaus soll dominant sein. Elias Hilgert (FWG) erinnerte an die gegenüber stehenden dreistöckigen Nachbarhäuser.

Die Denkmalpflege hätte lieber gesehen, die Einfahrt in die Tiefgarage an die Westseite bei der Metzgergasse zu planen, doch dann entstünde auf dem Kirchenumfeld zusätzlicher Autoverkehr, worauf Hubert Deubert meinte, die Denkmalpflege kenne offensichtlich nicht die Örtlichkeit. Immerhin werde der Neubau an der Straße mit einem Gefälle von zwei Metern errichtet werden, was bei der Tiefgarageneinfahrt zu beachten sei.

Vor der 10minütigen Beratungspause gaben die Fraktionen ihr Statement ab, wobei alle auf einen zügigen Baubeginn drängten. Für Carsten Schindler (FWG) war es wichtig, dass 18 bis 20 Parkplätze geschaffen werden und dass nachträglich keine Kosten auf die Stadt zukommen. Maximilian Henrich (SPD) legte ebenfalls Wert auf eine ausreichende Zahl an Parkplätzen und er verlangte eine gute Kooperation mit dem Investor. Andreas Ohler (CDU) forderte, die dargestellten Referenzen der Investoren zu beachten und er hoffe, dass der mehrheitlich gewählte Investor „etwas Passendes hinstellt“.